Evolution der Technik

IoT: Beginn einer neuen Ära?

Die Entwicklung des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) könnte deutlich mehr werden als nur ein Meilenstein in der Evolution der Technik – womöglich handelt es sich gar um eine Zäsur.

Evolution

Könnte die IoT-Entwicklung mehr werden als nur ein Meilenstein in der Evolution der Technik?

Das Internet der Dinge ermöglicht es Unternehmen, die Chancen und Vorteile der digitalen Welt nahtlos in die physische zu übertragen. Es erlaubt die Steigerung der Produktivität und hat damit maßgeblichen Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg. Wie eine weltweit im Jahr 2015 durchgeführte Erhebung von Tata Consultancy Services (TCS) unter knapp 800 Führungskräften zeigt, können bereits 83 Prozent der Unternehmen, die in IoT-Programme investiert haben, geldwerte Resultate dieser Investitionen registrieren.

Das IoT gibt Unternehmen die Gelegenheit, ihre Strategien zu überdenken und sich mithilfe neuer Geschäftsmodelle auch neue Gewinnoptionen zu erschließen. Rund 40 Prozent der Befragten haben bestätigt, dass sie bereits innovative Angebote entwickeln und verkaufen konnten. Möglich wurde dies, weil das IoT die kontinuierliche Überwachung und Nutzung der entsprechenden Produkte in einem Umfang erlaubt, der vorher undenkbar gewesen wäre. Und der Aufwand lohnt: Nahezu alle Unternehmen erwarten in naher Zukunft einen ROI in Bezug auf ihr IoT-Engagement – spätestens bis 2018. Konkret sehen 42 Prozent der Studienteilnehmer Ertragssteigerungen zwischen einem und zehn Prozent, weitere 29 Prozent der Befragten rechnen sogar mit elf bis 20 Prozent. Diejenigen Unternehmen, die nicht an Zusatzgewinne glauben, machen gerade einmal einen Anteil von zwei ­Prozent aus.

Die Auswirkungen des IoT sowie seine Potentiale fallen dabei je nach Branche sehr unterschiedlich aus. So dominiert in der produzierenden Industrie im Zuge der Wertschöpfungskettenoptimierung die Kommunikation von Maschine zu Maschine, während der Schwerpunkt im Dienstleistungssektor auf der Mensch-Maschine-Kommunikation liegt. Dabei stehen vor allem kundenspezifische Initiativen im Fokus.

Wie ticken die Kunden?


Nach den bedeutendsten Vorteilen gefragt, nannten die Unternehmen vor allem die Möglichkeit, eine differenziertere und präzisere Kundensegmentierung vornehmen zu können. Das IoT verhilft ihnen zu einem besseren Verständnis darüber, wie die Kunden die Produkte anwenden und wie sie insgesamt zur Marke stehen. In dem Maß, in dem das IoT die Vernetzung universell macht, haben die Firmen mehr Chancen, das Verhalten ihrer Kunden genau zu verstehen. Ob es dabei um das bevorzugte Produkt oder um das Verhalten im Straßenverkehr geht, ob es die Wettervorhersage am Wohnort ist oder das Lieblingsrestaurant: Der Kunde und seine Eigenschaften werden zunehmend sichtbar für den Anbieter. Die Daten, auf denen solche Erkenntnisse basieren, müssen durch entsprechende Big-Data-Analysen gewonnen werden. Ist das gelungen, erlauben die Erkenntnisse den Unternehmen, ihre Produkte und Services zielgruppenspezifischer anzubieten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Für Unternehmensverantwortliche geht es darum, ihr Geschäft kundenzentrisch neu zu denken. Es gilt, Produkte und Services in jeder Hinsicht komplett an den Vorteilen für die Kunden auszurichten. Ein personalisiertes Marketing ist hier ebenso elementar wie innovative Dienstleistungsmodelle, die auf dem permanenten Informationsfluss zwischen Nutzer und Anbieter basieren. Wer aber sein Geschäft neu denken muss bzw. will, braucht eine gewisse Sicherheit.

Deshalb wird sich die Kundensegmentierung, die das IoT ermöglicht, schon bald als unverzichtbares Instrument für die Marketing- und Kundenservice-Abteilungen in den Unternehmen erweisen. Ebenso unverzichtbar ist jedoch die Einbeziehung der Manager auf Entscheidungsebene, wenn wirklich alle Chancen des IoT genutzt werden sollen. Denn die Studie hat auch gezeigt, dass die Unterstützung durch die Unternehmensleitung einer der maßgeblichen Faktoren für den Erfolg entsprechender Projekte ist.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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