Virtualisierung: Kommentar von Johannes Weingart, Brocade

Moderne Netzwerkarchitekturen

Ein Kommentar von Johannes Weingart, Senior Product Manager bei Brocade, über zwei unterschiedliche Konzepte für moderne Netzwerkarchitekturen und deren Einsatzmöglichkeiten

Johannes Weingart, Brocade

„Beim Networks-Functions-Virtualization-Konzept (NFV) gilt stark vereinfacht: Software statt Hardware", so Johannes Weingart von Brocade.

Der Status Quo ist in den meisten Netzwerken von Großunternehmen ähnlich: Es existiert eine Überlastung durch zu hohe Datenmengen, zu lange Ausfallzeiten und ein viel zu hoher Wartungsaufwand. Kurz: neue Konzepte für Netzwerkarchitekturen sind gefragt. Derzeit werden vor allem zwei Modelle in der Netzwerkbranche heiß diskutiert: Networks Functions Virtualization (NFV) und Software-Defined Networking (SDN).

Was bei Servern schon seit längerem existiert, ist nun auch bei Netzwerken möglich: Virtualisierung. Denn bei NFV gilt stark vereinfacht: Software statt Hardware. Funktionen von Netzwerk-Hardware wie Router oder Firewalls werden beim NFV-Modell auf virtualisierten Maschinen gehostet. Beim „Virtual Switching“ werden beispielsweise die physikalischen Ports mit virtuellen Ports auf virtuellen Servern verbunden. Anstatt Rechenzentren mit Unmengen hochspezialisierter Hardware zu bestücken, greift NFV auf leistungsstarke, kostengünstige Standardhardware zurück, die von den Unternehmen schneller bereitgestellt und aktualisiert werden kann. Das stunden- oder sogar wochenlange Aufbauen spezialisierter Hardware gehört damit der Vergangenheit an.

Auch wachsende Unternehmen können dabei profitieren: Statt wie bisher neue Technik prophylaktisch zu erwerben, sind knapp bevorratete Netzausbauzyklen die neue Norm. Wer NFV einsetzt, kann somit von niedrigerem Investitionsaufwand und geringeren betrieblichen Gesamtaufwendungen profitieren. Denn auch die laufenden Kosten für Räumlichkeiten, Energie und Kühlung verringern sich durch den Einsatz von virtualisierten Servern. Womit NFV auch punktet, ist die hohe Geschwindigkeit bei der Umsetzung neuer Applikationen. Netzwerke, die NFV einsetzen, sind damit leistungsfähiger.

Software-Defined Networking: von der Vision zur Realität

Beim softwaredefinierten Netzwerk werden die Datenströme im Netzwerk softwarebasiert von zentraler Stelle und in Echtzeit identifiziert und gesteuert. Das Netzwerk lässt sich besser verwalten und ist insgesamt agiler. Damit eignet sich Software-Defined Networking vor allem für schnell wachsende und dezentrale Netzwerke.

SDN bedeutet aber nicht nur einen Wandel für das Design des Netzwerks, sondern vor allem für denjenigen, der für das Design verantwortlich ist. Das Machtgefüge verschiebt sich weg von den etablierten Anbietern – auch kleinere Anbieter können sich eigenständig um das Netzwerkdesign kümmern. Neue Protokolle wie beispielsweise „OpenFlow“ werden von einer großen Anzahl an Nutzern adaptiert und seit der Gründung der Open Networking Foundation (ONF) 2011 auch von allen Branchengrößen stetig weiterentwickelt.

Bei der Auswahl der SDN-Lösung ist es somit wichtig, eine durchgängige Lösung auszuwählen, die nicht nur einzelne Protokolle oder Funktionsbausteine unterstützt, sondern mit offenen Standards arbeitet und kompatibel zu allen notwendigen Netzwerkkomponenten ist.

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