VLB-TIX soll Standards setzen

Neue Metadatenbank für den deutschen Buchhandel

Eine NoSQL-Datenbank bildet die Basis für das digitale Titelinformationssystem VLB-TIX, das im deutschen Buchhandel über 390.000 Neuerscheinungen von 23.000 Verlagen informiert.

  • Das Titelinformationssystem VLB-TIX

    Aktuell befinden sich rund drei Millionen Dokumente im Titelinformationssystem VLB-TIX.

  • Das Titelinformationssystem VLB-TIX

    Eine NoSQL-Datenbank bildet die Basis für das neue digitale Titelinformationssystem VLB-TIX.

Das neue digitale Titelinformationssystem VLB-TIX geht zurück auf die Arbeit der Task Force „Metadatenbank“, an der über 50 Buchhandlungen, Verlage und Dienstleister beteiligt waren. Das Ziel der Beteiligten war die Entwicklung eines Marketinginstruments, das von allen Branchenteilnehmern genutzt werden kann. Darüber hinaus sollten die vielfältigen Bedürfnisse aller Handelspartner erfüllt sowie gemeinsame Standards geschaffen werden. Zur Realisierung setzte man auf die Datenbanktechnologie von Marklogic.

Bisher finden Neuerscheinungen im deutschsprachigen Buchhandel in erster Linie über gedruckte Vorschaukataloge ihren Weg in die Buchhandlungen. Der Ablauf ist eingespielt, hat aber auch Nachteile. Denn die Angaben in den aufwendig und teuer produzierten Vorschauen sind oft schon zum Erscheinungstermin veraltet. Die Streuverluste sind enorm und die Informationen lassen sich nicht individuell auf einzelne Zielgruppen zuschneiden. Gefragt war eine moderne Lösung, mit der Verlage ihre Novitäten optimal vermarkten und Buchhändler effizient einkaufen können. Die Antwort darauf lautet nun VLB-TIX.

Das digitale Titelinformationssystem VLB-TIX, im Rahmen eines Joint Venture gemeinsam entwickelt von Newbooks Solutions und der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB), macht die Titeldaten aller an das Verzeichnis „Lieferbarer Bücher“ (VLB) und die Newbooks-Datenbank gemeldeten Neuerscheinungen verlagsübergreifend zugänglich und ist damit der größte, nahezu vollständige Datenbestand der gesamten deutschsprachigen Buchbranche – und damit heute 24/7 abrufbar.

Integration verschiedener Datenquellen und Formate

VLB-TIX stand vor einer großen Herausforderung. Schließlich mussten zur Realisierung des Vorhabens Daten aus dem VLB und aus der Newbooks-Datenbank integriert werden, die Titel von 23.000 Verlagen sowie verschiedenartige Datentypen wie bibliographische Buch-Metadaten, Widgets, Cover-Abbildungen, Produkt- und Autorenvideos, Metadaten zu POS-Materialien, Bestsellerlisten und gemeinsame Käuferdaten enthalten. Außerdem sah sich das Team vor die Aufgabe gestellt, eine große Anzahl von Verlagspartnern mit unterschiedlichen Workflows und verschiedenen Datenformaten in den Prozess einzubeziehen. Dazu gehörten der Import von XML-basierten ONIX-Daten (dem Standardformat für Metadaten im Buchhandel), ein mit Titel-Bestsellerlisten aufbereitetes Format und Exporte aus den verlagseigenen CMS-/ERP-Systemen. Zu guter Letzt musste VLB-TIX auch Schnittstellen zu den Content-Management- und ERP-Systemen der beteiligten Buchhändler bereitstellen, um direkte Bestellungen über das System zu ermöglichen.

Leistungsfähige Datenbank

Zunächst wurde der übliche Weg über den Aufbau einer relationalen Datenbank beschritten. Doch bei VLB-TIX erkannte man schnell, dass für diese Aufgabe eine NoSQL-Datenbank mit einem flexiblen Datenmodell viel besser geeignet ist – schließlich gestalten sich in relationalen Datenbanken der Import und die Konvertierung von Daten zeitaufwendig und komplex.

Die Entscheidung für Marklogic war schnell getroffen: Eine operationale und transaktionale Enterprise NoSQL-Datenbank, optimiert für strukturierte und unstrukturierte Daten. Dem Entwicklerteam gefielen vor allem die Flexibilität und Agilität der Lösung, die Datenimport- und Suchmöglichkeiten sowie die Enterprise-Funktionen. „Nachdem wir feststellten, dass eine relationale Datenbank für die Umsetzung der vielen Funktionen von VLB-TIX nicht ausreichen würde, entdeckten wir Marklogic und das Ergebnis unserer Analyse übertraf unsere Erwartungen“, so Stefan Schwedt, CIO und Teil der Geschäftsführung von Newbooks Solutions. Die Datenbank mit nativer XML-Unterstützung reduziert die Dauer, die Komplexität und die Fehlerquote bei der Datenintegration. Dank der integrierten Suchmaschine können die Daten zudem ohne zusätzliche, zeitaufwendige Synchronisierung auffindbar gemacht werden.

Das Team von VLB-TIX schätzte, dass die bestehenden drei Millionen Dokumente in den Datenbanken im Zuge einer Internationalisierung wahrscheinlich innerhalb eines Jahres auf 30 Millionen ansteigen würden. Diese zukünftigen Informationen schnell und einfach zu integrieren, würde hohe Flexibilität erfordern. Um das ständig wachsende Volumen der Inhalte und Kunden bewältigen zu können, wollte VLB-TIX in der Lage sein, kostengünstige Skalierungen vorzunehmen. Ebenso war eine flexible Infrastruktur gefragt, mit der das Team schnell und ad hoc komplexe Veränderungen vornehmen kann, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für ein derart komplexes Projekt forderte VLB-TIX zudem Unterstützung bei ACID-Transaktionen, höchste Sicherheitszertifizierung, Zuverlässigkeit und hohe Verfügbarkeit. Auch hier konnte die Datenbank mit Enterprise-Funktionen überzeugen, denn die Technologie kann Zehntausende von komplexen Transaktionen pro Sekunde verwalten, ohne dass die ACID-Konformität darunter leidet. Auch handelt es sich um die einzige NoSQL-Datenbank, die ein Common-Criteria-Sicherheitszertifikat erhalten hat. Flexibilität wird dadurch gewährleistet, dass keine komplexen Programme für den Import neuer Datenquellen oder Formate entwickelt werden müssen. Spezifikationen, Funktionen und Workflows können jederzeit schnell überdacht, angepasst oder komplett geändert werden.

Agile Produktentwicklung

Heute wird VLB-TIX über die Datenbank betrieben und enthält Ankündigungen zu mehr als 390.000 Neuerscheinungen von 23.000 Verlagen. Stefan Schwedt erklärt abschließend: „Nach den guten Erfahrungen werden wir auch weiterhin primär auf Basis dieser Datenbanktechnologie unsere System- und Anwendungsentwicklung betreiben.“ Die nächsten Meilensteine in der Produktentwicklung sind Tools zur Budgetverwaltung und zur Bestellung von Leseexemplaren für Buchhändler sowie Reporting-Möglichkeiten für Verlage. Außerdem sind die Übernahme von Daten aus Verlagssystemen im Format ONIX 3.0 sowie die Anbindung von Vertreter-Softwaresystemen und weiteren Auslieferungen in Vorbereitung.

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