Umweltbundesamt

Neuauflage des Umweltzeichens Blauer Engel

Das Umweltzeichen „Blauer Engel für energieeffizienten Rechenzentrumsbetrieb“ wurde im Expertenkreis des Umweltbundesamte überarbeitet. Durch die aktualisierten Vergabekriterien soll der Blaue Engel voraussichtlich ab Anfang 2019 nachhaltiger sein.

Blick in ein modernes Rechenzentrum

Das Umweltzeichen Blauer Engel zeigt auf, wie effizient Rechenzentren arbeiten.

Das Umweltzeichen wird an Rechenzentren respektive ressourcenbewusste Unternehmen und Organisationen vergeben, die mit einer langfristigen Strategie ihre Energie- und Ressourceneffizienz in Bezug auf die zu erbringende IT-Dienstleistung erhöhen sowie ein regelmäßiges Monitoring zur Optimierung des Rechenzentrumsbetriebs durchführen.

Künftig muss die Energy Usage Effectiveness (EuE) unter dem Wert 1,3 liegen, während die Jahresarbeitszahl (JAZ) den Wert 8 nicht mehr unterschreiten darf, heißt es in einer Pressemeldung. Zudem werde nur noch der Einsatz ausschließlich halogenfreier Kältemittel erlaubt sein. Ferner muss der genutzte Strom für das RZ zertifiziert aus 100 Prozent erneuerbarer Energie stammen. Schließlich darf die mittlere CPU-Auslastung über das Jahr nicht kleiner sein als 20 Prozent.

Wahrscheinlich ist auch eine Änderung der Gültigkeitsdauer des Umweltzeichens: Bisher war der Blaue Engel nur ein Jahr nach dem Erstantrag gültig und musste danach rezertifiziert werden. Bald soll er bis zur nächsten Überarbeitung der Vergabekriterien, voraussichtlich alle drei bis vier Jahre, gültig bleiben. Das senkt den Aufwand sowie die Kosten für Unternehmen.

„Der Blaue Engel ist wichtig, da er die einzige Zertifizierungsmöglichkeit ist, um die Energie-Performance von Rechenzentren, sowohl der Infrastruktur als auch der IT, und damit auch die Betriebskosten und die Nachhaltigkeit zu bewerten. Alle anderen RZ-Zertifizierungen fokussieren sich auf die Beurteilung von Betriebssicherheit und -risiken respektive die Konformität mit den einschlägigen Planungsnormen. Allerdings war es unabdingbar, ihn an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen“, erklärt Dr. Dieter Thiel, Mitglied des Expertengremiums im Umweltbundesamt und Senior Consultant Energiekonzepte der Data Center Group.

Nach seiner Einschätzung ist die Arbeit des Gremiums fast abgeschlossen und der finalen Verabschiedung des neuen Anforderungskataloges in den nächsten Wochen ist durchaus realistisch. „Wir haben einige Kunden, die eine Blauer-Engel-Zertifizierung anstreben. Daher berücksichtigen wir bereits heute in unseren Effizienzprojekten die zukünftigen Kriterien und sichern so deren Konformität mit den kommenden Anforderungen Umweltzeichens“, resümiert Thiel.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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