Internet der Dinge im Fokus

Microsoft eröffnet IoT-Labor in München

Für Firmen aller Branchen will Microsoft in München ein Labor für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) eröffnen.

  • Microsoft IoT & AI Insider Lab, Redmond

    Blick in das Microsoft "IoT & AI Insider Lab" in Redmond Foto: Microsoft

Microsoft will in München ein Labor eröffnen, in dem Unternehmen Lösungen für das Internet der Dinge erproben können. Das neue Lab im Stadtteil Lehel stehe Firmen aller Branchen und Größen kostenlos als produktives Umfeld zur Verfügung, teilte der Software-Konzern mit.

Neben Unterstützung durch Entwickler von Microsoft sollen Unternehmen aller Branchen und Größen dort Zugang zu Software und Hardware-Komponenten für die Erprobung auch großer Industrieprojekte haben. Bis zu 20 Nutzer könnten dort gleichzeitig ihre Projekte verfolgen, sagte Microsoft-Managerin Laura Geier.

Microsoft unterhält solche Labs bereits sowohl am Unternehmenssitz in Redmond (US-Bundesstaat Washington) als auch im chinesischen Shenzhen. Ein Maschinenraum ist etwa mit Fräsen, Lötkolben, 3D-Druckern und kleinen Robotern ausgestattet. An Software stehen u.a. Microsofts Cloud-Plattform Azure sowie Technologien für das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz (KI) in Form der Cortana Intelligence Suite (Dienste für Big-Data-Anwendungen sowie maschinelles Lernen) zur Verfügung. Damit können Lösungen für die Datenspeicherung und -analyse getestet werden. Neben der Azure IoT Suite (Vernetzung, Monitoring und Steuerung von Geräten) seien zudem das Embedded-Betriebssystem Windows 10 IoT Core und verschiedene Cognitive-Services (z.B. Sprach-, Text-, Bild-, Emotionserkennung) verfügbar. Der Maschinenraum des Labs bietet u. a. Geräte zum Fräsen, automatisierten Pick-and-Place, zum 3D-Drucken sowie zur Mikroproduktion (Nano-Drucker). „Kundenprojekte aus den Labs in Shenzhen und Redmond zeigen, dass Kunden mit nur drei Wochen im Lab die Resultate erzielen, für die sie allein vier bis sechs Monate gebraucht hätten“, erklärt Cyra Richardson, General Manager IoT Business Development bei Microsoft Corp und für die Labs verantwortlich.

Standard für Industrie 4.0

Zu den ersten erfolgreichen Kunden in Redmond zählt laut Anbieter der größte Hersteller von Kaffeevollautomaten in Nordamerika. Das Unternehmen Cafection habe die erste vernetzte Kaffeemaschine auf den Markt gebracht, die Online-Videos und andere Medieninhalte im Display anzeige. Im Lab gab es die Gelegenheit, gleich zu Beginn die richtigen Technologien für das Projekt zu wählen, berichtet Simon Gagné, Entwicklungs-Chef von Cafection. Partner des IoT-Labs ist u.a. der IT-Anbieter Cisco.

Apropos Partner: Neben der Microsoft-IoT-Expertise sollen die Nutzer auch von dem Partnernetzwerk des Anbieters profitieren. Neben Cisco gehört auch die unabhängige OPC Foundation, die den für Industrie 4.0 gesetzten Standard für Interoperabilität OPC Unified Architecture (OPC UA) fördert, zu den ersten offiziellen Partnern des neuen Labs.

dpa/Ina Schlücker

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