Wie Marc O'Polo ökologischen Anforderungen gewachsen ist

Klimatisierung groß in Mode

Gemeinsam mit einem externen Dienstleister setzte der Modehersteller Marc O´Polo in seinem Rechenzentrum eine moderne Klimatisierung auf, die auch künftigen ökologischen Anforderungen gewachsen ist.

Modespezialist Marc O'Polo setzt auf eine moderne Klimatisierung im RZ.

Modespezialist Marc O'Polo setzt auf eine moderne Klimatisierung im RZ.

Was Trends in der Mode sind, sind Technik und nicht zuletzt gesetzliche Rahmenbedingungen für die IT: Beiden ist gemeinsam, dass sie mit der Zeit gehen. Um den sich stetig ändernden Anforderungen Rechnung zu tragen, hat die Data Center Group, ein Spezialist für physikalische IT-Infrastrukturen, gemeinsam mit dem Modehersteller Marc O´Polo ein Rechenzentrum mit moderner Klimatisierung in Betrieb genommen.

Im Zuge des Projekts entstand die nach Anbieterangaben erste Klimaanlage mit Kaltwassersatz, die als Kühlmittel R718 (Wasser) nutzt. Ziel war es natürliche, ressourcensparende Kältemittel einzusetzen. Eine Innovation für Rechenzentren mit einer Kälteleistung von 15 bis 35 kW. Denn: Wasser wurde als Kältemittel bislang nur in großen Megawattbereichen eingesetzt. Solche Turbinen arbeiten im Leistungsbereich von 2.000 kW. So ist die Anlage von Marc O´Polo kompakt, effektiv, ökologisch und zukunftsfähig. Mit Aussicht auf die F-Gase-Verordnung, die ab dem Jahr 2030 bestimmte Kältemittel für neue Klimaanlagen verbietet, wird hier bereits jetzt alternatives, auch künftig zugelassenes Kältemittel genutzt.

Eine Besonderheit der Anlage liegt in der im Kaltwassersatz integrierten, freien Kühlung. Dadurch kann sie sowohl frei kühlen als auch im reinen Verdichte- oder Mischbetrieb arbeiten – sogar zweistufig, infolge zweier Turboverdichter, die gegebenenfalls hintereinander den Wasserdampf verdichten. Diese Turboverdichter wurden eigens für die Anlage entwickelt, geprüft und getestet. Darüber hinaus wurde die gesamte Anlage auf Energieeffizienz ausgelegt. So sind nicht nur beispielsweise Druckverluste, Rohrleitungen oder Wärmetauscher minimiert. Auch Rückkühler, Kaltwasser- und Kühlwasserpumpen sind durch den hohen Wirkungsgrad sehr leistungsfähig. Im Inneren des Rechenzentrums wurden Sidecooler montiert. Durch einstellbare Ventilatoren konnte zudem eine Soll-Wert-Verschiebung integriert werden. Entsprechend regulieren die Sidecooler bei wenig Leistung im Inneren den Sollwert des Kaltwassersatzes im äußeren Bereich, wodurch er effektiver wird.

Um einen komplizierten Umbau der Löschanlage zu vermeiden, wurde ein Kaltgangsee aufgebaut. Im Gegensatz zu einer Kaltgangeinhausung handelt es sich dabei um einen Bereich, der nach oben geöffnet ist. Die Anlage wird reguliert, indem im Server-Bereich die Kaltluft liegt und nur ein wenig darüber hinausströmt. Wie bei Kaltluft in einem See wird auf diese Weise ein Luftvolumenstrom erzeugt. Eine spezielle Wasseraufbereitung regelt die Wasserfiltration des Kaltwasser- und Kühlwasserkreislaufs, indem sie dem Kühl- und Kaltwasser reines Monoethylenglykol beimischt, damit der ph-Wert über den Filter optimal geregelt werden kann. Da Kaltwasser schwitzt, sind die kompletten Rohrleitungen zur Korrosionsvermeidung aus Edelstahl gefertigt. Grundieren und Streichen wird damit überflüssig.

Staatlich gefördertes RZ-Projekt


Drei Klimaspezialisten der Data Center Group haben die Anlage im laufenden Betrieb innerhalb von vier Wochen vollständig aufgebaut. „Der Anbieter hat uns durch die professionelle Konzeptionierung und Umsetzung einer Backup-Lösung für eines unserer Datacenter überzeugt. Dabei schätzen wir den Dienstleister als Partner für die Betreuung, Wartung, Instandhaltung und den Service unserer drei Rechenzentren“, erklärt Ingo Kessler, Leiter IT Service & Network Engineering bei Marc O´Polo.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Klimatisierung wurde als Feldversuch gestartet. Eine Kooperation, von der beide Partner profitieren. Während Marc O´Polo die Klimaanlage zwei Jahre kostenfrei nutzen kann, kann der Rechenzentrumsspezialist die hocheffiziente Klimatisierung gleichzeitig im Feld erproben. Aufgrund des Innovationsgrads wird das Projekt außerdem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Dafür wird der komplette Stromverbrauch der Klimakomponenten mit einem speziellen Messgerät überwacht, erfasst und dokumentiert. Die Daten werden für fünf Jahre gespeichert und der BAFA zur Verfügung gestellt.


Über Marc O´Polo

1967 in Stockholm als kleiner Betrieb gegründet, ist das Unternehmen heute in Deutschland beheimatet und in über 30 Ländern vertreten. Weltweit beschäftigt man knapp 2.000 Mitarbeiter. Die Marke Marc O´Polo gilt als Inbegriff hochwertiger Casual Wear, wobei man hohe Ansprüche an die Qualität der Produkte stellt – von den Materialien über das Design bis zur Umsetzung.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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