MS Celeb

Microsoft löscht umstrittene Bilddatenbank

Das umfangreiche Bildarchiv soll entfernt worden sein, weil der zuständige Mitarbeiter nicht mehr im Unternehmen aktiv ist.

Blick über Sicherheitskamera auf Menschen im Fahrstuhl

Software für Gesichtserkennung erfordert große Mengen an Testdaten.

Die Datenbank wurde im Jahr 2016 zu Verfügung gestellt, um Gesichtserkennungssoftware zu trainieren, stand aber vor allem aufgrund diverser Unklarheiten in der öffentlichen Kritik. So soll es von den 100.000 abgebildeten Personen keinerlei Einwilligung für die Nutzung gegeben haben.

Die Fotos der überwiegend prominenten Menschen wurden zudem über eine Creative-Commons-Lizenz bezogen und dürfen so eigentlich nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Wie die Financial Times berichtet, soll dieser Rahmen aber deutlich überschritten worden sein. Demnach seien die Datensätze auch bei Organisationen mit Nähe zum Militär sowie bei kommerziellen Unternehmen zum Einsatz gekommen. Der Bericht legt nahe, dass chinesische Firmen die Datensätze auch für die Überwachung der Bevölkerung genutzt haben. Gesichtserkennung gilt in dem Staat als gängiges Mittel zur Unterdrückung unliebsamer Minderheiten.

MS Celeb wurde von dem Digitalkünstler Adam Harvey enthüllt. Im Rahmen seines Megapixels-Projekts zeichnete Harvey ein detailliertes Bild von der Distribution und Nutzung der Datensätze. Dabei zeigte sich auch, dass viele der Abgebildeten keine Personen des öffentlichen Lebens sind. Trotz der bekannten Kritikpunkte gibt Microsoft andere Gründe für die Löschung der insgesamt 10 Millionen Fotos an: die Datenbank hätte ein Mitarbeiter gepflegt, der nun nicht mehr im Unternehmen sei.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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