Public, Private oder Hybrid Cloud?

Kompatibilität zwischen Cloud-Technologien gewährleisten

Im Interview erklärt Tom Ruban, Vice President of System Engineering EMEA bei Juniper Networks, den Sinn und Zweck verschiedener Cloud-Lösungen für Unternehmen.

Tom Ruban ist Vice President of System Engineering EMEA bei Juniper Networks.

IT-DIRECTOR: Warum könnte es als Unternehmen sinnvoll sein, Public, Private und Hybrid Cloud zu mischen?

Da jedes der drei Cloud-Modelle unterschiedliche Vor- und Nachteile bietet, ist die Einführung einer Cloud-Lösung vor allem von den Zielen und Voraussetzungen des Unternehmens abhängig. Eine Private Cloud wird typischerweise von Unternehmen implementiert, die bereits über ein Rechenzentrum verfügen und die die Auslieferung von Applikationen automatisieren wollen, sodass sie ihre Dienste an den Bedarf ihrer Kunden anpassen können.

Eine Public Cloud wird meistens von Service Providern wie Google, Amazon Web Services oder Microsoft Azure angeboten. Diese Unternehmen bieten Infrastrukturen (IaaS), Plattformen (PaaS) und Anwendungen (SaaS) als Services für Endkunden an, entweder innerhalb einer geographischen Region oder weltweit.

Hybrid Cloud Modelle sind eine Kombination der ersten beiden Cloud-Modelle. Ein Unternehmen könnte ein privates Rechenzentrum nutzen, um Kunden und Mitarbeitern Cloud-Dienste anzubieten und zusätzlich eine Public Cloud von einem der Service Provider verwenden, um die Kapazitäten des eigenen Rechenzentrums zu erweitern. Diese Kapazitäten könnten für neue Applikationen oder eine Segmentierung der Produktion- und Entwicklungsabteilung genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Wie können IT-Manager ihren individuellen Abteilungen helfen, richtig zu beurteilen, welche Daten wo gespeichert werden sollen?

Die Auswahl des richtigen Cloud-Modells hängt von den Bedürfnissen des Unternehmens ab. Falls sich ein Unternehmen über Sicherheitsaspekte oder den Speicherort der Daten Sorgen macht, empfiehlt sich eine reine Private-Cloud-Lösung. Kleine Unternehmen möchten womöglich all ihre Dienste über eine Public Cloud anbieten, sodass hier die Entscheidung von den Kosten und Fertigkeiten abhängt. Manche Unternehmen haben unterschiedliche Zyklen an Netzwerkauslastung, die von saisonalen Aspekten und Stoßzeiten abhängen. Beispiele hierfür sind Einzelhandelsorganisationen oder Finanzdienstleistungen, die ein Modell auswählen, mit dem sie ihr eigenes Rechenzentrum erweitern können, um mit verändertem Bedarf zurechtzukommen. In diesen Fällen bietet sich ein Hybrid Cloud Modell an.

IT-DIRECTOR: Wie kann die Kompatibilität zwischen Cloud-Technologien gewährleistet werden?

Häufig sind sich Kunden unsicher, wie sie sicherstellen können, dass ihre Netzwerkinfrastruktur in der Zukunft erweitert werden kann und mit unterschiedlichen Virtualisierungsstrategien zurechtkommt. Die Wahl der Virtualisierung- oder Orchestrationsplattform stellt unterschiedliche Anforderungen an das Netzwerk des Rechenzentrums. Hierbei ist entscheidend, dass die Architektur flexibel genug ist, diese Anforderungen zu bewältigen, um den ROI aufrecht zu halten.

Juniper Networks investiert in verschiedene Lösungen für Kunden – egal welches Modell sie präferieren. Wir bieten zahlreiche SDN-Lösungen an, die Netzwerkkontrolle und Verwaltung in einer automatisierten, flexiblen und programmatischen Weise erlauben. Unsere "Networks MetaFabric Architektur" vereinfacht und beschleunigt die Aufsetzung und Auslieferung von Applikationen innerhalb von und über mehrere Rechenzentren.  "Networks Contrail" ist eine SDN-Lösung, die Netzwerk-Automatisierung über offene Schnittstellen erlaubt und eine Integration von Automations-, Orchestrations- und Management-Lösungen von Drittanbietern ermöglicht.

IT-DIRECTOR: Was sollten Nutzer bei zukünftigen Migrationen zwischen den unterschiedlichen Cloud-Technologien berücksichtigen?

Unternehmen sollten überlegen, welche Vorteile sie erreichen wollen und welche Veränderungen sie durchführen müssen. Danach sollten sie sich diesen Herausforderungen widmen, um ihre Ziele zu erreichen. Wir glauben, dass auf lange Sicht alles auf Wahlfreiheit, Offenheit und Flexibilität hinausläuft.

Wir befinden uns in der Technologieevolution. Es gibt viele verschiedene Modelle, die gewählt werden können und Unternehmen müssen eine große Anzahl an Lösungen berücksichtigen, entweder von einem einzelnen Händler oder innerhalb einer Multi-Vendor-Umgebung. Letztendlich geht es hier darum, die Agilität der Dienste zu verbessern, die Unternehmen ihren Kunden anbieten. So können diese schnell auf veränderte Marktsituationen reagieren. Fakt ist, dass viele Unternehmen aus allen möglichen Vertical-Bereichen nach Cloud-Lösungen suchen, die entweder Automation ermöglichen oder die Kapazitäten des Rechenzentrums erweitern. Ich erwarte in den nächsten Jahren eine große Anzahl an Rechenzentren, die Private oder Hybrid Cloud Lösungen nutzen.

Letztendlich sollte ein Unternehmen über ein Netzwerk nachdenken, dass flexibel genug ist, zu skalieren und auf Kundenbedürfnisse einzugehen, je nachdem wie hoch der Bedarf ist. Darüber hinaus sollten die Dienste des Rechenzentrums auf alle Kunden erweitert werden, egal wo sie sich befinden.

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