Private, Public und Hybrid Clouds

Migration in ein standardisiertes Cloud-Umfeld

Die Vorteile von Cloud Computing liegen auf der Hand. Trotzdem gibt es Daten und Anwendungen, die nicht in die Cloud gehören.

Cloud, Bildquelle: Colt

Es gibt Daten und Anwendungen, die aus technischen, juristischen oder prozessualen Gründen nicht in die Cloud verlagert werden sollten.

Die Entwicklung des Cloud Computing geht immer weiter und mit Private, Public und Hybrid Clouds stehen unterschiedliche Ansätze für die Bedürfnisse der Unternehmen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es aber Daten und Anwendungen, die aus technischen, juristischen oder prozessualen Gründen nicht in die Cloud migriert werden sollten. Die erste Gruppe von Anwendungen, die idealerweise innerhalb des Unternehmens bleiben, sind die sogenannten Legacy-Anwendungen wie Produktionssteuerungssoftware oder Software zur Prozesssteuerung. Das sind Applikationen, die zum Teil bereits seit Jahrzehnten laufen und für die häufig auch noch ältere Hardware im Einsatz ist. Solche Anwendungen in die Cloud zu verlagern, bedeutet ein sehr hohes Risiko, da es zumeist geschäftskritische Applikationen sind.

Ähnlich wie bei den Legacy-Anwendungen verhält es sich auch bei spezialisierten Anwendungen. Dies sind häufig Individualentwicklungen, die besondere Prozesse eines Unternehmens unterstützen und oft auf spezielle Hardware abgestimmt sind. Ihre Migration in ein standardisiertes Cloud-Umfeld ist daher nicht empfehlenswert, denn die Hardware ist oft entscheidend für die Performance solcher Anwendungen. Zu dieser Gruppe gehören Applikationen, die empfindlich auf längere Latenzzeiten reagieren und die häufig im Zusammenhang miteinander laufen müssen, um effektiv zu funktionieren, wie z.B. Zahlungssysteme, Echtzeit­identifikationen und Autorisierungssysteme. Werden solche Anwendungen bei der Migration in die Cloud logisch voneinander getrennt, kann dies erhebliche Folgen für die User Experience haben.

Migration in die Cloud

Auch Governance-Anforderungen erschweren eine Überführung in die Cloud. Geschäftskritische Anwendungen sind üblicherweise auf unveränderbare Datenspeicherung, Auditierung und sichere Integration in behördliche Systeme angewiesen. Solche Anwendungen sind kaum aufzuspalten und oftmals nicht für eine Cloud-Migration geeignet. Darüber hinaus spielt in vielen Ländern der Speicherort der Daten eine wichtige juristische Rolle, da er bestimmt, welches Datenschutzrecht anzuwenden ist. Dies beeinflusst die IT- und Rechenzentrumsstrategie von Unternehmen und macht eine Migration in die Cloud, bei der der Speicherort und die Verarbeitung der Daten vertraglich nicht zugesichert werden können, aus rechtlicher, aber auch aus Marken- und Reputationsperspektive risikoreich.

Auch regulatorische Vorgaben mancher Branchen wie Gesundheit, Versicherungen und Finanzen hinsichtlich Audits und Reportings wirken sich auf die IT-Anforderungen aus. Wenn Unternehmen für bestimmte Kundendaten verantwortlich sind und die Kontrolle darüber nachweisen müssen, sind die IT-Systeme dafür am besten im Unternehmen selbst oder auf dedizierten Systemen eines vertrauenswürdigen Rechenzentrumsdienstleisters aufgehoben. Letztlich gehört Cloud Computing die Zukunft. Dennoch haben andere Ansätze weiterhin ihre Berechtigung. Gerade die Möglichkeit aus Hosted- oder Managed-Colocation-Lösungen sowie einem unternehmenseigenen Betrieb auswählen zu können, versetzt Unternehmen in die Lage, die Vorteile aller Lösungen der modernen IT auszuschöpfen.

 

Gründe, warum Daten und Anwendungen nicht in die Cloud gehören:

  •   weil es sich um eine Legacy-Anwendung handelt
  •   weil eine spezialisierte Anwendung auf spezifizierter Hardware läuft
  •   weil Governance-Anforderungen dagegensprechen
  •   weil regulatorische Vorschriften besondere Kontrolle über Daten verlangen

Quelle: Colt

 

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