Processforum 2012

Prozessmanagement nach Bedarf

Auf der Kundenveranstaltung Processforum preist die Software AG ihre Plattform­strategie. Damit ließen sich Lösungen auf individuelle Anforderungen ­zuschneiden, so Technikvorstand Wolfram Jost. Das Konzept bietet viel Flexibilität, der Aufwand für das Customizing ist jedoch groß.

Wolfram Jost, Software AG

Wolfram Jost, CTO der Software AG, ist auf die Themen Mobility, Collaboration, Cloud und In Memory ­fokussiert.

Mit dem sogenannten K-Release will die Software AG alle derzeitigen IT-Trends abdecken. Auf der Kundenveranstaltung Processforum im Juni 2012 in Darmstadt gab CTO Wolfram Jost einen Ausblick auf die kommende Version der Prozessmanagement- und Integrationsplattform, die bis Ende des Jahres an erste Anwender ausgeliefert werden soll. Mobility, Collabora­tion, Cloud und In Memory sind dabei die bestimmenden Themen. So wird das K-Release zum Beispiel Smartphone-Apps für die Modellierung von Geschäftsprozessen bieten. Um die Zusammenarbeit zwischen den prozessverantwortlichen Mitarbeitern zu unterstützen, wird eine Social-Software-Lösung in die Plattform integriert. In-Memory-Technik soll sowohl Aris als auch Webmethods einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bringen.

Damit sich die neuen Möglichkeiten auch einfach nutzen lassen, werden zudem die Anwenderoberflächen überarbeitet. Im neuen Aris will die Software AG etwa eine Suchfunktion integrieren, die in ihrer Einfachheit und Bedienbarkeit an Google erinnern soll. Ziel ist es, dass der Nutzer vor allem über dieses Suchtool mit der Lösung arbeitet. „Er braucht kein Menü mehr“, verspricht Jost. Die Software AG arbeitet außerdem daran, Analysefunktionen in seine Systeme zu integrieren. Damit sollen sich einfache Auswertungen von Prozessen auf Abteilungsebene umsetzen lassen. „Wir reden hier aber nicht von einem großen Business Warehouse“, erklärt der CTO. Den besonderen Vorteil seines Unternehmens sieht er darin, dass die Software AG eine Plattformstrategie verfolgt. Auf dieser Plattform werden alle notwendigen Softwarekomponenten wie die Process Engine oder Process Intelligence zur Verfügung gestellt. So lassen sich Lösungen auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Anwenderunternehmens zuschneiden. „Eine Plattform ist besser als ein fertiges Produkt“, sagt Jost. „Sie ist flexibler und lässt sich ständig den veränderten Anforderungen anpassen.“

Nach Meinung des Technikvorstands bietet speziell die eigene Plattform weitere Vorteile im Vergleich zu einem abgeschlossenen System. Dazu zähle, dass sie End-to-end-Prozesse unterstützt und serviceorientiert aufgebaut ist. Geschäftsprozessmanagement, Social Software und mobile Funktionen seien als native Komponenten und nicht als Add-ons eingebunden.

Die Flexibilität einer Plattform schätzt auch der Schweizer IT-Dienstleister Swisscom IT-Services. Das Unternehmen nutzt für seine B2B-Handelsplattform Conextrade verschiedene Webmethods-Komponenten, um die Anforderungen wie etwa die Prozessautomatisierung zu erfüllen. Mithilfe der Softwarewerkzeuge ließen sich individuelle Lösungen für die unterschiedlichen Kunden umsetzen, berichtet Marcel Wildhuber, Market Deve­loper bei Swisscom. „Standards reichen nicht“, so Wildhuber auf dem Processforum. Als eine der Stärken der Webmethods-Technologie sieht er daher, dass sich deren Servicebausteine immer wieder neu zusammenfügen lassen.

Das Plattformkonzept bringt aber nicht nur Vorteile. Das weiß zum Beispiel Ulrich Bietz, Senior Consultant beim Flughafenbetreiber Fraport. Die dortige Prozess- und Applikationsarchitektur basiert auf Aris. Bietz lobt zwar auch die Flexibilität der Lösung. Er weist aber darauf hin, dass der Aufwand für die Anpassungsmaßnahmen sehr hoch gewesen sei, bevor die Technik genutzt werden konnte. „Die Plattform kann viel, braucht aber sehr viel Customizing“, sagt Bietz. Zudem sei die Integration mit den anderen Werkzeugen des IT-Managements eine Herausforderung. Die Arbeit mit der Aris-Plattform braucht laut Bietz ein klares Konzept. Ein Metadatenmodell sei ebenfalls besonders wichtig. Wenn die notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind, bietet sich dem Anwender aber eine nützliche Technologie. So habe etwa Fraport unter anderem Transparenz im Prozessmanagement gewonnen, wie Bietz berichtet.

Deutlich wird der Nutzen der Prozesssoftware beim Edelmetall- und Technologieunternehmen Heraeus. Ein Problem, mit dem Her­aeus zu kämpfen hat, ist der Verlust von Edelmetallmengen bei der Verarbeitung. Gründe dafür seien entweder prozessbedingt oder in der Unachtsamkeit sowie Unredlichkeit von Mitarbeitern zu suchen, so Heinz Bozem, Prozessmanager bei Heraeus. „Die größten Risiken liegen in den Prozessen“, erklärt er. Um diese zu reduzieren, liefert Aris sicherheitsrelevante Kennzahlen aus den Abläufen. Auf deren Basis können dann die Risiken analysiert werden. Für das Unternehmen ist das von großer Bedeutung. Pro Monat gebe es weltweit drei bis vier Fälle von Materialverlust, berichtet Bozem. „Und wir reden hier von Edelmetallen, die um die 40 Euro pro Gramm kosten.“

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