Reduzierung der festen Arbeitsplätze

„Modern Workspaces sind zentrales Thema“

Laut Hendrik Metz, Senior IT-Architekt Collaboration bei der Scaltel AG, befassen sich Groß- wie auch Mittelstandsunternehmen schon sehr eingehend mit Modern Workspaces. Die Reduzierung der festen Arbeitsplätze und Verlagerung auf flexible Konzepte, wie z.B. Home Offices, sei ein zentrales Thema.

Hendrik Metz, Scaltel

„Vor allem die Technologien Telefonie, Video, Chat, Presence, Webkonferenzen und Desktop-Sharing unterstützen die Umsetzung eines Modern Workspace“, betont Hendrik Metz, Senior IT-Architekt Collaboration bei der Scaltel AG.

IT-DIRECTOR: Herr Metz, was sind Ihrer Ansicht nach die drei wichtigsten Unified-Communications-and-Collaboration-Trends (UCC) in 2017?
H. Metz:
Für uns sind es vor allem die Mobile-Workplace-Trends, die Services wie Webkonferenzen, Desktop-Sharing und Anwesenheitsstati, etc. umfassen. Diese sollten auf jedem Endgerät an jedem Unternehmensstandort verfügbar sein.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung schreiben Sie an dieser Stelle der „agilen Zusammenarbeit“ – Stichwort „Collaboration“ – zu?
H. Metz:
Eine sehr hohe Bedeutung, da Menschen ohne Einschränkung über die unterschiedlichsten Medien miteinander interagieren können. Lange Entscheidungswege und hohe Reisekosten gehören der Vergangenheit an.

IT-DIRECTOR: Wie sieht demnach der „Arbeitsplatz der Zukunft“ aus?
H. Metz:
Die Anzahl der klassischen Anwender wird noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Hier spielen Festnetztelefone und PCs weiterhin die dominante Rolle. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird bestimmt von Trend-Anwendern. Diese setzen auf Softphone, Tablet und Smartphone und arbeiten ortsunabhängig.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen bereits mit der Umsetzung eines „Modern Workspace“?
H. Metz:
Groß- wie auch Mittelstandsunternehmen befassen sich schon sehr eingehend mit dem Thema. Die Reduzierung der festen Arbeitsplätze und Verlagerung auf flexible Konzepte, wie z.B. Home Offices, ist ein zentrales Thema.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile und Möglichkeiten ergeben sich durch die Gestaltung von flexiblen Arbeitsplätzen, mit welchen Nachteilen müssen Büronomaden zugleich rechnen?
H. Metz:
Flexible Arbeitsplätze erlauben eine hohe unternehmensweite Standardisierung und ermöglichen die Mehrfachnutzung von Arbeitsplätzen. Dies steigert nicht nur die Effizienz und reduziert Kosten, sondern führt auch zu einer besseren Bindung von Fachkräften an das Unternehmen. Außerdem werden die Kommunikations- und Entscheidungsprozesse signifikant verbessert. Als Nachteil von flexiblen Arbeitsplätzen ist die fehlende Bindung zum Arbeitsplatz zu sehen, da die Arbeitsplätze nicht mehr individualisierbar sind. Zudem arbeiten die Teams immer häufiger virtuell – die wichtigen persönlichen Kontaktpunkte gehen verloren.

IT-DIRECTOR: Welche UCC-Technologien unterstützen konkret die Umsetzung eines „Modern Workspace“?
H. Metz:
Vor allem die Technologien Telefonie, Video, Chat, Presence (Anwesenheitsstati), Webkonferenzen und Desktop-Sharing unterstützen die Umsetzung eines „Modern Workspace“.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt hier die Cloud? Inwieweit konnte sie bereits das Vertrauen der Anwender gewinnen?
H. Metz:
Das Thema „Cloud“ gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist der nächste Schritt in der Evolution der Informationstechnologie. Unternehmen werden flexibler, da die Geschäftsprozesse und IT-Ressourcen geräte- und ortsunabhängig sind. Ressourcen können schnell dazu gebucht werden, in dem Moment, in dem das Unternehmen sie benötigt. Viele Mittelständler stehen der Cloud noch kritisch gegenüber, da sie ihre Daten lieber bei sich im Rechenzentrum wissen wollen. Steht den Unternehmen aber ein Experte in den Bereichen „Sicherheit“ und „Datenschutz“ zur Seite, so bauen sie langsam Vertrauen zu dem Thema „Cloud“ auf.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen letztlich erfüllt sein, damit alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Videokonferenzen, Desktop-Sharing, etc.) reibungslos funktionieren und der Kollaboration der Mitarbeiter unternehmensweit nichts im Wege steht?
H. Metz:
Eine hohe und stabile Verfügbarkeit der Bandbreite im Netzwerk, im WLAN und in den Anbindungen von Außenstellen sowie bei mobilen Mitarbeitern (4G/LTE) und Home Offices (Internet) ist eine Grundvoraussetzung.

IT-DIRECTOR: An welchen Stellen sehen Sie aktuell noch viel Handlungsbedarf im Bereich „UCC“?
H. Metz:
Viel Handlungsbedarf besteht noch in der Erschaffung von homogenen Oberflächen von Diensten und in der Umsetzung von WebRTC-Technologien in allen Browser-Varianten. Außerdem muss die Interoperabilität zwischen heterogenen Herstellern und die Schnittstellen zur Kopplung unterschiedlicher Hersteller verbessert werden. Hierfür wären offene Standards sinnvoll.

Bildquelle: Scaltel

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