Aktueller D21-Digital-Index

Mobil und flexibel arbeiten die wenigsten

Noch immer bleiben die Potentiale des „Digital Workplace“ ungenutzt. Zudem fehlt es Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen an digitalen Technologien und Umsetzungsstrategien, wie die aktuelle D21-Studie ermittelte.

Oliver Schorer, CHG-Meridian

Oliver Schorer, Mitglied des Vorstands bei CHG-Meridian

Die deutsche Gesellschaft wird immer digitaler und ist zunehmend mobil online – dank steigender Internetnutzung, insbesondere über mobile Devices, und wachsender Digitalkompetenz. Diesem mobilen Trend hinken Unternehmen und öffentliche Verwaltung allerdings hinterher. Dabei bleiben die Potentiale des „Digital Workplace“ nach wie vor ungenutzt, denn den Betrieben fehlt es an technischer Ausstattung und Strategien bei der Umsetzung des digitalen Arbeitsplatzes. So lauten die Ergebnisse des D21-Digital-Index 2018/2019 zum Digitalisierungsgrad in Deutschland, den CHG-Meridian, ein Spezialist für Technologiemanagement, als langjähriger Partner der Studie miterstellt hat.

Smartphone und Notebooks sind im Alltag mittlerweile fest verwurzelt und mit wachsender Tendenz die beliebtesten Endgeräte. 83 Prozent aller befragten Berufstätigen geben an, mobil im Internet zu surfen, bei den 20 bis 29-jährigen sind es sogar 93 Prozent. Entsprechend aufgeschlossen sind deutsche Arbeitnehmer für mobile, IT-gestützte Arbeitsplätze: 74 Prozent der Berufstätigen sind laut Index interessiert an einem sogenannten „Digital Workplace“, von dem aus sie flexibel und ortsunabhängig mit vernetzten Geräten arbeiten können. Aktuell möglich ist das mit 16 Prozent aller Erwerbstätigen jedoch nur einer kleinen Minderheit. Dieser Wert bleibt unverändert niedrig wie im Vorjahr. Selbst bei den reinen Büroarbeitern gab es keinen Fortschritt: Weniger als ein Drittel kann mobil oder vom Home Office aus arbeiten.

„Die Diskrepanz zwischen privater und beruflicher Nutzung von Geräten und Anwendungen wächst. Unternehmen und öffentliche Verwaltung sind deswegen gefordert, Arbeitsplätze mit aktuellen Technologien auszustatten, damit sich Mitarbeiter im Berufsalltag digitales Know-how aneignen oder privat Gelerntes anwenden können“, sagt Oliver Schorer, Mitglied des Vorstands und Chief Information Officer bei CHG-Meridian.

Erfolgsfaktor für Industrie 4.0

Der technologische Wandel stellt Unternehmen vor große Herausforderungen: Veränderte Kundenbedürfnisse verlangen nach neuen digitalen Geschäftsmodellen. Geschäftspartner drängen auf effizientere digitale Prozesse. Diese Anforderungen sind nur zu bewältigen, wenn Digitalisierung bereits am Arbeitsplatz der Mitarbeiter beginnt. Laut Index erwartet mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer, dass die Digitalisierung ihren Beruf bereits in den nächsten fünf Jahren spürbar verändern wird. Lebenslanges Lernen und modernes Equipment sehen sie deswegen als Basis für beruflichen Erfolg. „Der ‚Digital Workplace‘ und ein stärkerer Beitrag zur Digitalisierung der eigenen Belegschaft sind Grundvoraussetzungen, damit Unternehmen die digitale Transformation gelingt. In Zeiten von Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 sind sie zudem Erfolgsfaktoren, damit Unternehmen wettbewerbsfähig und als Arbeitgeber attraktiv bleiben“, ist Schorer überzeugt.

Dafür wird es allerdings nicht ausreichen, alleine Smartphones und Laptops bereitzustellen. Die neue Arbeitswelt erfordert ganzheitliche Lösungen mit Devices, die sicher, individuell konfigurierbar, kollaborativ und in ihrer Gesamtheit transparent über den gesamten Lebenszyklus zu verwalten sind. Unternehmen und öffentliche Verwaltung brauchen eine Strategie, wie sie ihren Mitarbeitern digitale Arbeitsplätze zugänglich machen, damit sie selbst davon profitieren. Derzeit entscheidet sich in einem Drittel der deutschen Unternehmen allerdings nicht systematisch, sondern rein situativ, ob jemand mobil arbeiten darf, oder ein mobiles Gerät erhält.

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