3D-Technologien gehören bald zum Alltag

Prototypen aus dem 3D-Drucker

Interview mit Xavier Gastaminza, Country Manager Germany bei BQ, über die Rolle von 3D-Drucker bzw. 3D-Printing für die Prototypenherstellung

Xavier Gastaminza, BQ

Xavier Gastaminza, General Manager Europe sowie Country Manager Germany bei BQ

IT-DIRECTOR: Herr Gastaminza, welche professionellen Anwendungsbereiche sehen Sie für 3D-Drucker im Unternehmensumfeld?
X. Gastaminza:
Viele verschiedene Branchen profitieren bereits heute von den Möglichkeiten, die 3D-Drucker bereithalten. Dazu gehört der Designbereich, die Prototypherstellung, die Fertigung, die Luftfahrt oder auch die Schuhherstellung. Nicht zu vergessen sind natürlich Anwendungsbereiche in der Medizin. So ist es jetzt schon möglich, mithilfe von 3D-Druckern Prothesen oder Zahnimplantate herzustellen.

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Technologie in unserem Alltag ist es uns besonders wichtig, dass Kinder schon in jungen Jahren mit Technologie in Kontakt treten, diese verstehen und weiterentwickeln. Hierzu haben wir unsere eigene Lernplattform Diwo ins Leben gerufen, durch welche auf verständliche Art und Weise die Funktionsweise von Technologie erklärt wird und lehrreiche Inhalte geteilt werden können.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sind 3D-Drucker hierzulande bereits in den Unternehmen verbreitet? Welche Branchen sind besonders hervorzuheben?
X. Gastaminza:
Der Markt für 3D-Drucker bietet unzählige Möglichkeiten für Innovationen. Deutschland ist hier in vielen Bereichen Vorreiter. Schon jetzt gibt es viele unterschiedliche Kundengruppen: Architektur- und Designstudios, Krankenhäuser, Produktionstechnik und viele mehr. Auch die Luftfahrt profitiert beispielsweise davon, dass neue Bauteile für Flugzeuge mittels 3D-Druck ausprobiert werden können, ohne dass aufwendig nach Lieferanten gesucht werden muss. Im Rahmen der diesjährigen Fashion Week wurden ganze Kollektionen aus dem 3D-Drucker vorgestellt, im vergangenen Jahr wurde das erste fahrbare Auto aus nur 49 Teilen gedruckt – der Hersteller, der dafür verantwortlich ist, kommt jetzt auch nach Deutschland. Es bleibt weiterhin spannend, was damit in Zukunft möglich sein wird – eines ist absehbar: Nämlich, dass der 3D-Druck ganze Branchen revolutionieren wird.

Wir legen viel Wert auf hochwertige Polylactide (PLA). Dadurch, dass wir diese mit Lebensmittelfarbstoffen färben, kann das Ergebniss problemlos für den Druck von Kinderspielzeug oder Besteck verwendet werden. Diese Filamente stellen wir in unseren eigenen Werken im Norden Spaniens her. Durch die neuen Kupfer-, Bronze-, Holz- und Filaflexfilamente, die wir in unserem Online-Shop und über unsere Vertriebspartner vertreiben, sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt. Von komplizierten Turbinenmodellen bis hin zum individuellen Schmuck kann alles in den verschiedensten Farben und Materialien ausgedruckt werden.

IT-DIRECTOR: Wie teuer sind professionelle 3D-Drucker aktuell in der Anschaffung? Über welche Quellen lassen sich diese insbesondere in Deutschland beziehen?
X. Gastaminza:
Die Preisspanne bei professionellen 3D-Druckern kann stark schwanken. Sie reicht beispielsweise von etwa 500 Euro für einen 3D-Heimdrucker wie den Prusa i3 Hephestos, bis zu Preisen im sechsstelligen Bereich bei industriellen Druckern. Unsere 3D-Drucker, vor allem der Witbox von BQ mit einem Preis von 1.690 Euro, sind für den Heimgebrauch gedacht. Dennoch werden die Drucker derzeit hauptsächlich von Fachleuten aus dem technischen oder kreativen Bereich benutzt, die so binnen Minuten oder Stunden Objekte entwerfen und herstellen können. Solange die breite Öffentlichkeit noch keine 3D-Drucker verwendet, wird sich die Nutzung vermutlich vorerst auf Fachkreise beschränken.

Auch die Preise für Druckmaterialien können variieren, hier gibt es beträchtliche Unterschiede. Unser PLA-Filament bietet mit einem Preis von 19,90 Euro eine der günstigsten Alternativen, die aktuell auf dem Markt angeboten werden. Das biologisch abbaubare PLA stellen wir in unseren eigenen Werken im Norden Spaniens her.

Noch immer gibt es in Deutschland nur wenige Distributoren von 3D-Druckern. Häufig empfiehlt es sich, diese direkt bei den Herstellern zu beziehen. Wir arbeiten direkt mit Unternehmen zusammen, die 3D-Drucker einführen wollen.

IT-DIRECTOR: Worauf müssen die Verantwortlichen bei der Einbettung von 3D-Druckern sowohl in vorhandene Geschäftsprozesse als auch IT-Landschaften achten?
X. Gastaminza:
Die entscheidenden Faktoren bei der Auswahl eines 3D-Druckers sind in erster Linie der zur Verfügung stehende Druckbereich, Qualität und Schnelligkeit des Drucks sowie alle möglichen Druckmaterialien – einige 3D-Drucker erlauben nur die Verwendung bestimmter Materialien, oft die des Herstellers. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist auch der technische Service, den der Hersteller oder der Vertrieb anbietet sowie Schulung, Beratung und Sicherheit.

3D-Drucker, wie zum Beispiel unser Modell Witbox, weisen ein hohes Druckvolumen auf, das eine DIN-A4-Fläche mit bis zu 20 cm Höhe abdeckt. Außerdem wird ein innovatives Drucksystem verwendet, das von der Fibonacci-Kurve abgeleitet wurde. Hierbei wird ein Schlauch verwendet, durch den das Filament geführt wird. Das Filament muss somit nicht mehr außerhalb angebracht werden. Die Drucker können platzsparend aufeinander gebaut werden. Dies sind nur einige der Charakteristika, die Fachleuten und Gestaltern die Arbeit erleichtern.

Immer mehr deutsche Nutzer interessieren sich zudem für die 3D-Drucker nach dem DIY-Prinzip, zu denen der Prusa i3 Hephestos zählt. Dank seines Preises von knapp 500 Euro ist er auch für Start-ups und Kreative interessant.

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