Spätere Migration auf S/4 Hana

Mit diesem Team erneuert Müller Martini das SAP-System

Nichts weniger als eine komplette Neuorganisation von SAP-System und Prozessen strebte der Müller-Martini-Konzern an, ein Hersteller von Maschinen für die grafische Industrie. Als SAP-Spezialist führte die GIA Informatik AG die konzernweite IT-Erneuerung durch und legte damit die Basis für eine spätere Migration auf S/4 Hana. Ein Projekt setzt man im deutschen Produktionswerk in Bad Mergentheim um.

  • Schattengleiches Projektteam

    Das Projektteam passt bei der Müller Martini AG einmal pro Jahr ein Werk an die neue SAP-Struktur an.

  • Beat Tanner, Müller Martini AG

    Beat Tanner, ERP-Spezialist der Müller Martini AG

  • Müller Martini in Bad Mergentheim

    Das Betriebsgebäude von Müller Martini in Bad Mergentheim

„Die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt.“ So könnte eine Novelle über Bad Mergentheim beginnen. In der Stadt mit rund 24.000 Einwohnern im Nordosten des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg führt Müller Martini ein Kompetenzzentrum für den Hardcover-Bereich. Der international für Systeme der Druckweiterverarbeitung bekannte Konzern wollte seine Strukturen erneuern, ein neues SAP-System und dazugehörende Prozesse einführen, um das konzernweite Zusammenspiel aller Standorte optimal abzustimmen und zu standardisieren. Das Projektziel für das Produktionswerk in Bad Mergentheim war es, die bereinigten Strukturen per 1. Januar 2018 in die neue Systemlandschaft zu überführen.

SAP-Projekt aus einem Guss

„Wir reden dabei von einem Rollout, das heisst, wir adaptieren die Logik und die Definition eines Templates auf alle weiteren Werke des Konzerns. Alles muss aus einem Guss sein“, erklärt Roger Wiederkehr, SAP-Projektleiter von GIA Informatik in Oftringen. „Das Template setzten wir nach rund 18-monatiger intensiver Vorbereitung im September 2015 am Hauptsitz in Zofingen bei zwei Firmen live ein. Dies bildete den Startschuss für die weiteren Rollouts, an denen wir – wie in Bad Mergentheim – arbeiten. Mit unserem Projektteam passen wir pro Jahr ein Werk an die neue Struktur an.“

Bei der Neustrukturierung deckte GIA den SAP-Bereich ab, da man erstens viel Erfahrung besitzt – sowohl im Outsourcing als auch bei der Applikationsberatung und Systemeinführung – und zweitens eine Tochtergesellschaft des Müller-Martini-Konzerns ist. Beat Tanner, ERP-Spezialist der Müller Martini AG in Zofingen, der die Fäden zwischen den Standorten und dem IT-Partner während des Projektes zusammenhielt: „GIA ist das konzerninterne Competence Center für SAP. Der Anbieter hat das Gesamtverständnis für die Strukturen und überzeugt durch sein Projektteam. Einige langjährige Teammitglieder begannen ihre Berufskarriere bei Müller Martini und kennen daher das Geschäft und dessen Merkmale besonders gut.“

Die Projektpartner absolvierten Ende Januar 2017 einen Workshop, um die weiteren Vorgehensschritte zu besprechen. „Im Februar und März erarbeiteten wir die Delta-Fachkonzepte und im April führten wir die Realisierung durch“, legt Beat Tanner dar. Die erste Migration fand im Mai und die zweite Migration Ende September statt. Pünktlich zum geplanten Termin am 1. Januar 2018 erfolgte das Go Live. Schon einen Monat danach wurde die Nachbetreuung eingestellt und in den normalen Betriebsmodus übergegangen.

Hürden erfolgreich meistern

So fachkundig das Projekt abgewickelt wurde, gab es auch einzelne Schwierigkeiten zu überwinden. „Die definierten Prozesse sollten weiterverfolgt und die Organisationsumstellungen wie geplant vorgenommen werden, damit der Standard gewährleistet bleibt“, erklärt Roger Wiederkehr. „Jedoch bildeten die system- und prozesstechnischen Änderungen für die Organisation vor Ort eine große Herausforderung. Mit Aufklärungsarbeit und viel Verständnis schufen wir eine sinnvolle Lösung.“

Durch die Synchronisation der Strukturen ist der Effizienzgewinn durch dieses Projekt groß. Mit der SAP-Migration – einer Bereinigung zurück zu einem Standard – wurden viele Altlasten abgeworfen, die sich über rund 20 Jahre im bisherigen SAP-System angesammelt hatten. „Nun kann der Standort Bad Mergentheim mit den neuen Gegebenheiten arbeiten, ist vollumfänglich im Konzern integriert und kann dessen Strukturen jederzeit nutzen“, so Wiederkehr. Auch ist aufgrund dieser sauberen SAP-Prozesse und Stammdaten die Basis für die spätere Migration auf S/4 Hana gelegt.

Das Projekt in Bad Mergentheim wurde erfolgreich abgeschlossen. Doch auch nach einer Neueinführung gibt es punktuellen Optimierungsbedarf – in erster Linie aus Ideen von der Business-Seite zur Effizienzsteigerung. Während Roger Wiederkehr dieses Vorhaben mit seinem Team unterstützt, ist Beat Tanner dafür zuständig, dass die Verbesserungen sinnvoll und nutzbringend sind. Der Rollout geht voran: GIA wird das SAP-System bei weiteren Müller-Martini-Standorten implementieren.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, Müller Martini AG

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