Fundament für die Zukunft

Konzept von Software-defined Storage

Der Ansatz des Software-defined Storage (SDS) ist noch nicht so verbreitet, wie er es eigentlich verdient hätte. Trotzdem tun Unternehmen gut daran, sich mit dem Konzept und den Vorteilen zu beschäftigen.

Fundament

Unter dem SDS-Dach lassen sich Kostenüberlegungen und Performance-Anforderungen miteinander verbinden.

Speichervorgang und Datenmanagement lösen sich  von der Hardware-Basis, die nur noch als ein einzigerRessourcen-Pool behandelt wird. Inkompatible Standards sind passé. Die Storage-Software hält alles zusammen und verteilt die verfügbaren Speicherkapazitäten. So weit das Konzept von Software-defined Storage in aller Kürze. Richtig angekommen beim Kunden ist der Ansatz noch nicht. Anstatt sich mit Hardware, Treibern, Schnittstellen usw. herumzuschlagen, habe man es mit komplizierten Software-Prozessen zu tun – eine Komplexität werde lediglich durch eine andere ersetzt, lautet die vorgebrachte Befürchtung.

Dem liegt ein falsches Verständnis von SDS zugrunde. Es geht nicht um eine Alles-oder-Nichts-Entscheidung, bei der Storage-Strukturen über Bord geworfen werden sollen. Stattdessen muss der Bedarf im Vordergrund stehen, dabei sind folgende Aspekte wichtig:

Skalierbarkeit

Hat es die Fachabteilung mit datenintensiver Projektarbeit zu tun, ist SDS eine sinnvolle Option, weil sich standortübergreifende Datenzugriffe, Zugriffsschwankungen, kurzfristig höhere User-Zahlen oder ansteigende Datenmengen gut mit verfügbarer Management-Software abbilden lassen. Der Storage-Prozess lässt sich mit wenigen Einstellungen so einrichten, dass etwa die leistungsstärksten Speicher-Ressourcen grundsätzlich für das Daten- und Zugriffsumfeld der Fachabteilung reserviert sind und andere Prozesse zumindest temporär mit weniger Durchsatz Vorlieb nehmen müssen. Ist das Szenario nicht mehr relevant, lässt sich der frühere Zustand wiederherstellen.

Ausfallsicherheit

Während in Deutschland die synchrone Datenreplikation hoch im Kurs steht, spielt dieses Konzept in den USA und anderen Weltgegenden eine geringere Rolle. Unternehmen im globalen Business-Kreislauf wissen, was solche unterschiedlichen Auffassungen bei Storage-Architekturen und -Prozessen an Aufwand mit sich bringen. SDS schafft neue Möglichkeiten: Man richtet über die Management-Software ein zweites Rechenzentrum ein und versorgt Prozesse und User, wo es nötig ist, mit Echtzeit-Replikation, während man für alles andere alternative Speicherabläufe ansetzt.

Kostenstruktur

Alleine von den Initialkosten aus betrachtet, ist SDS sicher nicht der günstigste Weg zur Storage-Reform. Der Ansatz greift tief in Prozesse ein, weil er den Anspruch erhebt, die vorhandenen Infrastrukturen auf einer übergeordneten Ebene zusammenzuführen. Die Kostenvorteile zeichnen sich langfristig ab. Entscheidend ist der Aspekt, dass alle Speicherstandards einbezogen werden können.

Noch keine Backup-Standards

Unter dem SDS-Dach lassen sich Kostenüberlegungen und Performance-Anforderungen miteinander verbinden: Die Kopplung von Speicherprozessen und -orten ist aufgehoben, man kann fallbezogen entscheiden, wie das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis realisiert wird, und ist in der Lage, die vorhandenen Kapazitäten auszuschöpfen, anstatt an einer Stelle mit Hardware nachzurüsten, während an anderer Stelle Kapazitäten brach liegen. Obwohl das Angebot an SDS-Lösungen wächst, gibt es Bereiche, in denen der Ansatz noch nicht Fuß gefasst hat. Dazu zählt Backup und Recovery, was daran liegt, dass die gängigen Tools die vielen SDS-Lösungen nicht umfassend unterstützen können. Hier fehlt ein gemeinsamer Standard, der es Herstellern der Backup-Software ermöglicht, ihre Produkte an die Lösungen anzupassen. Erst wenn diese Baustelle behoben ist, ist das Versprechen einer produkt- und technologieübergreifenden, durchgängigen Storage-Welt erfüllt, weiß der IT-Dienstleister Technidata.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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