Unternehmen fehlt oft nötiges Know-how

KI als Dienstleistung

Unternehmen wollen Künstliche ­Intelligenz (KI) dazu nutzen, um Automatisierungsprozesse voranzutreiben, die ­Compliance zu verbessern oder Kosten zu sparen. Allerdings fehlt ihnen selbst oftmals das notwendige Know-how, um die Technologien erfolgreich einzusetzen. Externe Dienstleister können hier weiterhelfen, wie Kalyan Kumar B, CTO bei HCL Technologies, erklärt.

Kalyan Kumar B, CTO bei HCL Technologies

Kalyan Kumar B, CTO bei HCL Technologies

IT-DIRECTOR: Herr Kumar B, laut IDC umfasste der Markt für KI im letzten Jahr zwölf Mrd. US-Dollar, bis zum Jahr 2021 sollen es rund 58 Mrd. US-Dollar sein. Welches Potential haben KI-Dienstleistungen?
Kumar B:
KI verändert die Art und Weise, wie wir IT-basierte Lösungen und Services nutzen. Neue technologische Innovationen und innovative Liefermodelle kommen auf den Markt. KI ermöglicht ganzheitliche, IT-basierte Lösungen, die durch firmenübergreifende Kompetenzen getrieben werden. Beim Outsourcing spielen etwa Aspekte wie Kosten, Compliance und Know-how eine große Rolle. KI wird derzeit in verschiedenen Technologien in den Bereichen Automatisierung, Betrieb und Kognition auf Grundlage der Marktanforderungen getestet. Außerdem setzen immer mehr Unternehmen KI-basierte Technologien und Lösungen ein, von daher hat KI-Outsourcing großes Potential. Werden Unternehmen dabei von vertrauenswürdigen Partnern, die über die notwendige Technologiekompetenz verfügen, unterstützt, eröffnet ihnen das Outsourcing großen Nutzen.

IT-DIRECTOR: Für welche Unternehmen ist das Outsourcing von KI attraktiv und nützlich?
Kumar B:
Obwohl KI und verwandte Technologien für jedermann geeignet sind, sind die darunterliegenden Technologien in der Regel auf Skalenszenarien ausgerichtet. Während große Unternehmen darauf abzielen, von KI-Outsourcing kurz- und langfristig zu profitieren, findet der Wandel bei kleineren Unternehmen auf längere Sicht statt. Da die Kosten für Lösungen, KI-Technologien und andere Geräte stetig zunehmen, bringt das Outsourcing von KI für alle Beteiligten große Vorteile.

IT-DIRECTOR: Für welche Bereiche eignet sich KI-Outsourcing?
Kumar B:
KI ist branchenübergreifend einsetzbar – und dies bereits heute. Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, Anwendungsfälle zu identifizieren, die einen maximalen Return on Invest (ROI) liefern. Große Fortschritte gibt es bereits in Bereichen wie Banking, Versicherung und Telekommunikation. Stark regulierte Branchen wie die Biowissenschaften oder in den Bereichen der Arzneimittelforschung, dem Management klinischer Studien und der Arzneimittelsicherheit bietet KI großes Potential. Die Integration des Internet of Things (IoT) und KI wird zudem Auswirkungen auf das verarbeitende Gewerbe und den Energiesektor haben.

IT-DIRECTOR: Was sind die größten Fallstricke beim Outsourcing von Künstlicher Intelligenz und wie sollten Führungskräfte damit umgehen?
Kumar B:
Wenn Unternehmen damit beginnen, KI zu nutzen, geht das nicht selten mit einem Fehlstart einher. Meistens sind dafür drei Schlüsselfaktoren verantwortlich: Erstens sind nicht genügend Daten in hoher Qualität vorhanden, genau diese sind jedoch eine Grund­voraussetzung für den Projekterfolg. Ein weiteres ­Problem entsteht, wenn Künstliche Intelligenz nicht plattformübergreifend verwendet wird.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Der Anschluss an verschiedene ­KI-Plattformen wie IBM Watson und Microsoft KI ermöglicht es, eine breite Palette von Funktionen zu nutzen. Drittens kann und darf Künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für Menschen betrachtet werden. Denn KI lässt sich nicht für Probleme sensibilisieren: KI und Menschen sind komplementär. Unternehmen, die KI nicht mit genügend Weitsicht betrachten, werden zwangsläufig mit Problemen konfrontiert werden. Aktuell befindet sich die Künstliche Intelligenz in einem exponentiellen Wandel, der jedoch schon seit den 1950er-Jahren besteht.

IT-DIRECTOR: Was sagen Sie zu dem Vorwurf, Künstliche Intelligenz vernichte Arbeitsplätz?
Kumar B:
Diesen Einwand hört man immer wieder. Allerdings gibt es mittlerweile eine Reihe von Studien, die belegen, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Gartner prognostiziert, dass die Künstliche Intelligenz bis 2020 mehr Arbeitsplätze schaffen wird, als sie vernichtet. Denn KI ergänzt den Menschen bei seinen Tätigkeiten, sie ersetzt ihn nicht. Es werden sogar viele neue Stellen geschaffen. Denn damit KI funktioniert, benötigen Unternehmen beispielsweise Dateningenieure, Domänenspezialisten und Anwendungsentwickler – und derzeit haben viele Schwierigkeiten, diese Stellen zu besetzen. Um dem entgegenzuwirken, sind alle gefragt. Unternehmen müssen Möglichkeiten für Umschulungen und Weiterbildungen schaffen und Mitarbeiter sind angehalten, diese auch zu nutzen.

Bildquelle: HCL

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