Vernetzte Fabrik

Metamorphose am laufenden Band

Hightech-Fertigungsanlagen, die „mitdenken“, automatisch planen und durch Künstliche Intelligenz (KI) die Wartung optimieren – was im ersten Moment nach Zukunftsmusik klingt, wird in Rittershausen nach und nach Realität. Für die Fertigung seines neuen Großschranksystems VX25 verwandelt Rittal aktuell sein Werk bei laufendem Betrieb in eine Zukunftsfabrik für Schaltschränke.

Vernetzte Fabrik bei Rittal

Bereits 30 neue Schweiß- und Handling-Roboter sind in die Produktionshallen eingezogen und im Betrieb.

Neue Schweiß- und Handling-Roboter beeindrucken die Besucher. 50 Prozent der Umstellung ist bereits erfolgt – 2020 soll das Industrie-4.0-Werk mit einer Gesamtinvestition von 120 Mio. Euro vollendet sein. „In anderthalb Jahren wird hier nichts mehr so aussehen wie jetzt“, erklärt Carsten Röttchen, Technischer Geschäftsführer von Rittal. Der Grund für Röttchens Satz läuft am Ende einer neuen Fertigungslinie vom Band: das neue Großschranksystem VX25. Der Schrank ist der Nachfolger des bisherigen TS-8-Schaltschranks.

Zurück liegen zahllose Kundengespräche, eine wissenschaftliche Anwenderstudie in Deutschland, den USA und China sowie eine fünfjährige Entwicklungsarbeit. Für Kunden soll der VX25 Vereinfachung und Zeitersparnis bedeuten. Er sei außerdem „extrem stabil“, so der Anbieter. Er beherberge sicher dicht gepackte Steuerungs- und Schaltanlagen, die z.B. die Fertigung eines Autos steuern, oder schwergewichtige Energiespeicher in Windkraftanlagen.

„Mit Innovationen und neuen Produktanläufen modernisieren wir auch immer die Herstellungsanlagen“, sagt Röttchen. Und diese werden nun schrittweise installiert. Mit dem Umbau realisiert das Unternehmen ein hochkomplexes Projekt wie eine Metamorphose. Denn blickt man zurzeit in die Rittershäuser Fertigung, wird die Wandlung sichtbar. Aktuell werden dort zwei Großschranksysteme gefertigt. Während auf der einen Seite der TS-8-Schaltschrank noch in tausendfacher Stückzahl über die Linien läuft, entsteht auf der anderen Seite das neue Großschranksystem.

Industrie-4.0-gerechte Produktion


Was in Rittershausen passiert, sollen die Anfänge einer vernetzten Fabrik sein – auch Industrie-4.0-gerechte Produktion genannt. „Ein Großteil dieser Automatisierung basiert auf intelligenten und vernetzten Systemen, die zukünftig vorausschauend ‚mitdenken‘, automatisch planen und Wartungsszenarien initiieren“, erklärt Norbert Peter, Werkleiter in Rittershausen. „So können wir manuelle Fehler vermeiden und gleichzeitig nochmals schneller werden.“ Im Endausbau soll der neue Schrank auf mehreren Profilieranlagen von jeweils 70 Metern Länge heranwachsen. Die Profile sind das „Skelett“ des neuen Systems und in ihrer Form steckt eine große Portion Know-how.

Von den insgesamt 70 neuen Schweiß- und Handling-Robotern sind bereits 30 in die Produktionshallen eingezogen und im Betrieb. Damit die Maschinen miteinander kommunizieren können, überwachen zahlreiche Sensoren die Produktionsprozesse und führen die Abläufe vollautomatisch durch.

Die steigende Vernetzung soll dabei schlicht die logische Antwort auf die hohen Anforderungen in Produktion und Logistik sein. So sei das „Schneller-besser-überall“ wichtig, um Wettbewerbsvorteile zu gewinnen. Denn Kunden in aller Welt erwarten ihre Lieferung schnell und pünktlich.

Bildquelle: Rittal

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok