Paketbutler von Telekom, Feldsechs, DHL und Zalando

M2M-Lösung für Onlineshopper

Die Telekom hat den Ansatz der Maschinenkommunikation M2M jetzt auf ein Problem angewandt, das wohl jeder Online-Einkäufer kennt: Die Bestellung ist meist sehr ­einfach, den Paketboten abzupassen hingegen schwierig. Der „Paketbutler“ soll dieses Dilemma lösen.

Präsentierten in Berlin den neuen Paketbutler: DHL-Geschäftsführer Dr. Thomas Ogilvie (l.) und Dirk Backofen, Marketingleiter Geschäftskunden bei der Telekom.

Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit dem Hersteller Feldsechs, DHL und Zalando eine mobile Lösung für die Paketannahme entwickelt. Der Hintergrund: Im Jahr 2022 sieht das Telco-Unternehmen ein Marktpotential für M2M und Industrie 4.0 von rund 70 Mrd. Euro. Eines der ersten Beispiele dafür ist Strype, ein digitales Siegel in Form eines Klebestreifens, das per App einen Alarm auslöst, wenn sich der Streifen dehnt oder zerrissen wird. Damit könne sich theoretisch jeder seine Alarmanlage selbst basteln, konstatiert Dirk Backofen, Marketingleiter Geschäftskunden bei der Telekom. Auch Bag2Go, ein Reisekoffer mit GPS-Sender von Rimova, Airbus und der Telekom ist eine Anwendung, bei der Maschinen automatisiert kommunizieren. Doch nun will das TK-Unternehmen auch Onlineshopper mittels M2M von einem alten Problem befreien.

„51 Millionen Menschen sind online, nur 15 Prozent von ihnen kaufen nicht online ein. Was fehlt dem Onlineshopping als Erlebnis? Ich kann mein Paket bekommen, wann ich will, auch wenn ich nicht zuhause bin“, erklärt Dr. Reimer Hintzpeter von der Feldsechs Service Gesellschaft mbH die Überlegungen hinter der Paketbox. „Warum ist das Empfangen von Paketen nicht so einfach wie Briefe zu empfangen?“, bringt DHL-Geschäftsführer Dr. Thomas Ogilvie die Frage auf den Punkt. Immerhin gebe es erst seit 1956 Briefkästen, und deren Nutzung habe sich auch erst nach und nach durchsetzen müssen. Heute ist der Job der Logistiker nur dann erfolgreich abgeschlossen, wenn es gelingt, „den magischen Moment der Paketübergabe nach dem individuellen Bedürfnis des Kunden zu orchestrieren“, wie Ogilvie es formuliert. Verlockend für den Kunden dürfte auch die sogenannte „Rückwärts­logistik“ sein. Wenn der Artikel nicht gefällt, lässt sich damit der nervige Weg zur Postfiliale sparen.

An die Sicherheit hat der Hersteller nach eigenem Bekunden ausreichend gedacht. Mit einem flexiblen Band aus nicht zerreißbaren Metallstreifen wird die Box zwischen Türzarge und Tür eingehakt, mitnehmen kann man sie also nicht ohne weiteres. Produziert wird der Paketbutler aus reiß- und feuerfestem Stoff; wenn er nicht gebraucht wird, kann er klein zusammengefaltet aufbewahrt werden. In voller Ausdehnung gehen auch größere Pakete hinein. Den Chip, um das Gerät zu öffnen, haben nur der Zusteller und der Eigentümer der Paketbox. Sobald das Paket zugestellt wurde, wird automatisch eine SMS an den Empfänger gesendet. Wenn eine Ware retourniert werden soll, wird DHL ebenfalls über eine Nachricht informiert, dass ein Paket abzuholen ist.

Nachdem Anfang 2015 ein Feldversuch mit 200 Zalando-Kunden gelaufen ist, soll die Paketbox auf breiter Basis verfügbar sein. Doch ganz billig ist das neue Verfahren nicht: Der Paketbutler kann entweder für knapp 100 Euro gekauft oder gegen eine geringe monatliche Gebühr gemietet werden.

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