Kongress-Untersuchung

Internetriesen im Visier: US-Justiz prüft Marktmacht

Der US-Kongress befürchtet aufgrund der unverhältnismäßigen Macht von großen Technologiekonzerne eine Gefährdung des Wettbewerbes. Untersuchungen sollen für Klarheit sorgen.

Sitz des US-Kongresses: Das Kapitol in Washington.

Sitz des US-Kongresses: Das Kapitol in Washington.

Der wachsende Einfluss von Konzernen wie Amazon, Facebook, Apple oder Google auf die Mechanismen der Märkte sorgt in regelmäßigen Abständen für Beunruhigung in der Politik. Aktuell beschäftigt sich der US-Kongress einmal mehr mit dem Thema und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Eine kleine Anzahl von dominanten und nicht regulierten Plattformen hätte einen außergewöhnlich großen Einfluss auf den digitalen Handel und Informationsaustausch, heißt es in einer Mitteilung des zuständigen Justizausschusses. Das Komitee will dabei zunächst allgemeine Probleme hinsichtlich des Wettbewerbes auf den digitalen Märkten dokumentieren. Daraufhin soll geprüft werden, ob Unternehmen gezielt wettbewerbswidrige Praktiken anwenden und mit welchen rechtlichen Mitteln sich etwaige Verstöße ahnden ließen.

Verschiedenen Medienberichten zufolge soll auch die Federal Trade Commission (FTC) gegen die Konzerne ermitteln. Die Aufsichtsbehörde ist in den USA für den Verbraucherschutz und kartellrechtliche Belange zuständig. Laut der Washington Post wurden im Zuge der aktuellen Untersuchungen die Zuständigkeiten getauscht. Demnach wäre nun die FTC für Amazon und das Justizministerium für Google zuständig. Obwohl keines der Unternehmen offiziell genannt wird, wirkten sich die Neuigkeiten negativ auf die Aktienkurse der Konzerne aus.

Das freie Internet hätte den US-Amerikanern viele Vorteile gebracht, darunter wirtschaftlicher Aufstieg, steigende Investitionen und neue Wege für die Bildung, stellt der Kongressabgeordnete Jerrold Nadler fest. Allerdings gebe es deutliche Hinweise dafür, dass einige Gatekeeper die entscheidenden Zentren für Online-Handel und Kommunikation unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Eine Befürchtung, die zuletzt auch prominent von Facebook-Mitgründer Chris Hughes geäußert wurde. Der forderte in einem Text für die New York Times die Zerschlagung des Konzerns, da sich im aktuellen Konglomerat aus Facebook, Instagram, Whatsapp und Co. zu viel Macht konzentriere.

Bildquelle: Getty Images/iStock

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