Additive Fertigung für die Umwelt

Korallenriffe aus dem 3D-Drucker

Eine Umweltorganisation optimiert die Wiederbesiedlung von bedrohten Korallenriffen mit Strukturen aus dem 3D-Drucker.

Keramik-Korallen

Natürliche Strukturen aus dem 3D-Drucker: Die Keramik-Prototypen der zweiten Generation.

Die Vorteile der additiven Fertigung weiten sich auf immer mehr Anwendungsgebiete aus. Neben den allseits bekannten Praxisfällen aus Medizin, Architektur oder Maschinenbau wird das Thema aber auch für den Umweltschutz immer wichtiger. Ein besonders spannendes Fallbeispiel liefert dafür aktuell die Umweltschutz-Organisation Secore (Sexual Coral Reproduction), die sich auf den Erhalt von Korallenriffen spezialisiert hat. Um der zunehmenden Bedrohung der verschiedenen Arten etwas entgegenzusetzen, hat die Organisation ausgefeilte Siedlungsstrukturen entwickelt, die perfekt auf die Bedürfnisse der Lebewesen ausgerichtet sind.

Komplexe Anforderungen

Für Korallen sind vor allem die steigenden Wassertemperaturen ein großes Problem. Die haben unter anderem zur Folge, dass das wichtigste Nahrungsmittel der Organismen – Algen – giftige Moleküle absondert. Die Herausforderung für Secore lag dementsprechend darin, eine Oberflächenstruktur zu entwerfen, die für die Wiederbesiedlung attraktiv genug ist, giftigen Algen aber nicht zu viele Möglichkeiten bietet, sich dauerhaft niederzulassen. Darüber hinaus müssen sich die tetraederförmigen Konstruktionen in den Riffen verhaken und stabilisieren können.

Erste Exemplare im Einsatz

An dem Projekt wird bereits seit dem vergangenen Jahr gearbeitet. Dabei entstanden mit Hilfe eines Designbüros sieben Prototypen, die nun für eine Testphase produziert wurden. »3D-Druck erfordert keine Konstruktionsformen, was die Kosten für Prototypen signifikant reduziert und auch die Gestaltung der Kontur und Oberfläche nicht einschränkt«, erklärt Aric Bickel, Workshop- und Projektmanager bei Secore, in der entsprechenden Mitteilung. Die Einheiten werden nun sowohl von den Partnern aus dem Designbüro als auch von Boston Ceramics produziert – einem Spezialisten für Keramik-3D-Druck aus Massachusetts. Erste Exemplare sind bereits vor Curaçao im Einsatz.

Bildquelle: Andrew Meyer und Andrew Jeffery (Boston Ceramic)

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