Mit Vollgas zur Hochverfügbarkeit

Neues Speicher-Cluster beim Autohaus Wolfsburg

Beim Autohaus Wolfsburg läuft ohne funktionierende IT kaum etwas. Um die Technik­probleme der Vergangenheit ad acta zu legen, entschieden sich die ­Verantwortlichen für ­einen hochverfügbaren Server- und Speicher-Cluster. Dank erfahrener Berater und ­Dienstleister ging der Umstieg von der alten ­Infrastruktur auf die neue ohne Betriebsausfall über die Bühne.

Volkswagen

Dreh- und Angelpunkt der neuen IT-Infrastruktur beim Autohaus Wolfsburg ist die Hochverfügbarkeit.

Ohne verlässliche IT-Systeme geht im Automobilhandel nichts: von Vaudis, der für die Volkswagengruppe maßgeblichen IT-Anwendung, über elektronische Verkaufsassistenz, Gebrauchtwagenhandel, Werkstattplanung oder Zeiterfassung bis hin zu Anwendungen für den Handel mit Ersatzteilen. Darüber hinaus betreiben größere Händler wie das Autohaus Wolfsburg auch eigene SAP-Systeme, ohne die der Tagesablauf ins Stocken gerät. Nachdem es in der Vergangenheit zu Abstürzen, Datenverlusten und manueller Nacharbeit kam, reagierte Ralph Buchweitz. Er ist der u.a. für IT-Systeme und kaufmännische Themen zuständige Geschäftsführer im Autohaus Wolfsburg. Für Buchweitz ist die „IT kein Kostenfaktor, sondern ein Erfolgsfaktor und der Blutkreislauf des Unternehmens“. Entsprechend verlässlich muss sie funktionieren.

Um den Problemen auf den Grund zu gehen, wurden Experten von PwC mit einer Analyse beauftragt. Dabei schrieben die Berater dem Autohaus anschließend u.a. ein höheres Maß an Ausfallsicherheit ins Pflichtenheft. Aus diesem Grund hielten die Verantwortlichen des Autohändlers Ausschau nach einem Dienstleister, der eine hochverfügbare IT-Infrastruktur konzipieren, liefern und später auch warten kann. Fündig wurden sie bei KCT, einem im bayerischen Schwandorf ansässigen Systemhaus, das Erfahrungen rund um die Infrastrukturanforderungen der speziellen Anwendungen für Automobilhändler mitbrachte. Darüber hinaus sprach für den Dienstleister, dass er über tiefgehende Kenntnisse von Microsoft-Infrastrukturen verfügt, etwa wenn es um eine über diverse Standorte verteilte Active-Directory-Umgebung geht.

In Sachen Hochverfügbarkeit überzeugten die Bayern ebenfalls: „Das Systemhaus bot uns ein Hardware-Komplettpaket von Huawei an, das ein spannendes Preis-/Leistungsverhältnis bot“, sagt Ralph Buchweitz. Gemeinsam mit dem Dienstleister und Vertretern von Huawei definierte der neue IT-Verantwortliche des Autohauses, Dirk Schröder, die konkreten Anforderungen. „Dabei riet uns der Hersteller zu einem Tiered-Storage-System, um unsere Anwendungen zu beschleunigen“, sagt Schröder. Hierbei entscheidet das System selbständig je nach Leistungsanforderung, auf welchen Medientyp – Solid State Disk (SSD), SAS, Nearline-SAS – welche Dateien gelegt werden.

