Neubau eines effizienten Rechenzentrums

Mehr Platz, weniger Energieverbrauch

Der Neubau eines energieeffizienten Rechenzentrums (RZ) soll bei der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH für mehr Platz bei verringertem Energieverbrauch sorgen. Zudem nahm das Unternehmen die Dienste des System- und Beratungshauses Fritz & Macziol in Anspruch.

Zentrale, Bildquelle: Stadtwerke Schwäbisch Hall

Die Zentrale der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH agiert als Dienstleistungsanbieter im Energiebereich. Neben rund 50.000 eigenen Kunden werden 60 Energievertriebe mit etwa 600.000 Kunden in ganz Deutschland von Schwäbisch Hall aus betreut. Das Unternehmen bezieht seine IT-Leistungen und -Dienste über Private Clouds, die auf virtualisierten Rechnern im Rechenzentrum zur Verfügung stehen. Diese Technologie soll dem Kunden einerseits eine hohe Sicherheit und kurze Bereitstellungszeiträume garantieren und zudem die physisch vorhandene Hardware im Rechenzentrum des Betreibers entsprechend gut auslasten. Die Vorhaltung und Sicherung der Daten erfolgt im Rechenzentrum in Schwäbisch Hall auf großvolumigen Storage-Systemen im Back­end. Genau das entwickelte sich allerdings zu einer Herausforderung.

Bei der Datenvorhaltung und -sicherung zeichnete sich der Endausbau ab – sprich, die gespiegelten Storage-Systeme waren voll und konnten nicht mehr erweitert werden. Ersatz war dringend nötig. Da allerdings parallel der Bau eines größeren Rechenzentrums geplant war, nahm Mark Käpplinger, Abteilungsleiter EDV/IT und Leiter ITK der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH, die Dienste des System- und Beratungshauses Fritz & Macziol in Anspruch – galt es doch, über die Erweiterung im Storage-Bereich hinaus eine grundlegende IT-Konsolidierung und Modernisierung der eingesetzten IT-Systeme im neuen Gebäude zu verwirklichen. Denn bei den Stadtwerken ist die IT im Laufe des letzten Jahrzehnts konstant gewachsen. Der Energiedienstleister betreibt im eigenen Rechenzentrum schon seit Jahren eine VMware-Farm mit HP-Servern sowie Citrix-Xenapp-Servern, um darüber die Applikationen zum Desktop der Anwender zu bringen. Zusätzlich sind rund 20 Apple-XServer im Einsatz, auf denen das eigenentwickelte ERP-System für den Energievertrieb läuft.

Kurzfristiger Austausch des Storage-Systems

Für Käpplinger war der geplante Neubau des Rechenzentrums und der kurzfristig nötig gewordene Austausch des Storage-Systems „eine ideale Gelegenheit, die Gunst der Stunde zu nutzen, zu konsolidieren und zu standardisieren sowie eine zukunftssichere Basis für die geplanten Vorhaben und weiteres Wachstum zu schaffen“. Beim Bau des neuen RZ kam es jedoch zu Verzögerungen, weshalb das neue Storage-System zunächst einige Monate lang in einem RZ-Container im Hof der Stadtwerke betrieben wurde. Erst als der Neubau des Verwaltungsgebäudes sowie des neuen Rechenzentrums fertiggestellt war, konnte der Umzug erfolgen. Käpplinger erinnert sich: „Mit wortwörtlich tatkräftiger Unterstützung unseres Beratungshauses haben wir den Umzug in einem größeren Wochenendprojekt geschafft – aus dem Container raus und in das neue Rechenzentrum hinein.“ So wurde für die Dauer des Umzugs ein temporäres Storage-System zur Absicherung zur Verfügung gestellt, damit keine Daten verlorengehen konnten. Das neue Rechenzentrum wurde mit zwölf Racks zur Hälfte belegt und soll dadurch auch künftig genügend Platz für Erweiterungen bieten.

Ergänzend dazu wurde es gemäß dem „Lights-out-Prinzip“ konzipiert. Das bedeutet, dass das Licht im RZ generell aus bleibt, da der Zutritt in der Regel nur im Falle eines Hardwaretausches nötig ist. Alle mit der Bedienung und Administration verbundenen Tätigkeiten können von außerhalb, aus Büros oder Home Offices heraus, erledigt werden. Dadurch findet keine Wärmezufuhr statt, die im Rechenzentrum wieder ausgeglichen werden müsste. „Zudem können wir jetzt den Sauerstoffgehalt permanent auf 15 Prozent halten, wodurch Brände im Rechenzentrum verhindert werden“, ergänzt Mark Käpplinger. Eine zusätzliche Brandfrühesterkennung soll für ein weiteres Plus an Sicherheit sorgen. Zur Erhöhung der physischen Sicherheit wurde die RZ-Sicherheitszelle außerdem ergänzend in eine Betonhülle eingebaut. Der Zutritt ist darüber hinaus über biometrische Komponenten abgesichert.

Daneben ist an das RZ ein Blockheizkraftwerk mit einem dreistufigen Kühlungssystem angeschlossen, das moderne Rückkühl- und Absorptionskälteverfahren nutzt und die Energieversorgung sicherstellt. Aufgrund der technischen Merkmale erteilte der Tüv Intercert dem neuen RZ darüber hinaus die Zertifizierung gemäß den Anforderungen „Stufe 3 – hochverfügbares Rechenzentrum mit 24/7-Betrieb – Konzeption“.

 

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH mit Sitz in Schwäbisch Hall ist ein Energiedienstleistungsunternehmen, das derzeit rund 50.000 Kunden mit Strom, Erdgas, Wasser und Fernwärme beliefert. Darüber hinaus rechnet der Dienstleister im Shared-Service-Bereich ca. 115.000 Verträge ab und betreut im Auftrag von Strom- und Erdgasvertriebsfirmen etwa 600.000 Kunden bundesweit. Im Jahr 2012 betrug der Jahresumsatz ca. 230 Mio. Euro. Zudem betreibt das Unternehmen zwei Erdgastankstellen und die Parkierungseinrichtungen in Schwäbisch Hall, das Schenkenseebad sowie die Bäder in Michelbach und Rosengarten.
Im Internet: www.stadtwerke-hall.de

 

Bildquelle: Stadtwerke Schwäbisch Hall

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