30.01.2018 Ausbau des Data Warehouse

Quelloffene BI-Plattform für die Bundespolizei

Von: Stefan Müller

Eine quelloffene Business-Intelligence-Plattform (BI) unterstützt die Bundespolizei beim Betrieb und Ausbau ihres Data Warehouse.

Die Bundespolizei gewinnt mit ihrer BI-Plattform Flexibilität im laufenden Betrieb.

Die Bundespolizei gewinnt mit ihrer BI-Plattform Flexibilität im laufenden Betrieb.

Die Bundespolizei setzt die Business-Intelligence-Plattform (BI) Pentaho ein, um ihr Data Warehouse und Datenanalysen zu erstellen. Mithilfe der Software berechnet die Behörde umfassende polizeiliche Statistiken. Projektpartner ist der IT-Dienstleister IT-Novum, von dem die Bundespolizei Beratungs-, Implementierungs- und Support-Leistungen sowie die Pentaho-Lizenzen bezieht. Innerhalb der IT der Bundespolizei nimmt die BI-Plattform eine Schlüsselposi­tion ein. Denn die Behörde kann über die Software ihre gesetzlichen Meldepflichten besser und schneller erfüllen. Auch Anfragen aus dem Bundestag oder dem Polizeipräsidium können zügiger beantwortet werden.

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Da man einen Komplettanbieter für die Betreuung der Software benötigte, fiel die Wahl auf IT-Novum. „Wir haben einen Partner gesucht, von dem wir alles erhalten: Schulungen, Support, Beratung und Lizenzen“, so Michael Becker, erster Polizeihauptkommissar und technischer Leiter des Projekts bei der Bundespolizei. Bei der Produktauswahl spielten vor allem die verwendeten Technologien, die Offenheit der Software-Architektur und die Funktionen im Bereich Datenintegration und -analyse eine Rolle: „Wir haben kein anderes Produkt gefunden, das uns größere technologische Möglichkeiten bietet. Während des Testens anderer Lösungen wurde uns klar, dass wir auf die Vorteile von Open-Source-Software nicht verzichten wollten“, kommentiert Michael Becker die Produktentscheidung.

Bessere Einsatzkräfteplanung


Die BI-Plattform dient als Grundlage für die Berechnung der Polizeilichen Eingangsstatistik, die 20 Handlungsfelder umfasst. Außerdem führt die Bundespolizei mithilfe der Software Data-Integration-Informationen aus verschiedenen Systemen in einem Data Warehouse zusammen und bereitet sie einheitlich auf. Aufbauend auf diesem konsolidierten Datenbestand erstellt die Behörde Großlagebilder anhand von Reports und Auswertungen. Durch die standardmäßig vorhandenen Schnittstellen in der Software können Informationen aus verschiedenen Quellsystemen einfach integriert werden:

Für die Ermittlung des dynamischen Polizeikräftebedarfs im Bereich der großen Flughäfen werden täglich die bundesweit gültigen Flugpläne vom Flughafenkoordinator des Bundes ins System geladen und mit weiteren Informationen angereichert.

Für die Planung der Dienstpläne laufen die Buchungsdaten aller Zeiterfassungsterminals in die BI-Plattform, wo sie aufbereitet und anschließend an die interne Dienstplanungs-Software übergeben werden. Das bedeutet eine Vereinfachung der täglichen Einteilung und Planung der Einsatzkräfte und ermöglicht es, flexibler auf akuten Handlungsbedarf zu reagieren wie etwa während der Flüchtlingswelle 2015.

Die Daten der polizeilichen Ausgangsstatistik werden täglich aufbereitet aus dem Quellsystem geholt und im Data Warehouse als Cube statistisch und in „R“ geovisualisiert dargestellt. Zukünftig ist geplant, die Daten der polizeilichen Eingangsstatistik mit den Informationen der polizeilichen Ausgangsstatistik in direktem Vergleich darzustellen. Aus dem Einsatzleitstellensystem werden täglich die Daten des vorangegangenen Tages in das System geladen und ebenso als Cube statistisch und in „R“ geovisualisiert dargestellt. Das Web-Frontend trägt zur Entlastung die IT-Abteilung bei, da die verschiedenen Benutzergruppen die benötigten Auswertungen selbst anfertigen können.

Die Bundespolizei gewinnt mit der BI-Plattform Flexibilität im laufenden Betrieb. „Weil das System auf Open-Source-Technologien beruht, können wir es schnell anpassen. Das wird besonders dann interessant, wenn sich fachliche, politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern“, sagt Michael Becker. Über die vorhandenen Standardschnittstellen ist es möglich, Informationen anderen Institutionen oder Ländern im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen zur Verfügung zu stellen. Der Austausch von Informationen zwischen Behörden scheitert nämlich meist nicht am politischen Willen, sondern an technischen Hürden, da Datenformate oder Schnittstellen nicht miteinander kompatibel sind.

Bildquelle: Bundespolizei

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