Dreh- und Angelpunkt der neuen IT-Infrastruktur ist aber die Hochverfügbarkeit. Um diese zu erzielen, baute der IT-Dienstleister alle Komponenten als transparentes Failover-Cluster spiegelbildlich in den beiden Datenräumen der Automeile auf und verband sie über 10-Gigabit-Ethernet. Alle Systeme laufen im Hot-Standby, so dass bei Ausfall der Hauptsysteme ohne Ausfallzeit die redundanten Server und Speicherlösungen alle Aufgaben übernehmen. „Im Normalbetrieb verlagern die Server die Arbeitslasten wie virtuelle Maschinen je nach Auslastung zwischen sich“, sagt Schröder. Insgesamt laufen auf den ESXi-Hosts derzeit gut 70 virtuelle Maschinen, eine pro Anwendung. Diese Zahl soll künftig steigen, wenn beispielsweise auch die SAP-Systeme in virtuellen Maschinen laufen. Auch bei der Virtualisierung ist das Autohaus gut aufgehoben: Der Dienstleister bringt hier Fachwissen rund um VMware oder Microsoft Hyper-V mit.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Jeder der beiden Hosts hat 32 physische CPU-Kerne und rund 800 Gigabyte Arbeitsspeicher. Das Storage-System besteht aus insgesamt 18 Terabyte, die auf Festplatten abgelegt sind, und weiteren zwölf auf schnellen Solid State Disks (SSD) gespeicherten Terabyte. „Die konzipierte Hardware ist durch ihre Skalierbarkeit ideal für Unternehmen wie das unsere“, so Schröder. „Wir haben mit einer kleineren Konfiguration begonnen, die dann im laufenden Betrieb je nach Anwendungsauslastung mitwächst“.

Der Wechsel von den vorhandenen Server- und Speichersystemen auf die neuen Komponenten musste im laufenden Betrieb des Autohauses passieren. Ausfallzeiten kamen letztlich nicht vor. Mitverantwortlich hierfür war, dass der Dienstleister die komplette Hardware erst bei sich aufgebaut und eingehend getestet hat. Erst dann wurde sie gemeinsam mit Experten des Hardware-Herstellers vor Ort beim Autohaus installiert. Anschließend folgte die Migration aller Nutzdaten.

„Wie bei jedem IT-Projekt klappte auch bei der Installation der Server und Speichersysteme nicht alles auf Anhieb“, erinnert sich Dirk Schröder. „Das Gespann aus KCT, Huawei und unseren eigenen Mitarbeitern hat aber alles in kurzer Zeit gelöst“, so der IT-Leiter weiter. Seit der Cluster in Betrieb ist, geht die Arbeit mit den Händlerapplikationen flüssiger von der Hand. Die Performance soll durch einen Wechsel von Microsofts Terminal Server 2003 auf die Version 2012 zudem weiter steigen. Und auch die Ausfallsicherheit mussten die IT-Fachleute um Dirk Schröder schon einem Praxistest unterziehen: Im sekundären Rechenzentrum gab es einen Stromausfall, den auch die USV-Systeme nicht abfangen konnten. Die Kollegen haben davon nichts mitbekommen, da die primären Komponenten im Haupthaus alle Aufgaben auch alleine abwickeln konnten. „Wir können sagen, dass unser neues IT-Konzept aufgegangen ist. Desweiteren sind wir innerhalb unseres Budgets blieben“, so Dirk Schröder. Das Autohaus arbeitet nicht nur mit einem ausfallsicheren, sondern generell stabileren IT-System und muss keine weiteren Datenverluste oder Ausfallzeiten fürchten. Kommt es im laufenden Betrieb dennoch zu Schwierigkeiten, stehen die Techniker des Dienstleisters per Remote-Support zur Verfügung. Seit Inbetriebnahme der Lösung im Frühjahr 2015 gab es jedoch keine ernstlichen Einsätze.


Die Autohaus Wolfsburg Heitmann & Co. KG

Das seit 1957 bestehende Autohaus Wolfsburg gehört zu den größten Volkswagenhändlern und umfasst Autohäuser der Marken Audi, Volkswagen, Seat und Skoda. Dazu kommen Häuser für Nutzfahrzeuge und Ersatzteile (Nora-Zentrum). Die meisten der Niederlassungen sind auf Wolfsburgs Automeile angesiedelt. Insgesamt beschäftigt die Gruppe, die im Jahr 2015 einen Umsatz von 600 Mio. Euro machte, knapp 2.000 Mitarbeiter und setzte im Jahr 2015 über 24.700 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge ab.


Bildquelle: Volkswagen

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok