Interview mit Thomas Müller, Solcom

Know-how nach Bedarf

Interview mit Thomas Müller, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Solcom Unternehmensberatung GmbH, über die Besetzung von Projekten mit ­externen IT-Experten

Thomas Müller, Solcom

Thomas Müller, Solcom

IT-DIRECTOR: Herr Müller, Ihr Unternehmen fungiert als IT-Personaldienstleister und stellt Unternehmen IT-Fachleute projektweise zur Verfügung. Können CIOs ihre Aufgaben nicht mehr ohne externe Hilfe lösen?
T. Müller:
Der Einsatz externer IT-Spezialisten gehört für die meisten deutschen Unternehmen zum Standard. Jedes zweite setzt regelmäßig auf die zeitweise Unterstützung durch externes Personal. Weitere 30 Prozent integrieren Externe fest in die IT-Planung. Die IT nimmt dabei immer noch die Vorreiterrolle ein, da ihre Anforderungen aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts und der Vielzahl an Leistungsbeziehungen ständig neues Know-how sowie praktische Erfahrung erforderlich machen. Beides kann von Unternehmen zumeist nicht vorgehalten werden, da es nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird. Somit ist der Einsatz externer Spezialisten vielmehr eine zeitlich begrenzte Ergänzung der eigenen Ressourcen und ein wichtiger Innovationsfaktor.

IT-DIRECTOR: Bei welchen Problemstellungen wird Ihr Personal engagiert?
T. Müller:
Klassisch werden unsere Dienste bei Belastungsspitzen bzw. der schnellen Überbrückung von Ressourcenengpässen in Anspruch genommen. Aber auch der Wegfall bürokratischer Hürden, geringere Kosten und Einarbeitungszeiten sowie die hohe Umsetzungsgeschwindigkeit sprechen dafür, externes Personal einzusetzen. Zudem leiden viele Unternehmen unter fehlender Flexibilität und Mobilität der festangestellten Mitarbeiter. Lösen lässt sich dies oftmals nur durch den Unternehmer als Person – sprich den Freiberufler.

Eine Entlastung ergibt sich durch externe Spezialisten demnach immer dann, wenn Lastspitzen abgedeckt werden müssen, zusätzliches Know-how benötigt wird oder etwa Reisetätigkeiten notwendig werden und es unbequem bzw. politisch nicht opportun ist, dies anzuordnen.

IT-DIRECTOR: Kooperieren Sie mit anderen ­Anbietern wie Systemhäusern oder Zeit­arbeitsfirmen?
T. Müller:
Nein, vielmehr grenzen wir uns von diesen klar ab. Wir arbeiten bei der Leistungserbringung ausschließlich mit freiberuflichen Mitarbeitern. Somit sind wir in der Lage, Experten aus einem Portfolio von über 50.000 Profilen über alle Branchen und Technologien hinweg zu qualifizieren – und zwar hinsichtlich der gesamten Klaviatur der technischer Expertise. So können wir jederzeit die exakt passende Fähigkeit für die jeweilige Aufgabenstellung des Kunden bereitstellen. Eine Vorgehensweise, die mit dem Zeitarbeitsmodell nicht bedient werden kann, da sich hochqualifizierte Spezialisten bewusst gegen ein klassisches Beschäftigungsmodell entscheiden – sei es aufgrund der besseren Verdienstmöglichkeiten oder der individuellen Freiheit, die sie dadurch genießen.  Auch Systemhäuser stellen oftmals keine wirkliche Alternative dar, da die zu vermittelnden Ressourcen auf den eigenen Mitarbeiterstamm begrenzt sind.

IT-DIRECTOR: Inwieweit schließen Sie Werkverträge mit ­Ihren Kunden ab?
T. Müller:
Je nach Aufgabenstellung geht es oft nur um die Erfüllung klar definierter Pflichtenhefte, also der Abarbeitung bestimmter Routinen. Dafür reichen Dienstverträge vollkommen aus. Geht es aber beispielsweise um die Anfertigung von Projektdefinitionen oder die Durchführung von Testläufen, bei denen das Ziel klar definiert ist und das Ergebnis klar bemessen wurde, sind Werkverträge durchaus legitim.

Andere Parameter sind weitaus essentieller, um ein Projekt erfolgreich abzuschließen. Qualität beginnt bereits lange bevor unsere Experten erfolgreich in Kundenprojekte integriert werden. Reibungslose Kommunikation ist für den Erfolg eines Projektes genauso unverzichtbar wie mehrstufige Maßnahmen zur Qualitätssicherung.

IT-DIRECTOR: Warum gibt es in der IT-Branche einen Fachkräftemangel und warum leiden Sie selbst nicht darunter?
T. Müller:
Technisierung ist der Motor der Weltwirtschaft und überall wo Wertschöpfung stattfindet, sind meist IT-Skills gefragt. Und die sind selten, da der hohe Innovationsdruck und die immer kürzer werdenden Produktzyklen Unternehmen zwingen, ausgetretene Pfade zu verlassen und ihr technologisches Spektrum mit zunehmender Geschwindigkeit zu erweitern.

Wir selbst leiden nicht unter diesem Mangel, da hochspezialisierte Fachkräfte oft keine Festanstellung suchen, sondern mit ihrem Know-how-Vorsprung in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern profitieren wollen. Auf diese Weise haben wir ständig Zugriff auf Know-how und einen Überblick über alle am Markt verfügbaren Skills sowie deren Preisgefüge. Unsere Kundenstruktur – d.h. Großunternehmen wie Mittelständler – durchdringt zudem alle Bereiche der Wirtschaft und erweitert unsere technologischee Expertise und Branchenerfahrung.

IT-DIRECTOR: Wie finden Sie geeignete Fachkräfte?
T. Müller:
Wir erhalten viele Initiativbewerbungen. Zudem haben wir über die Jahre hinweg unser Ausschreibungsmanagement perfektioniert. Dieses ermöglicht es uns, offene Positionen über eine Vielzahl an Kanälen binnen weniger Minuten auszuschreiben. Parallel dazu sondieren wir monatlich Tausende eingehende Bewerbungen und erfassen diese systematisch auf Basis interner Systeme, so dass eingehende Projektanfragen passgenau und schnell besetzt werden.

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