Huawei plant eigenen Auftritt

Quo vadis Cebit 2017?

Nach der Cebit ist vor der Cebit: Während Microsoft vergangene Woche verkündete, kommendes Jahr auf einen eigenen Messestand in Hannover zu verzichten, laufen auch bei anderen IT-Anbietern die Cebit-Planungen – oder eben auch nicht.

Cebit 2017

Quo vadis Cebit 2017? Während Microsoft auf einen eigenen Messestand verzichtet, plant Huawei einen großen Auftritt in Halle 2.

Nach wie vor gilt die Cebit als weltweit größte Fachmesse für Informations- und Kommunikationstechnologie. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass sich der ehemals so strahlende Stern am ITK-Event-Himmel in den vergangenen Jahren im Sinkflug befindet. In Zahlen ausgedrückt: Zur Jahrtausendwende besuchten weit über 800.000 (zahlende) Besucher und mehr als 8.000 Aussteller die Cebit. Damals dauerte die Messe allerdings auch noch acht Tage – doppelt so lange wie heute. In diesem Jahr belief sich die Zahl auf 3.300 beteiligte Unternehmen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. In Zeiten gekürzter Reisebudgets und notorischen Zeitmangels nimmt die Bedeutung von Präsenzveranstaltungen generell eher ab. Zudem hat die Cebit zuletzt mächtig Konkurrenz erhalten: auf internationaler Ebene mit der CES in Las Vegas oder dem Mobile World Congress in Barcelona sowie im nationalen Umfeld mit der IFA und der hauseigenen Hannover Messe.

Apropos Hannover Messe – sie scheint sich zunehmend nicht nur als Ingenieurs- und Technik-Event, sondern auch als IT-Leitmesse zu etablieren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Themen wie Industrie 4.0, Internet der Dinge, mobile Lösungen und Vernetzung sämtliche Industriezweige durchdringen. Daher gaben dort im vergangenen April auch viele IT-Anbieter wie IBM, Huawei oder Telekom ihr Stelldichein. Und ja, auch Microsoft war vor Ort und flog eigens dafür Unternehmens-Chef Satya Nadella aus Redmond ein. Ein Coup, der den Stellenwert der Industriemesse für die IT-Branche einmal mehr unterstreicht.

Huawei auf der Cebit 2017

Nach der Bekanntgabe Microsofts, auf der Cebit 2017 ausschließlich an Partnerständen auszustellen und auf den bisherigen großen Hauptstand in Halle 4 zu verzichten, befragte IT-ZOOM weitere ITK-Unternehmen zu ihren Cebit-Plänen. Eine Zusage erhielten die Messemacher bereits von Huawei. Zum siebten Mal in Folge wird das chinesische IT-Unternehmen im kommenden Jahr auf der Cebit Flagge zeigen. Den Planungen zufolge wird der „Stand ähnlich groß sein wie 2016 oder sogar größer“. Zum Vergleich: In diesem Jahr war der Anbieter mit einer Standfläche von 2.500 Quadratmetern in Halle 2 vertreten. Mit dem Auftreten in Hannover will der asiatische Anbieter den Stellenwert des europäischen Marktes unterstreichen. „Auf der diesjährigen Cebit haben wir viel Aufmerksamkeit vom Fachpublikum, Geschäftspartnern und aktuellen sowie potentiellen neuen Kunden erhalten. Wir betrachten Europa als starken Markt und die Cebit ist und bleibt eine ausgezeichnete Plattform, um Beziehungen in der Industrie zu stärken und zu pflegen und einem globalen Publikum neueste IKT-Technologien vorzustellen“, heißt es seitens Huawei.

Andere Anbieter äußern sich bezüglich eines möglichen Messeauftritts im kommenden Jahr noch zurückhaltend. So heißt es aus Walldorf offiziell: „Da sich SAP derzeit noch in der Planung für 2017 befindet, kann aktuell leider noch keine Aussage zur Präsenz auf der nächsten Cebit getroffen werden.“ Ebenfalls in der Planungsphase befindet man sich zurzeit bei Hewlett Packard Enterprise (HPE) sowie auch bei der Telekom. Und bei dem Cloud-Anbieter Salesforce, der vergangenen März gleich mehrere Messehallen für ein eigenes großes Kunden- und Partner-Event reserviert hatte, ließ man verlauten, dass „man sich zu diesem Thema mit keinem Statement beteiligen wird.“

Dell und Fujitsu setzen auf eigene Events

Nicht zuletzt gibt es Anbieter, die sich lieber eigenen Veranstaltungsformaten widmen und großen Fachmessen eine Absage erteilen. Bei Dell hat man sich zwar in den vergangenen Jahren gegen einen breiteren Auftritt bei der Cebit entschieden, dies aber vor allem, weil die Dell Expo als eigene Event-Reihe innerhalb Deutschlands eine höhere Priorität hatte.

Ähnlich agierte zuletzt Fujitsu und verzichtete 2016 auf einen eigenen Stand in Hannover, war aber u.a. auf dem SAP-Stand sowie mit den hauseigenen Scan-Lösungen in Halle 3 präsent. „Im Rahmen unseres Veranstaltungskonzeptes setzen wir verstärkt auf eigene Events, wie etwa die Fujitsu World Tour sowie insbesondere das Fujitsu Forum, das jeweils im November in München stattfindet“, betont Dr. Rolf Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutschland und Head of Central Europe bei Fujitsu. Letzteres hat sich laut Werner in den vergangenen Jahren zum größten Unternehmensevent der IT-Branche in Europa entwickelt.

Bildquelle: Deutsche Messe AG

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