Neue Wege der Zusammenarbeit

ISDN geht, Voice over IP kommt

Spätestens 2018 soll ISDN nur noch Platz in den Geschichtsbüchern finden. Deshalb sind Unternehmen zum Handeln aufgefordert, wenn sie auch zukünftig mit ihren Kunden, Partnern und Mitarbeitern kommunizieren möchten. Der Umstieg auf Voice over IP ist dabei allerdings nicht zu unterschätzen.

Team an einem Tisch

Eine Videokonferenz ist so einfach einzurichten wie ein Telefonat und mit den weiteren Zusatzfunktionen entsteht ein virtuelles Büro, in dem sich alle Teilnehmer sozusagen am Bildschirm treffen.

1979 war ein historisches Jahr für die Telekommunikation in der Bundesrepublik: Der Monopolist Deutsche Bundespost beschloss die Einführung der Digitaltechnik in die bis dahin elektromechanische Vermittlungstechnik. Das Ziel des neuen sogenannten „Inte­grated Services Digital Network“ – kurz ISDN – war eine aus damaliger Sicht großartige Vision: die Vereinigung der bis dato getrennten Dienste von Telefonie, Fax, Fernschreiber und anderen Datenübertragungen in einem einzigen Netz. Zehn Jahre später wurde ISDN bundesweit eingeführt.

Doch es liegt in der Natur der technologischen Entwicklung, dass sie – gerade erst ausgereift – schon wieder hoffnungslos veraltet ist: Mit der Geburtsstunde des Internets 1989 – vier Jahre vor dem Abschluss der flächendeckenden ISDN-Einführung in Deutschland – wurde der Grundstein für die neue Integration aller Kommunikationsdienste über das Internet Protocol (IP) gelegt. Ähnlich wie bei ISDN ging es dabei im Grunde um die Integration bis dato getrennter Dienste, nämlich um die Zusammenführung von Sprache, Daten und Video. Ein separates Telefonnetz wird dadurch überflüssig.

Vollständige Umstellung unabdingbar


Seit 2013 ist die Deutsche Telekom mit der vollständigen Ablösung des ISDN-Telefonnetzes durch eine moderne Internetlösung befasst. Es ist davon auszugehen, dass ISDN spätestens 2018 nur noch Platz in den Geschichtsbüchern findet. Zahlreiche Großkonzerne sind bereits dazu übergegangen, ihre Lieferanten aufzufordern, auf Voice over IP (VoIP) umzusteigen. Die Firmen sollten den Ablösungszwang als Chance begreifen und die Umstellung zügig vorantreiben. Denn gerade bei Unternehmen mit Hunderten oder gar Tausenden international verteilten Anschlüssen darf der Aufwand für den Wechsel nicht unterschätzt werden.

Vor allem gilt es, frühzeitig den richtigen Anbieter zu identifizieren. Viele Cloud-Anlagen bieten keine Verschlüsselung, können keine Faxe verarbeiten und kennen keine automatische Überwachung gegen Gebührenmissbrauch – um nur drei Beispiele zu nennen, die einen detaillierten Vergleich der Angebote angeraten lassen. Für die Umstellung von ISDN auf VoIP sprechen neben Kosteneinsparungen vor allem auch neue Anwendungsfelder, Funktionen und die Integration mit anderen Kommunikationsformen sowie höhere Flexibilität.

Allerdings erfordert die Umstellung auf VoIP-Telefonie, wie sie etwa Toplink anbietet, von der Unternehmens- bzw. Abteilungsleitung einige grundlegende Entscheidungen. Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob die entsprechende Firma ihre Anlage weiterhin in Eigenregie betreiben oder möglicherweise die Telefonie in eine externe Cloud verlagern möchte. Für den Eigenbetrieb spricht die höhere Unabhängigkeit von Dritten, dagegen im Allgemeinen die Kostenbetrachtung. In der Regel ist die Cloud-Lösung kostengünstiger als der Betrieb einer ­eigenen Anlage. Die ansonsten notwendigen Investitionen in eine eigene Telefonanlage entfallen völlig. Die Cloud-Telefonanlage wird extern gehostet und der Anbieter übernimmt Updates und Wartungsaufgaben.

Deutscher Datenschutz ist unerlässlich


Ist die Entscheidung für die Cloud gefallen, stellt sich die weitere Frage, ob man wirklich nur telefonieren will oder ob nicht besser gleich moderne Kommunikations-Tools wie Videotelefonie, Online-Meetings, Dokumenten- und Desktop-Sharing, Webinare und Chats einbezogen werden. Dann sollte man statt von einer Telefonanlage besser von einer Kommunikationslösung für virtuelle Zusammenarbeit sprechen. Dabei ist es gleichgültig, über wie viele Standorte die Teilnehmer verteilt sind.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die neuen Möglichkeiten der virtuellen Kommunikation ebnen neue Wege der Zusammenarbeit. Eine Videokonferenz ist so einfach einzurichten wie ein Telefonat und mit den weiteren Zusatzfunktionen entsteht ein virtuelles Büro, in dem sich alle Teilnehmer sozusagen am Bildschirm treffen. Die bisherige Notwendigkeit, dass alle beteiligten Personen zur selben Zeit am gleichen Ort sind, entfällt. Unternehmen, die an allen Standorten bzw. über ihre gesamte IT hinweg auf eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur bauen, verschaffen sich einen weiteren Vorteil: Interne Gespräche sind weltweit nicht nur lückenlos verschlüsselt, sondern obendrein kostenfrei. Unabhängig davon, welcher VoIP-Provider zum Einsatz kommt, sollten Firmen streng darauf achten, dass der Anbieter das Hosting in einem deutschen Rechenzentrum garantiert, um zu gewährleisten, dass die gewählte Lösung in vollem Umfang der in Deutschland und Europa geltenden Datenschutzgesetzgebung genügt.

Bildquelle: iStock/vm

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