Angestellte nicht besonders kreativ

Mehr Passworthygiene gefragt

Einfache Zahlenabfolgen, das Geburtsdatum oder gleich der eigene Name – bei der Wahl der Passwörter sind viele Angestellte nicht besonders kreativ. Das kann vor allem für die Unternehmen zu einem großen Problem werden.

Mehr Passworthygiene ist gefragt

Passwörter gemeinsam zu nutzen oder wiederzuverwenden, ist in den meisten Unternehmen nach wie vor üblich.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des diesjährigen Global Password Security Reports von Lastpass gehört, dass zwar mehr Unternehmen in Sicherheitsmaßnahmen wie Multifaktor-Authentifizierung (MFA) investieren, die Mitarbeiter aber weiterhin schlechte Gewohnheiten im Umgang mit Passwörtern pflegen. Folglich gibt es noch immer Sicherheitslücken in Unternehmen. Gestohlene und wiederverwendete Anmeldeinformationen sind bei 80 Prozent der Hacker­angriffe das Einfallstor. Daher müssen Unternehmen mehr Maßnahmen ergreifen, um die Passwort- und Zugriffssicherheit zu verbessern und damit das Risiko aus eigener Kraft zu mindern.

Passwörter gemeinsam zu nutzen oder wiederzuverwenden, ist in den meisten Unternehmen nach wie vor üblich, wobei Mitarbeiter ein Passwort durchschnittlich 13 Mal verwenden. Die Datenauswertung für den Report zeigt, dass Mitarbeiter in Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern zwischen zehn und 14 Passwörter wiederverwenden. In größeren Unternehmen verwenden Mitarbeiter nur vier Passwörter erneut. Eine überwältigende Anzahl von Passwörtern führt zu einer schlechten Passworthygiene, wenn es keine Technologie gibt, die bei der Verwaltung hilft. Die Daten zeigen, dass Mitarbeiter in größeren Unternehmen durchschnittlich 25 Passwörter zu verwalten haben, verglichen mit 85 Passwörtern für kleine Unternehmen. Aufgrund der größeren Verfügbarkeit von Ressourcen und des Bewusstseins für Vorschriften können größere Unternehmen eher über Single-Sign-on-Lösungen (SSO) verfügen, die es Mitarbeitern ermöglichen, mit weniger Passwörtern auf mehr Apps zuzugreifen. Allerdings verfügen weniger als 50 Prozent aller Unternehmen über eine Single-Sign-on-­Lösung, die es den Mitarbeitern ­erleichtern könnte, Passwörter zu verwalten.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen weltweit (57 Prozent) haben inzwischen Mitarbeiter, die Multifaktor-Authentifizierung einsetzen, 12 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Da die Optionen für die Multifaktor-Authentifizierung immer benutzerfreundlicher werden und mehr und mehr Anwendungen unterstützen, nimmt die Nutzung zu. Es überrascht nicht, dass 87 Prozent der Mitarbeiter in größeren Unternehmen MFA nutzen, sich dieser Wert bei Unternehmen mit ca. 500 bis 1.000 Mitarbeitern mit 44 Prozent fast halbiert und bei den kleinsten Unternehmen weniger als ein Drittel (27 Prozent) beträgt. Angesichts der konkurrierenden Prioritäten, denen sich IT-Mitarbeiter in kleineren Unternehmen gegenübersehen, ist es verständlich, dass MFA möglicherweise nicht ganz oben auf der Agenda steht. Dennoch gibt es eine Vielzahl erschwinglicher, benutzerfreundlicher Optionen, sodass jedes Unternehmen in der Lage sein sollte, eine MFA-Lösung zu finden, die seinen Bedürfnissen entspricht.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Betrachtet man einzelne Branchen, so haben die Mitarbeiter in der Medien- und Werbebranche mit 97 Passwörtern die meisten zu verwalten. In der öffentlichen Verwaltung sind es mit 54 die wenigsten. Es ist nicht verwunderlich, dass die Mitarbeiter in der Medien- und Werbebranche 22 Passwörter wiederverwenden und damit branchenübergreifend führen. Im Vergleich dazu sind es nur neun in den Bereichen Non-Profit und Einzelhandel. Eine Passwortwiederverwendung ist grundsätzlich nicht sicher, aber einige Branchen haben hier mehr Arbeit vor sich. Wenn es um MFA geht, liegt die Nutzung in Branchen mit den sensibelsten Kundendaten, wie etwa Versicherungen und Rechtsberatung, mit jeweils 20 Prozent sehr niedrig im Vergleich zu den hohen 37 Prozent in der Technologie- und Software-Branche.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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