DevOps-Methode ist neutral: Interview mit Justin Vaughan-Brown, CA

Kein Big Bang in der Software-Entwicklung

Interview mit Justin Vaughan-Brown, Senior Market Strategist Application Delivery bei CA Technologies, über kürzere Releasezyklen im Rahmen des Software-Lebenszyklus

Justin Vaughan-Brown, CA Technologies

Justin Vaughan-Brown, Senior Market Strategist Application Delivery bei CA Technologies

IT-DIRECTOR: Herr Vaughan-Brown, inwieweit können mithilfe von DevOps gegenüber der klassischen Software-Entwicklung Zeit und Kosten gespart werden?
J. Vaughan-Brown:
DevOps verfolgt einen gegensätzlichen Ansatz zum klassischen „Big Bang“ mit ein oder zwei großen Releases im Jahr. DevOps priorisiert häufigere und kleinere Releases, die das Kundenerlebnis direkt und sofort verbessern können. Dies nennt man auch „Continuous Delivery“. Man kann es ungefähr damit vergleichen, jede Woche viele massenproduzierte kleine Autos herzustellen, anstatt ein oder zwei handgefertigte große Limousinen im Jahr.

IT-DIRECTOR: Für welche Anwendungstypen oder für welche Programmiersprachen eignet sich die Nutzung von DevOps besonders?
J. Vaughan-Brown:
DevOps ist neutral – prinzipiell geht es um zwei abgetrennte Bereiche der IT-Organisation, die enger zusammenarbeiten. Ist es möglich, die Kommunikation und Kooperation zu etablieren, ist die Sprache der Entwickler irrelevant.

IT-DIRECTOR: Welche Tools sollte man am besten nutzen? Welche kann man eher vernachlässigen?
J. Vaughan-Brown:
Es gibt viele verschiedene Technologiearten, die DevOps unterstützen. Die wichtigste ist wahrscheinlich „Release Automation“, welche Anwendungs-Software-Artefakte über verschiedene Entwicklungs- und Produktionsstufen von Releases hinweg fördert. Zudem bietet sie Versionierung, um sich bewegende, zugehörige Anwendungsapplikationen zu unterstützen, darunter die Konfiguration von Informationen und Daten innerhalb des Anwendungslebenszyklus. Dies gewährleistet Konsistenz in Umgebungen und reduziert Produktionsfehler, die während der Konfiguration entstehen. Generell beschleunigt „Release Automation“ langsame, fehleranfällige und personalisierte manuelle Aufgaben und verwandelt diese in einen wiederholbaren und transparenten Prozess.

IT-DIRECTOR: Wie verlaufen üblicherweise die Software-Tests im Rahmen eines DevOps-Konzepts?
J. Vaughan-Brown:
Der wichtigste Unterschied ist, dass Testprozesse bereits während des Software-Entwicklungs-Lebenszyklus durchgeführt werden und nicht erst zu spezifischen, definierten Punkten. Eine wichtige Komponente des DevOps-Ansatzes ist „Continuous Integration“ – eine Software-Engineering-Praxis, bei der isolierte Änderungen sofort getestet und gemeldet werden, sobald sie zu einer größeren Codebasis hinzu gefügt werden. Defekte werden somit früher identifiziert, also, zu einem Zeitpunkt, zu dem sie günstiger und einfacher zu korrigieren sind. Ein Beispiel: Eingebundene Tests finden üblicherweise spät am Tag statt. Im Rahmen dessen gibt es eine grundsätzliche Wahl, den Einsatz aufgrund entdeckter Fehler zu verschieben oder limitierte Tests durchzuführen, die die Defekte riskieren, die während der Produktion entstehen. Bei einer DevOps-Methode würde das integrierte Testen bereits mehrere Stufen vorher stattfinden.

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