ITK-Branche sucht Fachleute

Mögliche Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

In vielen Branchen fehlen Fachkräfte: Allein in der IT- und Telekommunikationsbranche sind rund 16.000 Stellen offen. Über klassische Stellenausschreibungen allein lassen sich diese nicht besetzen. Für Unternehmen bedeutet dies, neue Wege zu gehen.

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Fachkräfte suchen und finden: Eine nachhaltige Personalpolitik setzt auf Diversität.

„IT-Branche sucht Fachkräfte.“ „Informatiker händeringend gesucht.“ „Viele offene Stellen in der IT-Branche.“ Fast täglich sind diese Überschriften in Zeitschriften oder im Internet zu lesen. Kein Wunder, ist die deutsche IT-Wirtschaft gemäß dem Monitoring-Report „Digitale Wirtschaft 2012“ doch die viertgrößte der Welt. Anfang 2013 waren laut dem Hightechverband Bitkom in Deutschlands IT-Unternehmen rund 680.000 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend.

Auch die Bundesagentur für Arbeit bestätigt den zunehmenden Fachkräftemangel. Die Studie „Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland“ zeigt, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der erwerbsfähigen Personen bis 2025 um ca. 6,5 Millionen sinken wird – und damit das Angebot an qualifizierten Fachkräften. Bis zum Jahr 2030 wird die Software-Industrie nach Schätzungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) gut 400.000 neue Arbeitsplätze schaffen, die angesichts des Rückgangs erwerbsfähiger Personen erst einmal besetzt werden müssen. Dieser Entwicklung lässt sich nur mit einer Trendumkehr entgegenwirken. Denkgewohnheiten müssen aufgebrochen, Positionen hinterfragt werden, Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eng zusammenarbeiten.

Ein besonderes Merkmal der IT-Branche ist deren Schnelllebigkeit. Neue Technologien und globale Konzepte wie Cloud Computing, Social Collaboration oder Big Data sowie die rasche Verbreitung mobiler Endgeräten ziehen einen drastischen Wandel in der Arbeitswelt nach sich. Qualifiziertes Personal ist der Schlüssel zum Erfolg: Wollen Unternehmen in der Spitzengruppe mitspielen, brauchen sie Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how. Doch wie können Unternehmen die benötigten Fachkräfte für sich gewinnen?

Zunächst ist es wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Ganz oben stehen interessante Aufgaben und Projekte, die Möglichkeiten bieten, seine Potentiale einzubringen und sich zu entwickeln. Dann folgen die interne Aus- und Weiterbildung, flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office. Eine nachhaltige Personalpolitik setzt zudem auch auf Diversität. Dazu gehört beispielsweise, offen zu sein für die Vielfalt der generationsbedingten Denk- und Handlungsmuster oder in der Männerdomäne IT noch stärker weibliche Bewerber anzusprechen.

 

Mögliche Maßnahmen gegen Fachkräftemangel:

Branchenübergreifende Personalsuche: Um Fachkräfte zu finden, empfehlen sich neben klassischen Jobportalen auch Social-Media-Plattformen wie Xing. Eine weitere Alternative bieten Recruiting-Veranstaltungen als Plattform, um den persönlichen Kontakt zu Kandidaten aufzubauen.
Interessante Entwicklungsperspektiven: Attraktive Entwicklungsperspektiven sind z.B. Mitgestaltungsmöglichkeiten in spannenden IT-Projekten oder die Arbeit mit und an neuen Technologien.
Ausbildung und Weiterbildung: Um langjährige Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, sollten regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen zum Standardangebot gehören, beispielsweise IT-Trainings und -Zertifizierungen.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Hilfreich für ein familienfreundliches Klima sind z.B. flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, oder eine finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung.

Was Arbeitgeber attraktiv macht

1. Gelebte Unternehmenswerte
2. Abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld, Internationalität
3. Verantwortung und Gestaltungs­spielraum
4. Individuelle Weiterentwicklungs- und Förderungsmaßnahmen
5. Entwicklungs- und Karrieremöglich­keiten
6. Ausgewogene Work-Life-Balance
7. Wettbewerbsfähige Gehälter, moderne Anreizsysteme für Mitarbeiter
8. Flexible Arbeitsplätze
9. Moderne Infrastruktur im Unter­nehmen

Quelle: Comparex AG

* Die Autorin Sandra Held ist Leiterin Human Resources bei der Comparex AG.

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