Peter Knapp, Interxion

Rechenzentrumsbetrieb im Colocation-Modell

Kommentar von Peter Knapp, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH, über die Möglichkeiten von Colocation und was Unternehmen bei der Anbieterauswahl beachten sollten

Peter Knapp, Interxion

Peter Knapp ist Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH.

Der Bedarf an Rechenleistung, Speicherplatz und jederzeit verfügbarer hoher Bandbreite ist ein wettbewerbsentscheidender Faktor für die IT-Organisation großer Unternehmen. Während lange Zeit galt, dass geschäftskritische Ressourcen am besten unter dem eigenen Dach aufgehoben sind, ist es spätestens jetzt an der Zeit, diese Sichtweise zu überdenken. Ein eigenes Rechenzentrum zu errichten und zu betreiben verursacht hohe Kosten und bindet langfristig Kapital. Aufwendungen für Energie und Leitungsausbau schlagen neben den eigentlichen Grundstücks- sowie Konzeptions- und Baukosten massiv zu Buche und fallen auch bei der Modernisierung oder dem Update bestehender Datacenter in gleichem Umfang an. Daher setzen immer mehr Organisationen auf Colocation. Das heißt, sie betreiben ihre eigenen ITK-Ressourcen mit dem eigenen Personal in einer angemieteten Infrastrukturumgebung. Unternehmen, die bereits auf dieses Modell setzen, bestätigen eine Reihe von Wertschöpfungsvorteilen wie positiven Beiträgen zu ihrer Geschäftsentwicklung.

Kosten als Treiber des Trends

Die Treiber des Colocation-Trends sind schnell identifiziert: Der fortschreitende Technologiewandel und die damit verbundene steigende Komplexität beim Betrieb von IT-Infrastrukturen erfordert die Einbeziehung kompetenter und spezialisierter Partner. Darüber hinaus tragen das stetige Wachstum digitaler Inhalte wie IPTV (Internet TV) und Musikdienste sowie das verstärkte Aufkommen bandbreitenintensiver End- und Geschäftskundenanwendungen im Internet wie Social Networking und Cloud Computing dazu bei, dass interne Ressourcen dringend entlastet werden müssen. Vor dem Hintergrund des steigenden Kostendrucks durch immer intensiveren globalen Wettbewerb spricht zudem das ausgezeichnete Kosten-Nutzen-Verhältnis für die carrier-neutralen Rechenzentren.

In der Natur der Sache liegt, dass die Dienstleistungen und die Infrastruktur von Betreibern carrier-neutraler Rechenzentren eine Reihe von Leistungsmerkmalen aufweisen müssen, die einen aktuellen Standard im Hinblick auf Sicherheit und Verfügbarkeit gewährleisten. Denn die Geschäftsrisiken bei Störungen und Ausfällen der IT sind in den vergangenen Jahren exponentiell gestiegen und können sich selbst binnen kürzester Zeit auf beachtlichen Umfang summieren. Professionelle Dienstleister stellen Flächen zur Verfügung, die physisch abgesichert sind und sich daher hervorragend für den Betrieb unternehmenskritischer Systeme und Anwendungen eignen. Indem in carrier-neutralen Rechenzentren Ressourcen wie Strom, Klimatisierung und Brandschutz gemeinsam von mehreren Kunden genutzt werden, spart jeder einzelne bares Geld. Gleichzeitig können sich Unternehmen, die auf Colocation setzen, sicher sein, dass die Experten im Rechenzentrum stets modernste Technologien einsetzen.

Augen auf bei der Partnerwahl

Verständlicherweise setzt die Auslagerung von kritischen Systemen höchstes Vertrauen in den Partner voraus. Daher gilt es, diesen im Vorfeld auf Herz und Nieren zu prüfen. Beachtet werden sollten dabei wichtige Aspekte in Bezug auf Qualität, Leistung und Zukunftsfähigkeit. Hierzu gehört beispielsweise der Zugriff auf eine Vielzahl von Netzbetreibern und Internet-Service-Providern (ISP), um stets den besten Dienstleister zum besten Preis auswählen zu können. Dreh- und Angelpunkt sind zudem die Service-Level-Agreements: Sie regeln verbindlich Vertragspunkte wie Verfügbarkeit, Betriebszeiten und mögliche Entschädigungen, sollte der Dienstleister die Vereinbarungen nicht einhalten. Für eine sichere Unterbringung ihrer Systeme sollten Unternehmen höchste Gebäudesicherheit und ausgereifte Zutrittskontrolle, ausgefeilte Mechanismen für den Brandschutz sowie eine redundante, unterbrechungsfreie Stromversorgung und Klimatisierung voraussetzen.

Zudem ist die physische Skalierbarkeit wichtig: Das Rechenzentrum sollte nicht schon zu Beginn der Partnerschaft aus allen Nähten platzen, damit die IT mit dem Unternehmen wachsen kann. Absolutes Muss ist darüber hinaus eine redundante Netzwerkanbindung für den Datenaustausch sowie optimale Energieeffizienz. Inhaltliche und fachliche Unterstützung erhalten Unternehmen, die ein Rechenzentrum suchen, in Form der Zertifizierung ISO 27001. Diese gehört zu den strengsten internationalen Standards für System- und physikalische Sicherheitsprozesse und kann deshalb als optimaler Anhaltspunkt und Benchmark angesehen werden. Auf diese Weise geprüft, profitieren Unternehmen langfristig von den Vorteilen von Colocation.

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