Thilo Jahke, Provantis IT Solutions

„Wolke klingt immer mysteriös“

Interview mit Thilo Jahke, Geschäftsführer der Provantis IT Solutions GmbH, die eine Software für Zeiterfassung und Abrechnung von Projekt- und Reisekosten im Software-as-a-Service-Modell entwickelt hat, über das Mysterium der Cloud

Thilo Jahke, Provantis

Thilo Jahke, Geschäftsführer der Provantis IT Solutions GmbH

IT-DIRECTOR: Herr Jahke, Ihr Unternehmen ist im Bereich Cloud Computing aktiv. Was zeichnet Sie aus?
T. Jahke:
Wir haben im Jahr 2000 damit begonnen die Software, die wir als Grundlage für die Unternehmensgründung entwickeln wollten – die Zeiterfassung von Projekten –, von Anfang an als webbasierte Lösung zu konzipieren. Man kann sie seitdem sowohl kaufen als auch mieten. Die Begriffe „Software as a Service“ oder „Cloud Computing“ gab es nicht. Damals war es eine Überzeugungsarbeit, wenn es darum ging, die Software zu mieten und übers Internet zu nutzen. Das war neu. Heute ist es umgekehrt: Die Kunden sagen, dass sie sie nicht kaufen, sondern mieten wollen.

IT-DIRECTOR: Könnten Sie den Begriff „Cloud“ definieren?
T. Jahke:
„Cloud“ heißt übersetzt die „Wolke“. Wolke klingt immer mysteriös. Was verbirgt sich dahinter? Wo sind meine Daten oder Programme, die ich nutze? Wolke hat etwas Verschwommenes. Wenn man richtig hinsieht, stecken Unternehmen, Server und Computeranlagen dahinter. Der Begriff ist problematisch und unklar. Daher ist es wichtig, darüber zu informieren.

IT-DIRECTOR: Der Zugriff auf Daten und die Datenverfügbarkeit sind virulente Themen des Cloud Computing. Welchen Stellenwert haben diese Bereiche für Sie?
T. Jahke:
Hierbei spielt der Sicherheits- und Datenschutzgedanke eine große Rolle, weil man als Unternehmen sensible Daten oder Betriebsgeheimnisse hat. Wesentlich ist, wo Daten gelagert, wie sie gespeichert und vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Als Cloud-Computing- oder als SaaS-Anbieter muss man sich darum kümmern. Noch wichtiger wird der Datenschutz, wenn es darum geht, dass kein Unbefugter auf die Daten zugreifen kann. Im Zeitalter von Viren und Hackerangriffen ist Datensicherheit ein zentraler Punkt.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Service Level Agreements (SLA) arbeiten Sie?
T. Jahke:
Wir vereinbaren mit unseren Kunden vertraglich die Verfügbarkeit der Systeme, die auch von der Verfügbarkeit der Internetleitungen und Serversysteme abhängt. Zum SLA gehört die Datensicherung, das heißt, dass die Daten mehrfach gespiegelt an verschiedenen Standorten abgelegt sind. So sind sie beim Ausfall von Computeranlagen und ganzen Standorten nicht verloren. Hinzu kommt der Datenschutz. In unserem Fall stehen die Server in Deutschland sowie in unseren eigenen Räumen. Mit Alarmanlagen und Zugriffschutz wird die Sicherheit vor unbefugtem Zugang zu den Systemen gewährleistet sowie auch durch Firewalls und eine 24-Stunden-Überwachung. So können wir bei Angriffsversuchen schnell reagieren.

IT-DIRECTOR: Was erwarten die Kunden?
T. Jahke:
Sie erwarten diese Service Level Agreements und auch den Serverstandort Deutschland. Daher haben wir uns im April 2011 an den „Cloud Services Made in Germany“ beteiligt. Der Grundgedanke dieser Initiative ist insbesondere das Thema der Rechtssicherheit. Ein Anbieter, der Mitglied ist, verpflichtet sich, dass die in Deutschland geltenden Datenschutzbestimmungen eingehalten werden, dass der Zugriff auf die Server beschränkt auf die entsprechend vertraglich gebundenen Mitarbeiter ist und der Server in Deutschland steht.

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