Vollständig digitales MDK-Prüfverfahren

Klinikum digitalisiert seine Prozesse in der Kommunikation

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat klinikweit einen hohen Digitalisierungsgrad erreicht und spart Ressourcen dank der Kommunikationsplattform IHE Box der Firma März.

Der MDK hat ein großes Interesse am standardisierten Datenaustausch.

Der MDK hat ein großes Interesse am standardisierten Datenaustausch.

„Um die Potentiale vollständig auszuschöpfen, wollen wir die Kommunikation mit möglichst allen Stakeholdern komplett digitalisieren“, sagt Laila Wahle, Klinikmanagerin des Akutkrankenhauses der Regelversorgung mit 351 Betten. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nord in Hamburg ist der erste Partner außerhalb des Hauses, mit dem das gelingen soll. „Der MDK hat selbst ein großes Interesse am standardisierten Datenaustausch und unterstützt das Vorhaben sehr“, so Wahle.

Als Kommunikationsplattform für die bidirektionale Kommunikation fungiert die IHE Box des Essener IT-Dienstleisters März Network Services. IHE steht für Integrating the Healthcare Enterprise und ist eine Initiative von Anwendern und Herstellern mit dem Ziel, den Datenaustausch zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen auf Basis definierter Transaktionsprofile zu standardisieren und zu harmonisieren. Die IHE Box ist so gestaltet, dass sie beliebig viele Informationssysteme in den Datenaustausch integrieren kann und so die üblichen Schnittstellenproblematiken löst.

„Vor vier Wochen haben wir den Betrieb aufgenommen und sind dabei, die neuen Abläufe zu etablieren“, sagt die Klinikmanagerin, die sich von der Lösung Einsparungen an Zeit und Geld verspricht. Bisher kam der MDK ins Krankenhaus Reinbek. Man hat sich die Fälle im KIS gemeinsam an einem speziellen Arbeitsplatz angeschaut, der MDK hat die Akte per Fax angefordert, die dann in der Klinik aus den IT-Systemen heraus ausgedruckt und per Post oder Kurier an den MDK geschickt wurde. Der hat sie dann wieder eingescannt und geprüft.

Mit der IHE Box schickt der MDK seine Prüfanzeige bereits digital über die neue Plattform. „Unsere zuständigen Mitarbeiter bekommen eine Nachricht, dass die Anzeige vorliegt, und stellen dem MDK die geforderten Unterlagen als PDF direkt über die Plattform zur Verfügung. Durch die direkte Kopplung an die digitale Patientenakte funktioniert dieses schnell, einfach, ohne Größenbeschränkung und in Echtzeit. Das reduziert die Bearbeitungszeit und stellt die Vollständigkeit der Dokumente sicher“, so Wahle.

Der MDK kann die Unterlagen nun direkt in das hauseigene Archivierungssystem übernehmen, heißt es. Die IHE Box gewährleiste eine sichere, ende-zu-ende-verschlüsselte Datenübertragung und die Einhaltung aller Datenschutzanforderungen. Entsprechend zufrieden zeigt sich Lutz Remshardt, Abteilungsleiter Service/IT beim MDK Nord: „Mithilfe der Lösung können wir die Prozesse ‚Prüfanzeigenversand/Gutachtenversand‘ und ‚Unterlagenempfang‘ zum größten Teil in der Dunkelverarbeitung abarbeiten, d.h. ein Großteil der Prozesse verläuft vollautomatisiert. Dies hilft nicht nur Ressourcen einzusparen, sondern auch Kommunikationsverluste durch Postversand und manueller Bearbeitung zu reduzieren. Das erhöht die Effizienz der Zusammenarbeit deutlich.“

Bildquelle: Getty / iStock / Getty Images Plus

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