Zugriff auf Geschäftsdaten

Nett gemeint, aber praxisfern?

Wie demokratisch sollte der unternehmensinterne Zugriff auf Geschäftsdaten ­organisiert sein? Eine neue Studie geht dieser Frage nach – und stößt auf zahlreiche Hürden.

Zustimmung der Mitarbeiter

Viele Mitarbeiter wünschen sich eine bessere Verteilung der Datenkompetenzen im eigenen Unternehmen.

Daten können nur dann sinnvoll strategisch das Geschäft befördern, wenn alle Mitarbeiter Zugang zu den Informationen haben und befähigt werden, sie zu nutzen – sagen die einen. Andere halten wiederum dagegen, dass dies schon aus Datenschutzgründen und möglichen Fehlinterpretationen nicht möglich sei. Ein Blick auf die kontrovers geführte Diskussion rund um die Demokratisierung der Daten zeigt, dass es keine einfache Antwort auf die Frage nach der richtigen Strategie gibt.

Aufgrund von datenbasierten Entscheidungen lassen sich Prozesse optimieren, neue Geschäftsmodelle entwickeln und Technologien wie IoT, Machine Learning etc. werden überhaupt erst möglich. Um ihren wirklichen Wert zu entfalten, müssen die Daten jedoch nicht nur erfasst und gespeichert, sondern vielmehr analysiert, interpretiert und entsprechend zur Verfügung gestellt werden. Datenanalyse und Datendemokratisierung sind hier die wichtigen Stichworte.

Daten sind dann besonders nützlich, wenn sie umfassend, im richtigen Moment einfach abgerufen und in die gewünschten Korrelationen gebracht werden können. Genau dieses Ziel steckt hinter der Forderung der Datendemokratisierung: So viele Mitarbeiter eines Unternehmens wie möglich sollten umfassend und unkompliziert auf die Daten zugreifen können. So kann jede Fachabteilung ihre spezifischen Entscheidungen mit Daten untermauern, lange Freigabewege entfallen.

Die grundsätzlich gute Idee scheitert im Unternehmensalltag an übergreifenden, strategischen Fragen zum einen und ganz praktischen Dingen zum anderen. Den meisten Unternehmen fehlt eine Datenstrategie, in der definiert wird, welche Daten für welchen Zweck bereits erfasst oder künftig erhoben werden sollen. Datenschutzaspekte spielen ebenso eine Rolle wie Governance-Vorgaben und prozessuale Abhängigkeiten. ­Eine Datenstrategie sollte dabei aber über eine reine ­Authentifizierungslösung hinausgehen: Sie muss sich an den Unternehmenszielen ausrichten und darf dennoch nicht zu sehr eingrenzen.

Datensilos sind größtes Hemmnis

Eine Umfrage von Sapio Research im Auftrag der Exasol AG, für die mehr als 500 Entscheidungsträger nach mehreren Aspekten zur Datendemokratisierung befragt wurden, zeigt die praktischen Probleme deutlich: So sind beispielsweise 84 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihre derzeitige IT-Infrastruktur die Demokratisierung von Daten eher erschwert. Vor allem die Vielzahl neuer Datenquellen, die es zu integrieren gilt, bereitet den Verantwortlichen Sorge – 28 Prozent benannten diesen Aspekt als spürbares Hemmnis. Die wachsenden Datenmengen und die eigene veraltete Infrastruktur bezeichneten 25 bzw. 23 Prozent als große Herausforderung. Mangelnde Agilität, zu wenig Budget und begrenzte Performance wurden beinahe ebenso häufig genannt (22, 19, 19 Prozent).

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Was bedeutet das? Die volle Demokratisierung von Daten ist in Unternehmen kaum möglich. Wohl aber zeigt die Diskussion dieses Themas, wie wichtig es ist, sich ausführlich damit zu beschäftigen. Nur eine gut durchdachte Datenstrategie kann zur sinnvollen Aufrüstung der Infrastruktur und damit schließlich zur effektiven Nutzung von Daten führen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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