Große Datenmengen verarbeiten

SAP-Anwender: Flexibel in die Cloud

Neue Tools und Services auf Knopfdruck – SAP-Anwender investieren 2019 nicht nur in die Cloud-Plattform der Walldorfer, sondern verstärkt in die Hyperscaler. Dabei stehen Microsoft, Amazon und Google ganz oben auf der Liste, wobei sich SAP-Systeme hoch automatisiert binnen Minuten in der Cloud von Amazon bereitstellen lassen.

Mehrere Heißluftballons schweben in die Wolken

Flexibel in die Cloud: SAP-Anwender investieren aktuell nicht nur in die Cloud-Plattform der Walldorfer, sondern verstärkt auch in die Hyperscaler.

Schneller, agiler, flexibler: Laut Investitionsreport 2019 der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) wollen die Nutzer in diesem Jahr verstärkt in Cloud-Angebote der großen Hyperscaler investieren. Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) oder die Google Cloud Platform bieten skalierbare Platform-as-a-Service-Lösungen (PaaS). Das ist praktisch für Unternehmen, die per Knopfdruck Internet-of-Things-Sensoren (IoT) in der Cloud verwalten, ERP-Datensammlungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) auswerten, Echtzeit-Informationsströme in einem Hadoop-Cluster parallel analysieren oder aber zu Spitzenzeiten ausreichend Kapazität liefern möchten.

Beispiel Redshift: Der PaaS-Dienst von Amazon vereinfacht Datenanalysen. Innerhalb weniger Minuten kann das schnelle Data Warehouse Petabytes an Daten mit maschinellem Lernen in der AWS Cloud auswerten. Redshift speichert spaltenbasiert, sodass sich Daten stärker komprimieren lassen als zeilenbasierte Informationssammlungen. Beispielsweise können Händler Online- und Offline-Verkaufsdaten einfach miteinander verknüpfen und über ein Web-Dashboard hochladen. Innerhalb kurzer Zeit lassen sich visuell aufbereitete Ergebnisse abrufen, ohne dafür eigene Server, Netzwerkinfrastruktur oder Software zu benötigen. Redshift stellt alles bedarfsgerecht bereit. Wird der Dienst nicht genutzt, entstehen auch keine Kosten. Vorabinvestitionen für die Bereitstellung sind ebenfalls nicht nötig.

Solche Services werden künftig für SAP-Anwender immer interessanter. Big Data, KI und Automatisierung stehen laut DSAG ganz oben auf der Agenda der CIOs. Knapp die Hälfte der rund 240 befragten SAP-Anwender aus dem deutschsprachigen Raum möchte Big-Data-Analysen im Unternehmen nutzen, 43 Prozent setzen auf das Internet der Dinge, 32 Prozent auf KI-Anwendungen und 23 Prozent auf Robotik, um Prozesse zu vereinfachen. Der Weg dahin kann über die agilen Dienste der Hyperscaler führen. Warum? Der Investitionsreport der DSAG zeigt: 21 Prozent der Firmen investieren 2019 in Microsoft Azure, vier Prozent in AWS und ein Prozent in die Cloud-Plattform von Google.

Darum machen Hyperscaler agil

Pay-as-you-go-Services mit nutzungsbezogenen Abrechnungsmodellen scheinen interessant, um neue Dienste oder Applikationen schnell zu testen, ohne dafür große Investitionen tätigen zu müssen. Die Hyperscaler-Dienste bieten sich vor allem für Anwendungen an, die keine tiefe Verzahnung mit dem ERP-System benötigen. „Die SAP Cloud Platform bleibt der ideale Ort für Anwendungen, die tief in den Kern der SAP-Systeme integriert sind“, sagt Meik Brand, Business Development Manager bei der QSC AG. „SAP spielt hier die starke Integration zwischen den einzelnen Systemen aus.“ So werden zehn Prozent der Anwender laut DSAG in die Walldorfer Cloud investieren, um die bestehenden On-Premise-Welten ihrer ERP-Systeme mit Cloud-Applikationen wie etwa Concur zur Reiseabrechnung zu verbinden. Auch dann, wenn Prozesse rund um SAP Leonardo oder Blockchain in das eigene SAP-System integriert werden sollen, ist die Cloud Platform der Ort der Wahl.

Was den Anwendern da im Weg stehen kann? „Veraltete und stark individualisierte ERP-Landschaften bremsen die Anwender aus“, sagt Brand. „Den bisherigen SAP-Betriebskonzepten mangelt es an Agilität. Jede kleine Änderung kann sich auf die Stabilität der Primärprozesse in Einkauf, Produktion und Lager auswirken.“ Über die Jahre ist die Software im Server-Raum unflexibel und faktisch nicht mehr aktualisierbar geworden.

Flexibel wird’s mit S/4 Hana

Agiler und flexibler wird es mit der Business Suite der nächsten Generation. S/4 Hana ist seit 2015 auf dem Markt. Anwender sollen ihre ERP-Systeme nur noch über die Cloud individualisieren. Ein breites Portfolio an Software-as-a-Services-Lösungen (SaaS) steht dafür bereit. Vorteil: Mehr Tempo und Stabilität bei SAP-Installationen und -Prozessen durch die Kombination von digitalem Kern, SaaS-Applikationen und In-Memory-Technologie. IT-Abteilungen können Systeme nach der Migration leichter aktualisieren; SAP bietet jedes Quartal Updates für die Cloud und jährlich für Installationen im Server-Raum. Davon können sich die Anwender mehr Flexibilität und Agilität versprechen: Für 76 Prozent ist das der wichtigste Grund für einen Umstieg auf S/4 Hana, laut einer aktuellen Umfrage von Teknowlogy unter rund 100 SAP-Verantwortlichen in Deutschland. 70 Prozent gaben zudem an, dass die Modernisierung des ERP-Systems auch deshalb im Fokus steht, um künftig von allen Neuerungen profitieren zu können, die SAP bereitstellt. Aber noch sind die wenigsten Unternehmen auf S/4 Hana umgestiegen – nur drei Prozent nutzen das neue System und nur rund 40 Prozent der DSAG-Befragten planen in den nächsten drei Jahren einen Wechsel von ERP 6.0.

Dass sich auch heute schon SAP-Systeme über DevOps-Verfahren und konsequente Automatisierung beschleunigt bereitstellen lassen, zeigte die QSC AG auf dem letzten AWS Summit in Berlin. Innerhalb weniger Minuten hat der ITK-Dienstleister SAP-Software und Hana-Datenbank in der Amazon Cloud als Testsystem bereitgestellt – was zuvor vorher noch Tage oder gar Wochen dauerte. Damit können Anwenderunternehmen nun Kopien ihrer Produktivsysteme erstellen, um Fehlerquellen in der Prozesslandschaft zu finden, zu korrigieren und zu prüfen, wie sich die Änderungen auf das System auswirken – alles, ohne dass der Produktivbetrieb eingeschränkt wird. Erst wenn die neue Lösung perfekt stimmt, passen Entwickler die Änderungen im laufenden System an. Die dafür genutzten IT-Ressourcen bezahlen Anwender flexibel und bedarfsgerecht im Pay-as-you-go-Modell: Eigene Hardware oder Rechenressourcen werden für derartige Testumgebungen nicht mehr benötigt – ein Pluspunkt für die Anwender, die durch derartige Dienste nicht nur Zeit, sondern auch Kosten sparen.

Bildquelle: iStock/Getty Images Plus

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