Kommentar von Dr. Volkmar Weckesser, Dekabank

IT für morgen und übermorgen

Die Redaktion von it-director.de befragt regelmäßig hochkarätige IT-Experten, wie sie die Entwicklung der nächsten 1.000 Tage in ihrem Bereich einschätzen. Diesmal berichtet Dr. Volkmar Weckesser, IT-Chef der Dekabank, über den IT-Umbau beim zentralen Asset-Manager der Sparkassen-Finanzgruppe.

Dr. Volkmar Weckesser, Dekabank

Dr. Volkmar Weckesser, IT-Chef der Dekabank

In den nächsten Jahren wird sich die gesamte IT der Dekabank sehr stark verändern. Dies ist eine Antwort und Vorbereitung auf zahlreiche Entwicklungen im technologischen und geschäftlichen Umfeld. Prozesse des Asset-Managements, der Kundeninteraktion im Vertrieb oder auch Handelsprozesse lassen sich durch IT weiter optimieren. Darüber hinaus erweitern wir auch unser Dienstleistungsangebot für die Sparkassen.

Bei der Definition der Richtlinien für den IT-Umbau haben wir intensiv mit den Fachbereichen diskutiert und in einem Partnerschaftsmodell gemeinsam den Änderungsbedarf festgelegt. Hierbei galt es vor allem, abgeleitet aus den fachlich, strategischen Anforderungen, eine flexible, kosteneffiziente und beherrschbare Architektur zu entwickeln.

Kurz: Wir richten die IT-Infrastruktur auf die Anforderungen von morgen und übermorgen aus.

Bei unseren architektonischen Überlegungen haben wir mehrere Handlungsfelder identifiziert. Diese betreffen u.a. auch eine Vielzahl von Eigenentwicklungen, da sie langfristig nicht mit der Flexibilität und Effizienz von frei konfigurierbaren Standardanwendungen mithalten können. Sie sind in der Regel aufwändig zu warten und bieten nicht den heute erwarteten Funktionsumfang und die technologische Basis für die Einbindung in die Gesamtanwendungslandschaft.

In Standardlösungen dagegen fließt durch die Verbreitung bei zahlreichen Banken sehr viel Markt-Know-how ein, und es kann auf technologisches Fachwissen zurückgegriffen werden. Standardlösungen unterstützen eine schnelle und einheitliche Reaktion auf neue geschäftliche Anforderungen, wie beispielsweise regulatorische Änderungen.
 
Ein weiteres Handlungsfeld ist derzeit unsere neue Integrationsinfrastruktur der Technologieanbieter Informatica und Tibco. Sie unterstützt uns dabei, Anwendungen effizient miteinander zu verknüpfen und somit die bisher komplexe Schnittstellenlandschaft beherrschbarer zu machen.

Dies alles bewältigt die Dekabank nicht alleine. Um Synergien zu heben, greifen wir auf das Know-how unseres Partners “Finanz Informatik”, des IT-Dienstleisters der Sparkassen-Finanzgruppe, zurück. Dabei steht die Einführung der neuen IT-Integrationsarchitektur im Mittelpunkt sowie eine Kooperation beim Aus- und Umbau unserer Anwendungen und Rechenzentrumsleistungen. Auch zur zukünftigen Anbindung von mobilen Endgeräten (z.B. iPhone und iPad) ist eine Zusammenarbeit bei der Integration der Dekabank in die App der FI für die Sparkassen-Finanzgruppe geplant.

Als neuen Partner haben wir darüber hinaus T-Systems an Bord geholt. Der Dienstleister hat eine neue Rechenzentrumsumgebung für die Dekabank aufgebaut. Der Betrieb der Geschäftsanwendungen wird dabei vermehrt auf dynamische Plattformen umgestellt. Wir beziehen somit wesentliche Infrastrukturservices nach Bedarf und bezahlen nach Verbrauch. Dadurch können wir die Kosten gegenüber dem heutigen Betrieb deutlich verringern.

Auch die Hardware-Basis der Dekabank ändert sich, um die neuen Anwendungen und Services überhaupt erst zu ermöglichen. Dafür führen wir eine völlig neue Client/Server-Umgebung ein. Unsere Hardware-Ausstattung war ohnehin zu einem großen Teil am Ende ihres Lifecylcles angelangt. Deshalb werden vor der Hauptarbeit beim Umbau der IT-Infrastruktur auch die gesamte Basis aus Arbeitsplatzrechnern und ein Großteil der Server ausgetauscht. Die Arbeitsplätze erhalten aktuelle Software-Installationen aus Windows 7 und Office 2010 sowie neue Telefone mit VoIP-Technik.

Im Laufe der nächsten Jahre werden wir die Anwendungen für das Backoffice Schritt für Schritt ablösen. Die Änderungen betreffen sehr viele Mitarbeiter. Sie werden die Umstellung mit unterschiedlicher Intensität bemerken. Bei einigen ändert sich die Hardware am Arbeitsplatz komplett, bei anderen zusätzlich die Systeme und die Prozessabläufe. Die Dekabank investiert in einem Vier-Jahres-Zeitraum noch einmal insgesamt das IT-Budget eines Jahres.

Die durch den IT-Umbau erzielten Effizienzgewinne sind enorm. Bei der Gestaltung der neuen IT-Architektur haben wir in erster Linie auf die Flexibilität, Zukunftsfähigkeit (Releasefähigkeit) und Systemstabilität (Verringerung von Ausfallrisiken) geachtet. Letztlich wird die gesamte IT dadurch auch kosteneffizienter.

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