Interview mit Matthias Zastrow, EMC

Offene Standards für die Hybrid Cloud

Interview mit Matthias Zastrow, Director Consulting bei EMC Deutschland, über die Nachfrage nach kompatiblen Cloud-Architekturstandards

Matthias Zastrow, EMC Deutschland

Matthias Zastrow, Director Consulting bei EMC Deutschland

IT-DIRECTOR: Herr Zastrow, welche Standards für Cloud-Services haben sich hierzulande inzwischen flächendeckend etabliert?
M. Zastrow:
Bei den Cloud-Architekturstandards sind derzeit sicherlich Amazon, VMware Air sowie Microsoft Azure zu nennen.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich die konkrete Nachfrage der Anwenderunternehmen nach Cloud-Standards?
M. Zastrow:
Die Nachfrage ist groß, da die Unternehmen nicht auf Lösungen oder eigene Architekturen setzen wollen, die bei einer Weiterentwicklung Richtung Hybrid Cloud inkompatibel zu Anbietern am Markt sind.

IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert besitzen Initiativen wie „Cloud-Services made in Germany“ oder „Trusted Cloud“?
M. Zastrow:
Der Stellenwert solcher Initiativen ist sehr hoch, insbesondere seit der „NSA-Affäre“. Sicherheit ist immer eins der Hauptthemen in Cloud-Computing-Projekten, egal ob es um private, öffentliche oder hybride Cloud-Lösungen geht. „Cloud-Service made in Germany“ ist jedoch erst dann sinnvoll, wenn sichergestellt ist, dass der Netzwerkverkehr zwischen Unternehmen und Cloud-Service-Provider regional und hochverschlüsselt ablaufen kann (Stichwort Schengen-Routing). Zudem ist das Thema „Datenhaltung in Deutschland“ derzeit sehr wichtig.

Für Großkunden und internationale Lösungen ist „Cloud-Services made in Germany“ aber nicht so relevant, da die globale Verfügbarkeit nicht nur aus einem Standort/Kontinent heraus erfüllt werden kann.

IT-DIRECTOR: Welchen Reifegrad besitzen derzeit quelloffene Cloud-Architekturen wie „Openstack“ oder „Cloud-Stack“?
M. Zastrow:
Openstack ist eine gereifte Open-Source-Lösung geworden und wird zunehmend von Unternehmen und kommerziellen Cloud-Anbietern wie VMware beachtet. Beispielsweise hat VMware eine stärkere Integration und Verzahnung mit Openstack auf der VMworld 2014 bekanntgegeben.

IT-DIRECTOR: Inwieweit erfahren quelloffene Cloud-Architekturen Zuspruch seitens der Anwenderunternehmen?
M. Zastrow: Openstack wird zunehmend als ernsthafte Alternative zu kommerziellen Cloud-Management-Umgebungen für etablierte Hypervisoren gesehen.

IT-DIRECTOR: Wohin werden sich Ihrer Ansicht nach Open-Source-Projekte wie Openstack, Cloud Foundry, Open Shift, Open Cloud oder Cloud-Stack in Zukunft entwickeln? Welche Anbieter werden hier die Vorreiterrolle übernehmen?
M. Zastrow:
Open Source wird an Bedeutung weiter zunehmen. Viele Unternehmen akzeptieren zunehmend Open-Source-Projekte, oft mit Support und Erweiterungen durch kommerzielle Zusatzangebote wie bei Pivotal Cloud Foundry bzw. Pivotal One. Wichtige Argumente dafür sind die große Entwicklergemeinde, die Überprüfbarkeit von offenem Quellcode und die hohe Qualität der Software. Einige Unternehmen schätzen zudem, dass sich der Funktionsumfang von Open-Source-Lösungen besser beeinflussen lässt als derjenige von geschlossenen Produkten.

IT-DIRECTOR: Wie können Anwender bei der Vielzahl der quelloffenen Cloud-Initiativen noch den Überblick behalten? Und wie können sie die für ihre Zwecke richtige Initiative finden?
M. Zastrow:
Anwender können sich bezüglich der quelloffenen Cloud-Initiativen von Experten beraten lassen. Beispielsweise bietet EMC die Cloud Advisory Services, die Unternehmen dabei helfen, den für sie passenden Cloud-Ansatz zu finden.


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