Im Gespräch mit Bastian Brand, FCS

RFID mischt die Assets auf

Interview mit Bastian Brand, Leiter Marketing & Vertrieb sowie Prokurist bei der FCS Fair Computer Systems GmbH, über die Nutzung von RFID-Technologien für das Asset-Management

Bastian Brand, Fair Computer Systems

Bastian Brand, Fair Computer Systems

IT-DIRECTOR: Im Rahmen Ihrer Asset-Management-Lösung bieten Sie eine RFID-basierte Inventur an – wie sieht das dahintersteckende Verfahren aus?
B. Brand:
Die Inventur – d.h. die Ersterfassung des Inventars oder dessen jährliche Kontrolle – ist eine Notwendigkeit nach dem Gesetz (HGB) und eine der Hauptaufgaben des IT-Asset-Managements. Leider ist es gerade im Bereich der Office-IT eine unbeliebte Tätigkeit, nicht zuletzt wegen des dahinter steckenden Aufwands.

Wir möchten diesen Prozess vereinfachen und bieten seit rund zwei Jahren neben der Benutzung von herkömmlichen Barcode-Etiketten auch eine RFID-Codierung an. Der Nutzen dieser Technologie: UHF-RFID-Etiketten müssen nicht einzeln eingescannt werden, sondern melden sich selbständig zurück. Alles, was der Nutzer dafür benötigt, ist ein RFID-Lesegerät und unsere App 2Asset.Desk Mobile+“ auf einem Android- oder iOS-Device. Ab 2016 unterstützen wir auch Windows 10. Bei einer langsamen Runde durch den Raum melden sich die Etiketten automatisch ans Lesegerät zurück, ohne dass unter Tischen und in Schränken mühselig danach gesucht werden muss.

IT-DIRECTOR: Für wen lohnt sich Asset-Management per RFID besonders?
B. Brand:
RFID bietet eine enorme Kosten- und Zeitersparnis bei allen Organisationen, die eine regelmäßige Inventur durchführen (müssen). Je größer die Inventarmenge, desto spürbarer die Einsparungen. Wir haben z.B. ein Projekt begleitet, bei dem mehr als 40.000 Möbelstücke mit RFID-Tags versehen wurden. Nachdem der einmalige Aufwand der Etikettierung abgeschlossen war, konnten innerhalb weniger Minuten mehrere Tausend Assets (u.a. im Lager) auf einmal „eingefangen“ werden. Das Einsparpotential bei solchen Szenarien liegt überschlägig bei über 80 Prozent.

IT-DIRECTOR: Wie aufwendig ist die Installation?
B. Brand:
Da jede Umgebung anders ist und auch prinzipiell zu unterscheiden ist, ob Möbel, Office-IT oder gar Serverräume zu inventarisieren sind, muss dies im Vorfeld bei einem intensiven Workshop unter Laborbedingungen geklärt werden. Hier entscheidet sich in der Regel, mit welchen Etiketten bzw. Tags gearbeitet werden muss, um für diesen Kunden ideale Ergebnisse im RFID-Projekt zu erzielen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Installation von Asset.Desk und die Einrichtung der Datenbank sind dann meist mit wenigen Klicks erledigt. Um mit Barcodes oder RFID arbeiten zu können, werden zudem die App Mobile+ und ein Web-Service benötigt. Beim Codieren der Labels oder Tags ist dann zu unterscheiden, ob mit Druckern gearbeitet werde kann, die über ein RFID-Modul Etiketten codieren, oder ob spezielle Tags genutzt werden müssen, die einzeln zu codieren sind. Läuft alles über einen Drucker, dann ist der Zeitaufwand vergleichbar mit dem bei herkömmlicher Etikettierung mit Barcodes.

IT-DIRECTOR: Worin liegen die größten Herausforderungen bei der Nutzung von RFID-Etiketten?
B. Brand:
Im Gegensatz zu der Erfassung von RFID-Tags auf Möbelstücken, kann sich das Aufspüren von IT-Geräten deutlich schwieriger gestalten. Solange die Geräte eingeschalten sind, bewirken elektromagnetische Felder, dass die Tags nur aus einer deutlich kürzeren Distanz ausgelesen werden können. Zum Glück gibt es aber diverse RFID-Tags, die dieses Problem etwa durch eine Beschichtung abmildern. Die größte Herausforderung stellen Serverräume bzw. Rechenzentren dar. Die elektromagnetische Aufladung der Luft dort macht die Auswahl von geeigneten RFID-Tags sehr interessant. Wir arbeiten hierbei eng mit RFID-Herstellern zusammen, die uns bei den unterschiedlichen Projekten beraten und unterstützen. Es gibt eine enorme Vielfalt an Labels, Tags und Antennen, die sich in ihrer Größe, Beschaffenheit für verschiedene Anwendungsgebiete und letztlich auch beim Preis unterscheiden.

IT-DIRECTOR: Warum sollten die Verantwortlichen die RFID-Entwicklung nicht verschlafen?
B. Brand:
RFID-Projekte sind heute und in Zukunft sicher noch interessanter geworden, da die Technologie mittlerweile zu bezahlbaren Preisen zu haben ist. Eine ROI-Betrachtung – gerade im Hinblick auf die Inventurzeit – spricht meist für RFID-Labelling. Die Anschubfinanzierung ist vielleicht etwas höher, über die Nutzungsdauer ist die Verbindung von mobiler Inventursoftware und RFID-Technik aber unschlagbar effizient.

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