Zusammenarbeit von Fachbereich und IT

IT für agile Unternehmen

Kaum ein Motivationsfaktor ist so hoch wie die Aussicht auf Erfolg. Für die IT bedeutet dies langfristige Nutzerzufriedenheit, d.h. eine hohe Akzeptanz der bereitgestellten Lösungen bei den Fachbereichen. Die Frage ist: Wie erreicht man diese Akzeptanz und damit die effiziente Zusammenarbeit von Fachbereich und IT? Agile Methoden und Strukturen können helfen.

Mit agilen Methoden kann die IT den Anforderungen der Fachbereiche entsprechen.

Von den Anwendern freigegebene Fachkonzepte, die von der IT konkret umgesetzt werden sollen, scheinen nicht immer den gewünschten Erfolg zu erzielen. Vielleicht liegt das Problem oft gerade dort, denn das Fachkonzept ist Teil eines gewissen methodischen Vorgehens, das möglicherweise einer ernsten Prüfung unterzogen werden sollte. Es gibt klare Indizien dafür, dass eben dieses Vorgehen in vielen Fällen bereits der Grund für diverse Probleme ist – mag es für sich und rein formal auch noch so sauber ausgeführt werden. Es verfehlt in einem dynamischen Umfeld grundsätzlich die übergeordnete Anforderung der Agilität.

Agilität als oft verfehlte Meta-Anforderung

Hört man in der IT das Wort „Anforderungen“, denkt man klassischerweise an Fachkonzepte oder Lasten- und Pflichtenhefte. Darin sind alle Anforderungen enthalten, die der Fachbereich als „Kunde“ der IT an diese stellt. Im Sinne einer statischen Lösung, die auf eine lange Lebensdauer und ein stabiles Verhalten ausgelegt ist, trifft dies auch durchaus zu. Doch dies umfasst nur einen gewissen Prozentsatz aller geforderten oder möglichen IT-Lösungen. Das Analystenhaus Gartner unterteilt im Sinne seiner „Pace Layered Architecture“ Systeme ein in drei Stufen der Änderungsgeschwindigkeit:

  • Systems of Record, also IT-Systeme mit langer Lebensdauer und langsamer Veränderung, die daher auch bei vielen Unternehmen ähnlich sind.
  • Systems of Differentiation, das heißt IT-Systeme mit mittel schneller Veränderungsrate, welchen den differenzierenden Kern des Unternehmens ausmachen.
  • Systems of Innovation, sprich IT-Systeme mit kurzer Lebensdauer oder hoher Veränderungsrate, welche opportunistisch der agilen Marktsituation folgen.


Laut Gartner steigt der Bedarf nach Agilität in Richtung der differenzierenden und innovativen IT-Systeme. Hier findet wiederum aufgrund der hohen Agilität die meiste Interaktion zwischen Fachbereich und IT statt. Auf den agilen Ebenen erfährt die IT die größte Wahrnehmung, hier entstehen seitens des Fachbereichs die positiven wie negativen Metaphern für die IT, wie beispielsweise „Business Enabler“ oder auch „Flaschenhals des Unternehmens“. Der Erfolg im agilen Bereich ist daher für die Wahrnehmung des Gesamterfolges einer IT-Abteilung ungemein wichtig. Somit lohnt es sich, neue Ansätze auszuprobieren, welche neben allen anderen Anforderungen insbesondere auch die Meta-Anforderung der Agilität erfüllen. Die stufenweise Planung und Implementierung mehr oder weniger statischer Systeme nach Vorgehen im Wasserfallmodell verfehlt bereits an sich diese in dem Fall wichtigste Anforderung. Wie aber erreicht man die erfolgreiche Umsetzung von Agilität?

Erfolgsfaktoren für ein agiles Umfeld

Agile Situationen kennzeichnen sich durch eine hohe Komplexität, knappe Terminierung sowie einen hohen Grad an unbekannten Faktoren. Dies bedeutet, dass die reelle Komplexität nicht durch eine komplexe Erfassung künstlich aufgebläht werden darf, kaum Zeit für lange Planungsphasen besteht und Pläne sowieso kaum Sinn sind, da sich sowieso alles noch ein paar Mal ändern wird.

Hier wäre es aus Sicht der Fachanwender wünschenswert, einen viel direkteren Hebel anzusetzen. Und nicht wie bisher ihre IT-Lösungen über Projekte mit Fachkonzepten und später mit Änderungsanfragen zu erstellen und anzupassen. Denn dieses Vorgehen ist im agilen Umfeld oft von so wenig Erfolg gekrönt, dass den Fachanwendern nicht selten schon bei Projektbeginn die Motivation fehlt, sich vollständig einzubringen. Dies ist verständlich, fühlt man sich doch durch die Gesamtsituation oftmals an eine nicht für jeden angenehme Mathematikklausur erinnert. Dafür sorgen fremdartige Begriffe, abstrakte Symbole, komplexe Notationen und die Tatsache, dass ein abgesegnetes Fachkonzept fast so wenig nachträgliche Geistesblitze und Änderungswünsche aufnimmt, wie ein abgegebener Klausurbogen.

Da die Fachanwender Anforderungen oft selbst nicht genau kennen und sich diese im agilen Umfeld auch schnell ändern können, wünscht man sich vielmehr leicht veränderbare Lösungen, die man stets ohne große Mühe anpassen kann. Somit wäre es möglich, sich der amorphen Situation langsam anzunähern und ein wenig in der Praxis zu experimentieren. Neben der Änderbarkeit wäre es noch wünschenswert, dass sich die Geschäftslogik der Lösungen in einer Form darstellen ließe, welche für jeden leicht verständlich ist. Nur so können Fachanwender ihre Lösungen erfolgreich den sich stets ändernden Gegebenheiten kontinuierlich und effizient anpassen.

Einbindung der Fachanwender

Eine Lösung für die oben genannten Anforderungen sind etwa aus service-orientierten Architekturen bekannte Konzepte verteilter Systeme, das Konzept der Isolation von Komplexität und des „Loose Coopling“, sowie eine strikte formale Theorie für die Formalisierung der Geschäftslogik. Diese ist idealerweise so intuitiv zu verstehen wie natürliche Sprache. Damit wird endlose Änderbarkeit bei geringer Impact Domain und eine leichte Verständlichkeit erreicht. Der Anbieter Metasonic geht diesen Weg und will so die Grenze zwischen Prototyp und Lösung aufheben. Jeder Akteur im Prozess hat seine eigene Anwendung, die über Nachrichten miteinander kommunizieren und aus der Ich-Perspektive erstellt und geändert werden können. Fachanwender werden so ermutigt, sich voll einzubringen und ihre Lösungen selbst zu gestalten und zu ändern, wann immer es nötig ist.

Am Ende erhalten Unternehmen IT-Lösungen, deren Geschäftslogik von den Benutzern selbst erstellt und geändert werden kann, kaum noch Akzeptanzprobleme. Sie unterstützen somit die Fachabteilungen und führen zum gewünschten Erfolg bei ihren Operationen auf stets agiler werdenden Märkten. Dieser Erfolg und die damit verbundene Motivation übertragen sich schließlich auch wieder auf die IT zurück.

www.gartner.com

www.metasonic.de

Bildquelle: Lise Gagne/iStockphoto

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok