Digital Asset Management

Mehr Dynamik in der Planung

Die Digitalisierung stellt die Art und Weise, wie Enterprise-Software in Deutschland ausgewählt wird, auf den Kopf. Anstelle starrer Anforderungsprofile rücken flexible, nutzerzentrierte Entscheidungen in den Vordergrund.

Teambesprechung

Marketingteams stehen heutzutage wegen der Menge an Inhalten vor der Herausforderung den Überblick nicht zu verlieren.

Unternehmen aus den USA tendieren schon länger – auch bei ambitionierten Projekten – eher zu Software-as-a-Service- sowie Cloud-Lösungen als zu individualisierten Eigenbauten. In der DACH-Region hingegen wird Enterprise-Software nach wie vor eher exakt nach den unternehmenseigenen Anforderungen konzipiert. Ausschlaggebend für die bevorzugte Vorgehensweise ist einerseits die Mentalität der Entscheider, andererseits sind es auch branchenübergreifende, zunehmend dynamisierte Prozesse: Um besonders flexibel auf Markttrends reagieren zu können, müssen Unternehmen in den USA kontinuierlich neue Technologien adaptieren und Mitarbeiter in diesem Wandel mitnehmen. Software, die größtenteils die Anforderungen erfüllt und laufend auf Nutzerfreundlichkeit optimiert und aktualisiert wird, überzeugte in den USA deshalb bereits häufiger, so eine Untersuchung von Canto.

Doch auch in Deutschland kommt Bewegung in Entscheidungsprozesse: Es zeichnet sich ein Trend hin zur Cloud ab. Bis 2021 wird hierzulande ein Marktvolumen für Cloud Computing in Höhe von 12,2 Milliarden Euro prognostiziert. Moderne Entscheider, die den Großteil ihres Arbeitslebens mit digitalen Technologien verbracht haben, ziehen so eher „Free-Trials“ als aufwendig entwickelte maßgeschneiderte Prototypen heran, um diese mit den eigenen Anforderungen abzugleichen. Flexibilität ist als Parameter für Entscheider deutlich wichtiger als zuvor. Ein gutes Beispiel, warum Cloud-Lösungen sich schneller ins Unternehmen einführen lassen und dank Nutzerzentriertheit besonders gut zur digitalen Arbeitsweise passen, sind Digital-Asset-Management-Systeme (DAM), also die professionelle Verwaltung von Bildern, Audio- und Videodateien.

Marketingabteilungen brauchen digitale Struktur

Unternehmen stecken heute viel Zeit und Geld in die Erstellung von digitalem Content. Besonders Marketingteams stehen vor der täglichen Herausforderung, angesichts der schieren Menge an Inhalten den Überblick nicht zu verlieren. Ist Content nicht mehr auffindbar, verschwindet er irgendwann gänzlich im digitalen Unterbewusstsein des Unternehmens. Kritisch wird es, wenn Lizenzbedingungen von Medien unbekannt sind. Dann wird es Zeit für eine Software, die Teams den notwendigen Halt gibt und Inhalte zentral, strukturiert und für jeden Nutzer zugänglich organisiert. Ein DAM-System erleichtert die interne und externe Zusammenarbeit erheblich. Aber welche Kriterien sollen IT-Entscheider für eine geeignete DAM-Lösung ansetzen?

In engem Kontakt mit dem Marketingteam lassen sich Entscheidungen für den gewünschten Soll-Zustand ableiten. Geht man von modernen Nutzerbedürfnissen besonders im Marketing aus, die eine hohe Verfügbarkeit, schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten auf Medienanfragen und eine enge Verzahnung mit verschiedenen Abteilungen und externen Akteuren verlangen, so bestätigt sich der Trend zu einem DAM in der Cloud.

Moderne DAM-Lösungen können von Künstlicher Intelligenz profitieren und sind in der Lage, mittels KI-basierter Bilderkennung automatisch Schlagwörter für Motive und Gesichter zu vergeben. Entscheidet sich das Unternehmen für eine KI-basierte Lösung, entfallen in Marketingabteilungen in der Praxis zeitaufwendige Routineaufgaben, die die Software übernehmen kann.

Desweiteren spielt die Benutzerfreundlichkeit eine zentrale Rolle. Eine einfache, selbsterklärende Nutzung von Enterprise-Software wird mittlerweile von Anwendern vorausgesetzt. Eine intuitive Benutzeroberfläche verkürzt darüber hinaus die Einführung der Software im Unternehmen und reduziert den kontinuierlichen Schulungsaufwand. Je nach Abteilung sollte zudem eine rollen- und kontextbasierte Benutzerführung mit unterschiedlichen Nutzungsrechten möglich sein, damit Mitarbeitern nur die jeweils für sie relevanten Inhalte angezeigt werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Zu guter Letzt muss bei der Wahl eines Systems auch die Integrationsfähigkeit berücksichtigt werden. Eine Datenstruktur, die Nutzern den reibungslosen Zugriff und die gemeinsame Nutzung von Daten in einer verteilten Datenumgebung ermöglicht, ist laut Gartner einer der Top-10-Technologietrends für 2020. Die Kombination von Anwendungen untereinander verdrängt Insellösungen und spart manuelle, zeitraubende Zwischenschritte. Je nach Unternehmensschwerpunkt können Anbindungen an CRM-und ERP-Systeme sowie an Grafiksoftware wichtig sein.

Zukünftig werden sich Entscheidungen hinsichtlich Enterprise-Software weiter flexibilisieren müssen. Unternehmen müssen beweglicher auf Markttrends reagieren können und werden sich daher von 100-Prozent-Lösungen verabschieden müssen, indem sie auf schnell verfügbare SaaS-Lösungen zurückgreifen. Gerade, wenn diese Marketingabteilungen betreffen, in denen die Mitarbeiter eine ausgeprägte Nutzerzentrierung erwarten, ist der Ansatz in der Regel besonders erfolgversprechend.

Bildquelle: You X Ventures on Unplash

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