SPONSORED POST: Arbeitszeitmodelle

Nur noch vier Tage in der Woche arbeiten?

Nur noch vier statt fünf Arbeitstage in der Woche: Oliver Ebel von Citrix beschäftigt sich mit dem Für und Wider der Vier-Tage-Woche und ihren Chancen.

  • Arbeitszeitmodelle - Nur noch vier Tage in der Woche arbeiten?

    In Deutschland ist die Vier-Tage-Woche allenfalls ein Nischenphänomen, mit dem sich Start-ups und kleine Kreativagenturen beschäftigen.

  • Arbeitszeitmodelle - Nur noch vier Tage in der Woche arbeiten?

    Fixe Arbeitszeiten werden allmählich selten, die meisten Arbeitnehmer haben zumindest Gleitzeitangebote und somit eine gewisse Flexibilität.

Nur noch vier Tage in der Woche arbeiten?

Arbeitszeitmodelle wandeln sich. Fixe Arbeitszeiten werden allmählich selten, die meisten Arbeitnehmer haben zumindest Gleitzeitangebote und somit eine gewisse Flexibilität. Aber es gibt auch radikalere Ansätze, einer davon ist nur noch vier statt fünf Arbeitstage in der Woche zu leisten.

Man hört und liest immer wieder einmal von Unternehmen, die Experimente mit Arbeitszeitverkürzung starten, so etwa die neuseeländische Firma Perpetual Guardian, die letztes Jahr die Stunden aller Mitarbeiter auf 80 Prozent reduzierte und das bei vollem Gehalt. Zunächst war dieser Schritt ein Pilotversuch als Reaktion auf eine Mitarbeiterbefragung, die ein sehr hohes Stresslevel feststellte. Das Projekt war so erfolgreich, dass es in dem Unternehmen Standard wurde. Sogar die neuseeländische Regierung wollte den Schritt zum Anlass nehmen, um über Änderungen bei den Wochenarbeitszeiten nachzudenken.

In Deutschland ist die Vier-Tage-Woche allenfalls ein Nischenphänomen, mit dem sich Start-ups und kleine Kreativagenturen beschäftigen. In großen Unternehmen ist das Thema eigentlich nicht präsent. Von klassischen Teilzeitkonzepten soll hier nicht die Rede sein, diese sind natürlich auch in der deutschen Wirtschaft fest etabliert.

Die Deutschen und ihre Arbeitszeiten

Wenn wir uns mit Konzepten wie einer Vier-Tage-Woche beschäftigen wollen, lohnt es sich, zunächst einen Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland zu werfen. In welchen Modellen arbeiten die meisten Bundesbürger aktuell? Gibt es Probleme mit Überstunden? Um diese Fragen zu beantworten, hat Citrix eine Umfrage unter 500 deutschen Arbeitnehmern durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass ein Kernzeitenmodell eindeutig dominiert. Das heißt, dass Arbeitnehmer beispielsweise von 10 bis 16 Uhr in der Firma präsent sein müssen, sich ihre restlichen Stunden aber frei einteilen können. Das ist bei 48 Prozent der Befragten der Fall. Ganz reguläre, fixe Arbeitszeiten müssen 23 Prozent ableisten. Der gleiche Anteil der Umfrageteilnehmer genießt komplette Flexibilität, solange die wöchentliche Arbeitszeit erfüllt wird. Flexibilität ohne vorgegebene Stundenanzahl können nur vier Prozent in Anspruch nehmen.

Hierzulande sind wir also schon relativ flexibel, was die Ausgestaltung unserer Arbeitszeiten angeht. Das zeigt auch der Vergleich mit anderen Ländern, in denen die Citrix-Umfrage ebenfalls durchgeführt wurde. So arbeiten etwa 73 Prozent der Italiener nach fixen Zeiten. Auch in Canada ist dieses Modell mit 64 Prozent weit verbreitet, ebenso im Vereinigten Königreich mit 58 Prozent.

Was sagen die Deutschen zu Mehrarbeit?

68 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass Überstunden ein generelles Problem darstellen. 62 Prozent der Befragten geben an, dass sie vier oder mehr Stunden pro Woche außerhalb ihres präferierten Zeitfensters arbeiten. Vor diesem Hintergrund sehen die Chancen für eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit eher schlecht aus. Tatsächlich halten die meisten Deutschen eine Einführung auch für unwahrscheinlich. Die große Mehrheit der Befragten (87 Prozent) hält es für unwahrscheinlich, dass ihr Arbeitgeber in nächster Zeit ein derartiges Modell einführen wird. Wünschen würden es sich die Arbeitnehmer allerdings: 66 Prozent würden gerne vier Tage pro Woche arbeiten, solange sich ihr Verdienst nicht verringert. 15 Prozent würden auch Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Vier-Tage-Woche, eine logische Weiterentwicklung?

1956 forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund „40 Stunden sind genug!“ und „Samstags gehört Vati mir!“ Mittlerweile ist das längst Standard, viele Tarifverträge sehen ohnehin nur noch 35 Stunden vor. Seit Beginn der industriellen Lohnarbeit ist die tägliche, beziehungsweise wöchentliche Arbeitszeit kontinuierlich gesunken. Das ist sicherlich einerseits Ergebnis eines langen Kampfes der Arbeiter für ihre Rechte, andererseits machten es mehr und bessere Maschinen möglich, die Arbeitszeit zu verkürzen, ohne die Produktivität zu vermindern.

Automatisierung steigerte diesen Effekt noch, führte allerdings auch zu großen Entlassungswellen in der verarbeitenden Industrie. In Zukunft könnten wir im Zuge der Digitalisierung derartige Phänomene auch in anderen Branchen erleben. KI-Algorithmen können beispielsweise schon selbstständig Börsennachrichten erstellen.

KI und Produktivität

Der verstärkte Einsatz von Machine Learning und künstlicher Intelligenz in der Industrie kann dazu führen, dass Arbeitnehmer wesentlich produktiver werden und so eine flächendeckende Umsetzung der Vier-Tage-Woche realistisch wird. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Aktuell ist die Vier-Tage-Woche allerdings ein Konzept, das einzelne Arbeitgeber als innovatives Projekt einführen. Solange das Modell nicht zur Regel wird, heißt es aber auch, dass dann die Mitarbeiter die gleiche Arbeit in einem Tag weniger erledigen müssen, sonst drohen Wettbewerbsnachteile. Gelingt das, ist der Schritt aber andererseits ein herausragender Vorteil für Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte.

Fest steht: Die Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit steht und fällt mit der Produktivität der Mitarbeiter. Diese wird natürlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst, einer davon ist aber immer auch Technologie. Die kann Mitarbeitern Aufgaben abnehmen, oder zu mehr Aufwand führen. Daher sollten Unternehmen, die ihren Angestellten verkürzte Arbeitszeiten anbieten wollen, hier ansetzen und nach innovativen Lösungen Ausschau halten.

Bildquelle: Citrix

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok