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Modern Workspaces haben nicht nur Vorteile

Modern Workspaces bringen nicht nur Vorteile mit sich. Sascha Hirschoff, Director Systems Engineers Central Europe bei Polycom, erklärt: „Nachteile bekommen vermehrt Mitarbeiter zu spüren, die durch Gleitzeit später ins Büro kommen und nur die Restplätze zur Wahl haben. Aber auch das mit Desk-Sharing einhergehende Konzept des Clean-Desk ist nicht jedermann Sache.“

Sascha Hirschoff, Polycom

„Der Arbeitsplatz der Zukunft ist zwar in aller Munde – im Alltag angekommen ist er jedoch noch nicht“, so Sascha Hirschoff von Polycom.

IT-DIRECTOR: Herr Hirschoff, was sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Unified-Communications-and-Collaboration-Trends (UCC) in 2017?
S. Hirschoff:
Im Bereich der UCC sind integrierte Lösungen in diesem Jahr ein wichtiges Thema, denn sie spielen viele Vorteile aus: Sie sparen Zeit und Kosten, steigern die Arbeitsqualität und sorgen für eine schnellere Markteinführung. Aber auch Nutzererfahrungen, die Mitarbeiter mit privaten Geräten machen, schlagen sich auf die technischen Erwartungen und damit den Gebrauch der beruflich genutzten Technologien nieder. Mitarbeiter legen vermehrt Wert auf flexible Arbeitsmodelle – dieser Faktor ist entscheidend im Kampf um die besten Arbeitskräfte.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung schreiben Sie an dieser Stelle der „agilen Zusammenarbeit“ – Stichwort „Collaboration“ – zu?
S. Hirschoff:
Viele Unternehmen arbeiten standortübergreifend und sind damit auf dynamische Kommunikation und schnelles Entscheidungsmanagment angewiesen – Videokonferenzen können hier wertvolle Hilfe liefern. Zumal eine rege Zusammenarbeit die Basis für produktives Arbeiten, effektive Prozesse und damit auch ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist. So resultiert eine agile Zusammenarbeit beispielsweise in einer kürzeren Markteinführungszeit.

IT-DIRECTOR: Wie sieht demnach der „Arbeitsplatz der Zukunft“ aus?
S. Hirschoff:
Ausschlaggebend für den Arbeitsplatz der Zukunft sind neue Kollaborationstechnologien für mehr Effektivität und Produktivität. Diese Technologien helfen Unternehmen jeglicher Größe bei Kosteneinsparungen und sorgen für mehr Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiter, die dadurch nicht mehr an das Büro gebunden und so freier in der Gestaltung der Arbeitszeit sind. Aber auch Prozesse werden am Arbeitsplatz der Zukunft schneller und effizienter, was zu einer kürzeren Produkteinführungszeit und einer besseren Work-Life-Balance beiträgt.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen bereits mit der Umsetzung eines „Modern Workspace“?
S. Hirschoff:
Gerade bei großen Unternehmen steht das Thema ganz oben auf der Agenda. So ist beispielsweise unser Partner Microsoft im September 2016 in die Münchner Innenstadt gezogen und hat das Konzept des „Modern Workspace“ für seine Mitarbeiter durch Home Office, Co-Working-Spaces und mobiles Arbeiten umgesetzt. Aber auch mittelständische und kleine Unternehmen haben diesen Trend erkannt und fangen an, sich mit Konzepten rund um mobiles und flexibles Arbeiten auseinanderzusetzen. Dies ist notwendig, um die Arbeitskräfte von morgen für sich zu gewinnen.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen, mit welchen Nachteilen müssen Büronomaden zugleich rechnen?
S. Hirschoff:
Flexible Arbeitsplätze sparen dem Unternehmen Kosten für ungenutzten Platz und ermöglichen Mitarbeitern mit verschiedenen Kollegen dynamisch zusammenzuarbeiten oder sich in bestimmte Bereiche für konzentriertes oder kreatives Arbeiten zurückzuziehen. Nachteile bekommen vermehrt Mitarbeiter zu spüren, die durch Gleitzeit später ins Büro kommen und nur die Restplätze zur Wahl haben. Aber auch das mit Desk-Sharing einhergehende Konzept des Clean-Desk ist nicht jedermann Sache.

IT-DIRECTOR: Welche UCC-Technologien unterstützen konkret die Umsetzung eines „Modern Workspace“?
S. Hirschoff:
Umsetzen lässt sich ein moderner Arbeitsplatz beispielsweise unkompliziert und kostengünstig mit einer Desktop-Lösung. Damit sind Mitarbeiter flexibel in der Nutzung, können von jedem Gerät aus an Besprechungen teilnehmen und sind nicht auf freie Meeting-Räume mit entsprechender Technik angewiesen, wenn es um kurze Abstimmungen geht. Finden hingegen regelmäßig Meetings mit mehreren Kollegen an verschiedenen Standorten statt, ist eine Video-Collaboration-Lösung für Konferenzräume von Vorteil.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt hier die Cloud? Inwieweit konnte sie bereits das Vertrauen der Anwender gewinnen?
S. Hirschoff:
Immer mehr Unternehmen setzen auf Cloud-Services für eine effiziente IT. Darunter fallen beispielsweise auch Kommunikationsservices wie Microsoft Office 365. Die Einführung von UCC-Cloud-Services wächst stetig, trotzdem gibt es noch einige Firmen, die ihre IT-Daten aus Sicherheitsbedenken nicht aus der Hand geben wollen und der Cloud eher skeptisch gegenüberstehen.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Unternehmen fest, ob sie grundsätzlich für die Kommunikation aus der Wolke bereit sind?
S. Hirschoff:
Video-Kommunikation aus der Cloud ist vor allem dann sinnvoll, wenn dadurch ein weiterer Service angeboten wird, den es zuvor noch nicht gab. Es geht nicht darum, ob Collaboration sinnvoll ist, sondern vielmehr, ob das IT-Department die Anforderungen umsetzen und eine effektive Lösung bieten kann. Dazu zählen auch die Fragen nach den Kosten und ob eine Cloud-Lösung alle Anforderungen abdeckt.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen letztlich erfüllt sein, damit alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Videokonferenzen, Desktop-Sharing, etc.) reibungslos funktionieren und der Kollaboration der Mitarbeiter unternehmensweit nichts im Wege steht?
S. Hirschoff:
Es bedarf der richtigen Technologie, der richtigen Prozesse und der Akzeptanz der Mitarbeiter, damit sich neue Kommunikationslösungen durchsetzen können. Wichtig dabei sind Interoperabilität und Bedienkomfort. Unsere Lösungen basieren beispielsweise auf offenen Standards und können in jedes Umfeld integriert werden, wie Skype for Business.

IT-DIRECTOR: An welchen Stellen sehen Sie aktuell noch viel Handlungsbedarf im Bereich „UCC“?
S. Hirschoff:
Der Arbeitsplatz der Zukunft ist zwar in aller Munde – im Alltag angekommen ist er jedoch noch nicht. Handlungsbedarf besteht in den Köpfen der Unternehmen. Die Technologie zum flexiblen und mobilen Arbeiten gibt es mit UCC schon längst.

Bildquelle: Polycom

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