Künstliche Intelligenz

Mit dem Chatbot auf Wohnungssuche

Seit Juli ist die Künstliche Intelligenz „Maja“ beim Immobilienportal immort.de im Einsatz, um gezielt Objekte in ausgewählten Regionen zu vermarkten.

  • Wie sieht die Wunschimmobilie aus?

    Wie sieht die Wunschimmobilie aus?

  • Chatbot „Maja“ hilft Wohnungssuchenden

    Der Chatbot „Maja“ hilft Wohnungssuchenden beim Finden der passenden Angebote.

Ein Chatbot auf einem Immobilienportal: Wieso? Um konkurrenzfähig zu bleiben und sich von Mitbewerbern abzuheben, installierte Immort einen Chatbot, der Nutzern bei der Angebotssuche hilft. „Es kann für Anwender recht mühsam sein, unterschiedliche Suchfelder auszufüllen, gerade wenn sie mobile Endgeräte nutzen. Deshalb wollten wir eine innovative Lösung, die sich an den Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher orientiert“, sagt Christian Landes, Geschäftsführer Immort GmbH. „Mit dem Anbieter BI Excellence haben wir einen Partner an der Seite, der uns eine passgenaue Lösung liefert.“ Ein Chatbot auf einem Immobilienportal ist in der Branche ein Novum. Als erster Anbieter stellt man den Nutzern nun ein textbasiertes Dialogsystem zur Verfügung.

Ist die Suche mit Textfeldern zu kompliziert und langwierig, springen die User ab und verlassen die Webseite. Anstatt eine Maske mit den Feldern „Stadtteil“, „Zimmer“, „Preis bis“ oder „Fläche ab“ einzeln auszufüllen, können die Anwender dem Chatbot einfach eine Frage stellen, die sämtliche Merkmale der Wunschimmobilie zusammenfasst und von der Lösung durch die Technologie des Natural Language Processing verstanden wird. Die Nutzer sind nicht mehr gezwungen, sich durch die Navigation zu klicken. Wohlgemerkt, dass ihnen weiterhin die Standardsuchmasken erhalten bleiben und sie sich entscheiden können, ob sie Felder ausfüllen oder den Chatbot nutzen wollen.

Beantwortung von First-Level-Fragen

„Es war für uns von Anfang an wichtig, dass den Nutzern neben Faktoren wie Vereinfachung des Suchprozesses und Zeitersparnis ein Nutzen durch den Chatbot geboten wird, den es vor seiner Implementierung noch nicht gab“, sagt Landes. Mit Künstlicher Intelligenz wird der Chatbot dazu in der Lage sein, Objekte mit bestimmten Eigenschaften zu erkennen. Ein Beispiel wäre „Haus mit Garten zur Miete“. „Garten“ ist hier eine Eigenschaft, die bei der Suche über Textfelder nicht berücksichtigt ist.

Darüber hinaus, haben die Nutzer die Möglichkeit, über den Chatbot Hintergrundinformationen zum Immobilienmarkt abzurufen, die nicht über die Suchmaske gefunden werden können. Sie können beispielsweise Auskünfte zum Mietpreisspiegel einer bestimmten Region bekommen. Der Chatbot beantwortet First-Level-Fragen, bevor er mit einem Makler in Verbindung treten muss. Somit ist der Chatbot nicht nur für diejenige eine Erleichterung, die eine Immobilie suchen, sondern auch für die, die eine anbieten.

Im Gegensatz zu einem regelorientierten Chatbot, liegt es in der Natur der Sache, dass der Anwender bei der Implementierung eines KI-basierten Chatbots bestimmte Herausforderungen zu bewältigen hat. Während ein regelorientierter Chatbot nur bestimmte festgelegte Befehle verarbeiten kann und seine Möglichkeiten, den Nutzern zu antworten, begrenzt sind, ist das bei einem KI-basierten Chatbot anders: Er ist selbstlernend und erweitert mit der Technologie des Deep Learning seinen Kompetenzbereich.

Dies hat zur Folge, dass er zu Beginn der Implementierung noch nicht dazu in der Lage ist, sämtliche Fragen zu beantworten. Erst nach und nach lernt er mehr Befehle sowie im Gespräch flexibler zu werden und unterschiedliche Formulierungen für ein und denselben Sachverhalt zu verstehen. Neuronale Netze lassen die Lösung laufend neue semantische Beziehungen zwischen Informationen erkennen. Die Fähigkeit der KI-Plattform, Fragen zu identifizieren, zu verarbeiten und Antworten zu finden, verbessert sich so kontinuierlich.

Die Herausforderung, die Immort seit der Implementierung meistert, ist also weniger auf einen bestimmten Zeitpunkt beschränkt, sondern ein stetiger Prozess. So ist die Problemstellung gleichzeitig die Chance, den Chatbot immer weiter zu verbessern und den Nutzern bei der Suche nach Informationen behilflich zu sein. „Wichtig war uns dabei, dass Maja die Fragen, auf die sie zunächst keine Antwort weiß, ohne die Nutzerdaten des Fragenstellers speichert. Unsere Mission ist es, den Usern immer mehr Services bereitzustellen und sie nicht marktwirtschaftlich zu erschließen. Maja ist ein helfender Chatbot und keiner, der Dialoge auswertet, um das Nutzerverhalten zu analysieren“, erklärt Christian Landes.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, BI Excellence

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok