Digitale Berufe

Neue Jobs in KI, Robotik und Automatisierung

Die Digitalisierung sorgt für neue und gewandelte Berufe. Allein in der Automatisierung könnten 800.000 neue Jobs entstehen.

„Die Digitalisierung führt zu einem historischen Wandel in der Arbeitswelt“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks vor einiger Zeit auf der Präsentation einer Studie zum Arbeitsmarkt angesichts der revolutionären Veränderungen durch Computer, künstliche Intelligenz und Robotik.

Wer die Berichterstattung zu dem Thema in der letzten Zeit verfolgt hat, wird sicher vermuten, dass es mit einem weiteren Abgesang auf die Arbeitswelt weiterging. Falsch: „Neue, aufregende und anspruchsvolle Jobs entstehen,“ sagte der Bitkom-Chef. „Sie setzen eine gute Ausbildung voraus und bieten dafür viel Gestaltungsspielraum und Verantwortung.“

Zwar werde die Anzahl der Beschäftigten mit geringer Qualifikation sinken, doch es Mitarbeiter mit entsprechend hohen, vorwiegend digitalen Qualifikationen werden bereits jetzt stark gesucht. So steigt die Zahl der Beschäftigten in der IT-Branche seit Jahren kontinuierlich an, ebenso die Anzahl der offenen Stellen in diesem Bereich, die nur schwer zu besetzen sind.

Neue Berufsbilder in der IT

Regelmäßig entstehen neue Jobprofile, beispielsweise Data-Mining-Spezialist, Social–Media-Manager oder Roboter-Koordinator. Die Anforderungen der Unternehmen an Wissen und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter steigen stetig, dauernde Weiterbildung gehört zum Pflichtprogramm in den meisten Jobs.

Ein typisches Beispiel dafür sind die zahlreichen IT-Personenzertifizierungen, etwa das bekannte Cisco-Zertifikat, das den Expertenstatus für die Hardware dieses Netzwerkausrüsters verleiht. Sie verbriefen Spezialkenntnisse beweisbar und gehören zu den typischen Weiterbildungen in IT-Berufen. Viele Unternehmen achten bei der Einstellung auf solche Zertifikate, sodass sie die Chancen auf einen bestimmten Job deutlich erhöhen können.

Auch in der Highend-Technologie sind neue Berufsbilder entstanden, etwa der Data Scientist. Dieser Beruf wird auch Datenanalytiker genannt und kann an der Uni Konstanz studiert werden, mit dem Abschluss „B. Sc. Information Engineering“. Die Nachfrage steigt stetig, legen die Zahlen der Meta-Jobsuchmaschine indeed.com nahe. Auch in Deutschland ist das Berufsbild begehrt: Beim Meta-Jobsucher joblift.de finden sich derzeit gut 2.200 offene Stellen mit dem Stichwort.

Einen ähnlichen Trend gibt es bei Jobs im Bereich von künstlicher Intelligenz und Robotik. Auf joblift.de sind etwa 1.400 Jobs zu finden, die eine dieser beiden Bezeichnungen in der Ausschreibung haben. Eine erweiterte Suche nach Jobs im Bereich Automatisierung fördert etwa 13.600 aktive Stellenanzeigen zu Tage.

Die Zahlen sind natürlich nur mit Vorsicht zu interpretieren und bilden lediglich einen recht groben Trend ab. Vor allem im Bereich der Hochtechnologie sind die Jobbezeichnungen wenig einheitlich und wandeln sich schnell. So tauchen viele Jobs deutscher Firmen auch mit englischen Bezeichnungen auf.

Doch für einen Eindruck von der Dynamik in Technikberufen reichen die Daten aus. Die Experten der Jobbörse haben die aktuellen Zahlen hochgerechnet. Unter der Annahme, dass die Anzahl der Jobanzeigen in diesem Zeitraum wie in den letzten Jahren ansteigt, könnten die Bereiche KI, Robotik und Automatisierung in den nächsten zehn Jahren etwas mehr als 800.000 Stellen schaffen.

Mathematik und Informatik gehören zum Basiswissen

Doch unabhängig von der Anzahl der Jobs: Die Bezeichnungen für neue Berufe sind ähnlich inflationär wie die für neue Bachelor-Studiengänge. Dahinter stecken allerdings häufig dieselben Grundqualifikationen.

So dürften in Zukunft viele Berufe in den Feldern Angewandte Mathematik und Informatik entstehen. Auch ein Studium von Maschinenbau oder Elektrotechnik ist immer noch eine gute Wette auf die berufliche Zukunft, sofern im Studium auch die Schwerpunkte Software und digitale Services berücksichtigt werden.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Allzeit-Klassikern, die immer gesucht werden, etwa Systemadministratoren, Experten für IT-Sicherheit und Softwareentwickler. Hier dürfte sogar in den nächsten Jahren ein wahrer Job-Boom kommen, denn immer mehr Non-IT-Unternehmen stellen hochqualifizierte IT-Experten in großer Zahl ein.

Doch trotzdem werden sich diese Berufsbilder kontinuierlich verändern. So hat ein heutiger Systemadministrator viel umfangreichere und komplexere Aufgaben als sein Kollege Anno 1996. Und in 20 Jahren wird es zwar auch noch Admins geben, doch ihr Aufgabenbereich wird sich in dieser Zeit sicher mehrmals gewandelt haben.

Bildquelle: Thinkstock

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