RZ von Schuler erhält TÜV-Level-3-Zertifizierung

Redundanz auf ganzer Linie

Das neue Rechenzentrum der Schuler Group erhält die TÜV-Level-3-Zertifizierung und setzt damit auf redundant ausgelegte IT-Strukturen.

  • Schuler ist führend bei Münzprägepressen.

    Schuler ist führend bei Münzprägepressen.

  • Schuler-RZ erhält TÜV-Level-3-Zertifizierung

    Aufgrund des Baus eines neuen Rechenzentrums wird man auch in den nächsten Jahren nicht an die Leistungsgrenzen seiner IT stoßen.

Als Spezialist für Umformtechnik bietet Schuler Pressen, Automationslösungen, Services oder Werkzeuge für die Metall verarbeitende Industrie und den automobilen Leichtbau. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -zulieferer ebenso wie Unternehmen aus der Schmiede-, Hausgeräte-, Verpackungs-, Energie- und Elektroindustrie. Einhergehend mit der weltweiten Expansion des Unternehmens stiegen im Laufe der Jahre die Anforderungen an eine hochverfügbare und gleichermaßen redundant ausgelegte IT-Struktur.

Das bestehende Hauptrechenzentrum stieß sowohl kapazitativ als auch rein physikalisch an seine Grenzen. In logischer Konsequenz bedeutete dies den Startschuss für die Planung des rund 120 m2 großen neuen Rechenzentrums. Ziel war es, das neue RZ parallel zum Neubau des „Innovation Tower“ am Stammsitz in Göppingen zu realisieren und somit die Weichen für die Zukunft der IT, die aus strategischen Gründen weiterhin im eigenen Hause betrieben werden sollte, zu stellen. Für die Konzeption und Realisierung beauftragte Schuler die Prior1 GmbH, deren Verantwortliche bereits aus der Vergangenheit bekannt waren und als Partner mit hoher Expertise galten.

Konventionelle RZ-Bauweise


„Zunächst, da wir gute Erfahrungen damit gemacht hatten, favorisierten wir ein Raum-in-Raum-System“, erklärt Dieter Mayer, Leiter IT-Infrastruktur bei der Schuler Pressen GmbH, und führt fort, dass dies aufgrund der vorhandenen statischen Säulen im vorgesehenen Gebäudebereich nicht realisierbar gewesen sei. So wurde ein Rechenzentrum in F-90 in konventioneller Bauweise mit innenseitiger Niedertemperatur- sowie Diffusionsdämmung unter Berücksichtigung der EN 1047-2 umgesetzt, welches als Gesamtkonstrukt einschließlich der technischen Infrastruktur die TÜV-Level-3-Zertifizierung erhielt und damit dem Hochverfügbarkeitsniveau entspricht.

In Abstimmung mit dem Generalunternehmer, der den Bau des Towers verantwortete, stellte Prior1 die Detailplanung vor. Diese erfüllte alle Anforderungen, die an ein Tier-3-RZ und damit eine 99,99-prozentige Verfügbarkeit geknüpft sind. So wurde zum einen die redundante Auslegung der Elektroversorgung über zwei Technikräume mit jeweils einer modularen USV-Anlage berücksichtigt.

Weiterhin sah die Planung eine Netzersatzanlage und die Klimatisierung über zwei Kaltwassersätze vor. Die Kaltwassererzeugung erfolgt hierbei über zwei, gleichfalls redundant ausgelegte Abwasserwärmepumpen, zwei Kältemaschinen sowie die Möglichkeit zur freien Kühlung, sofern es die Außentemperaturen zulassen. Das implementierte Notstromaggregat bevorratet im Live-Betrieb knapp 5.000 Liter Diesel und kann mittels einer speziellen Pumpe bei zusätzlichem Bedarf noch mit dem Heizmittel aus der Gebäudeheizung gespeist werden.

Thematisiert wurde im Rahmen der Redundanzstrategie weiterhin, welche Konsequenzen es hätte, wenn alle drei Betriebsarten der Kühlung versagen. „Auch in diesem Fall wären wir nicht handlungsunfähig und könnten eine manuelle Notkühlung mit Brauchwasser aktivieren“, konstatiert Dieter Mayer und fügt hinzu, dass die Kühlleistung mit 215 kW auch für die kommenden Jahre ausreichend dimensioniert sei.

Einem weiteren Hochverfügbarkeitsaspekt sind die Experten des Dienstleisters mit der Trennung des RZ-Rohrnetzes von der Gebäudeklimakaltwassererzeugung und der beiden Technikräume durch zwei Wärmetauscher nachgekommen. Die im Raum befindlichen Server werden mittels Rack- und Warmgangeinhausung sowie Klimatisierung über redundante Seitenkühler von der restlichen Technik getrennt. „Die im Server-Raum befindliche Library setzt eine andere Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit als die anderen Komponenten voraus“, erklärt Dieter Mayer die Separation. Bei der Sicherung der Daten wurde darauf geachtet, dass diese nicht nur im neuen Hauptrechenzentrum, sondern parallel via Glasfaserverbindung in Echtzeit gespiegelt im sekundären RZ erfolgt.

Bis ins letzte Detail durchgeplant


Während im Brandfall außerhalb des Rechenzentrums konventionell mit Wasser gelöscht wird, setzt Schuler innerhalb auf Brandfrühesterkennung in Kombination mit einer Novec-1230-Löschanlage und entsprechender Steuerung. Die Vorteile des automatischen, geruch- und farblosen stationären Löschsystems: Die Löschung erfolgt gefahrlos für den Mensch, verursacht keine Schäden an der Hardware und stellt die schnelle Wiederinbetriebnahme sicher.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Der Hochverfügbarkeitsstrategie folgend wird der RZ-Zugang über eine Zutrittskontrollanlage als Zwei-Faktor-Authentifizierung geregelt. Abgerundet wird das IT-Projekt durch den Einsatz eines Monitoring- und Überwachungssystems, das elementare Informationen wie Temperatur, Leckagen, Kühlungszustand und Stromversorgung via E-Mail und SMS an die Mitarbeiter meldet und bei Abweichungen ein frühzeitiges Eingreifen sicherstellt. „Wir konnten uns sowohl bei der Konzepterstellung für das Tier-3-Rechenzentrum auf den Dienstleister verlassen als auch bei der anschließenden Realisierung, die gleichermaßen die Koordination der Generalunternehmerschaft und der IT beinhaltete“, berichtet Dieter Mayer und ergänzt, dass es Schuler mit dem neuen Rechenzentrum gelungen ist, auch in den nächsten Jahren nicht an die Leistungsgrenzen seiner IT zu stoßen, sondern sich bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.


Die Schuler Group ...

... bietet nicht nur Pressen, Automationslösungen und Werkzeuge, sondern auch das dazugehörige Prozess-Know-how sowie den Service für die gesamte Metall verarbeitende Industrie und den automobilen Leichtbau. Schuler ist führend bei Münzprägepressen und realisiert Systemlösungen für Hightechbranchen. Nach der Übernahme des Werkzeugbauers Aweba und der Mehrheitsbeteiligung am chinesischen Pressenhersteller Yadon ist Schuler mit rund 6.600 Mitarbeitern in 40 Ländern präsent und gehört mehrheitlich zur österreichischen Andritz-Gruppe.


Bildquelle: Schuler

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok