Mit dem Digitalisierungstempo Schritt halten

Leerstelle in der neuen Industriestrategie

Europa sucht nach Wegen, um mit dem steigenden Digitalisierungstempo Schritt halten zu können und hat in diesem Zuge eine neue Industriestrategie von der EU-Kommission vorstellen lassen.

Smart Factory

Trends wie Smart Factory und Industrial Internet of Things versprechen neue Dimensionen der Automatisierung.

Die naheliegenden Argumente für eine starke, europäische Industrie fasste der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton dabei folgendermaßen zusammen: „Unsere großen und kleinen Unternehmen sichern Arbeitsplätze, Wohlstand und strategische Autonomie.“ Soweit, so plausibel. Über die besagten Arbeitsplätze wird im Detail aber erstaunlich wenig gesprochen – sind es doch vor allem diese, um die sich viele Industrieangestellte im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung sorgen.

Aktuelle Trends wie die „Smarty Factory“ oder das „Industrial Internet of Things“ versprechen zwar neue Dimensionen der Automatisierung, werden auf lange Sicht aber eben auch Jobs verschwinden lassen – daran dürfte kaum noch ein Zweifel bestehen. Das ist für sich genommen noch kein Grund für Panik, denn natürlich werden durch neue Technologien auch neue Tätigkeitsprofile geschaffen. Trotzdem muss offen darüber gesprochen werden, was aus den Lohnkräften wird, die nicht einfach zum Roboteringenieur, Datenspezialisten oder KI-Architekten umschulen können. Zu diesem Schluss ist nicht zuletzt auch die OECD gekommen, die sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema auseinandersetzt.

Laut einer Studie der Organisation ist hierzulande jeder fünfte Job durch die zunehmende Automatisierung bedroht. Ein überdurchschnittlicher Wert, der u.a auf Deutschlands Rolle im produzierenden Gewerbe zurückzuführen ist und der deutlich zeigt, dass schon bald von der Politik entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Sicher ist, dass die Digitalisierung und Automatisierung traditioneller Industriezweige nicht weniger wird und daher schon jetzt gehandelt werden muss.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok