Robotic Process Automation

Neue Ära für die Lagerhaltung

Durch viele Läger weht derzeit ein frischer Wind: Lästige, repetitive und fehleranfällige Arbeiten werden automatisiert. Eine tragende Rolle kommt dabei der passenden ­Software zu.

Neue Ära für die Lagerhaltung

Robotik und Automatisierung sorgen beim Picken von Stückgut für ­hohe Effizienz und weniger Fehler.

An die Seite des Menschen treten vermehrt Roboter und verbessern vorhandene Automatisierungskonzepte. Die Software übernimmt dabei immer mehr Überwachungs- und Koordinationsaufgaben für das Warehouse-Management in Lagern. Wie effektiv Robotik und Software ineinandergreifen, zeigen Beispiele der Fortschrittstechnologien „Item Picking“ und „Automated Case Palletizing“. 

Item Picking 

Unternehmen mit einer Vielzahl an leichten Produkten, die es Tag für Tag in hoher Frequenz zu kommissionieren gilt, sind die Idealanwender eines voll automatisierten Item-Picking-Systems. Item Picking, als Marke auch „ItemPiQ“, ist eine Technologie zur Stückgutkommissionierung von Behälter zu Behälter. Dabei kann ein Roboter Produkte bis zu einem Gewicht von 1,5 Kilogramm selbsttätig aus einem Quellbehälter greifen und an einen Zielbehälter übergeben. Die Steuerung übernimmt eine darauf spezialisierte Software mit Standardschnittstelle zu einem beliebigen Warehouse-Management-System (WMS). 

ItemPiQ erweitert die Grenzen der Automatisierung in Richtung Künstlicher Intelligenz (KI): Die Robotik agiert mit dem Ziel einer zügigen und fehlerfreien Kommissionierung, lernt unterdessen dazu und passt ihre Bewegung und Greiftechnik an jedes neue Produkt an. Möglich wird dies durch eine Kombination von Kameratechnik (3D-Visionstechnologie) und einem Multifunktionsgreifer. Ein 3D-Sensor erkennt jedes Produkt im Quellbehälter, indem er eine große Anzahl von Messpunkten erfasst. Auf den Produkten werden Greifpunkte ermittelt und vom Greifer des Roboters entsprechend aufgenommen. Der Greifer verfügt über drei Finger und insgesamt vier Saugnäpfe, wodurch eine große Flexibilität entsteht, was die zu greifenden Produkte betrifft. 

Automated Case Palletizing

Die Technologie des Automated Case Palletizing sorgt für die filialgerechte Zusammenstellung von gemischten Paletten, beispielsweise für den Handel. Beide Technologien erfüllen eine ähnliche Funktion:  Die beiden Roboterlösungen schaffen die Voraussetzung dafür, dass es Lagerbetreibern gelingt, ihre Personalressourcen auf strategische Aufgaben zu konzen-trieren, während Maschinen die sich wiederholende Arbeit beim Kommissionieren und Palettieren von Produkten ausführen.

Bei der konkreten Lösung ACPaQ kann z. B. auf Basis eines digitalen Zwillings mit einer Software-Applikation von Filialmitarbeitern zunächst festgelegt werden, welche Kolli, also welche Transportgüter, auf welcher Palette gemeinsam gepackt werden sollen. Wesentlichstes Kriterium hierfür ist die räumliche Nähe der Produkte in der jeweiligen Filiale. Innerhalb der Paletten wird anschließend nach demselben Kriterium sortiert. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 09/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Hierbei existiert ein Zielkonflikt zwischen der räumlichen Nähe, der Stabilität der einzelnen Einheiten sowie dem Gewicht. Während menschliche Kommissionierer diesen Zielkonflikt – vermutlich zwar suboptimal, aber effizient – in ihrem Kopf lösen, ist für die Roboter-Kommissionierung ein deutlich aufwendiger Planungsprozess notwendig. Kern ist hier ein genetischer Algorithmus, der zwar auch kein mathematisches Optimum liefert, jedoch schrittweise sein Ergebnis durch Parametervariation verbessert, bis entsprechende Zielwerte für die einzelnen Kriterien erreicht sind. Das Ergebnis ist ein digitales Abbild der Palette mit allen notwendigen Informationen, die der Roboter zur Platzierung der einzelnen Kolli benötigt. Die ganze Palettenplanung erfolgt bei ACPaQ durch eine spezielle Software, dem SynQ Load Build Manager von Swisslog.

Bildquelle: Swisslog

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