Cloud und In-Memory-Technologie

SAP: Fast eine Milliarde Umsatz mit HANA

Business ByDesign bleibt, betont SAP. Doch die Rolle des Stars hat HANA übernommen: 2.100 Kunden spülten eine knappe Milliarde Euro in die Konzernkassen.

SAP-Rechenzentrum in St. Leon-Rot

Deutschlands wichtigster Software-Hersteller ist SAP. Mehr noch: Das Unternehmen aus Walldorf im Rhein/Neckar-Raum ist auf Augenhöhe mit den IT-Riesen aus den USA. Wenn ein solcher Global Player mit seiner Produktpalette Stühlerücken spielt, dann rauscht und braust es in den Medien.

Ist die Mittelstandsplattform ByDesign jetzt “gestoppt” (Wirtschaftswoche) oder hat sie nur eine “ungewisse Zukunft” (Computerwoche)? Die Kernaussage von SAP lautet: ByDesign steht bei der Entwicklung nicht mehr im Vordergrund. Im Gegenzug wird HANA erweitert, wie wir gestern berichtet hatten.

Eine solche knallhart klingende Einstellungsmeldung sorgt für Wirbel bei einem Unternehmen mit vielen Shareholdern und Geschäftspartnern, die am Wochenende sicher ziemlich verblüfft auf die schroffen Nachrichten reagiert haben. Und so hatte die Pressestelle in Walldorf gestern alle Mühe, die vielen Medienfeuer wieder auszutreten.

Um die Dramatik herauszunehmen: Bei der Cloud-Lösung für den Mittelstand wird natürlich nicht der Stecker gezogen, Business ByDesign wird auch weiterhin vermarktet. Aber es wird eben in der bisher bekannten Form nicht mehr weiter entwickelt. Es spielt in Zukunft eine deutlich geringere Rolle, da SAP die Erfolgsgeschichte von HANA weiterschreiben möchte.

Das wollen die Walldorfer aber lieber etwas verklausuliert sagen und entwerfen dafür ein bislang rein theoretisches Zukunftsszenario: HANA als Datenbankplattform für alle Produkte - nicht nur für BI und ERP. Hier also das SAP-Statement im Volltext:

„SAP führt den Wandel der IT-Branche in die Cloud und zur In-Memory-Technologie an. Wir bieten die innovative Plattform für Unternehmen. Wir sind jetzt der zweitgrößte Cloud-Anbieter. Unsere auf das Jahr hochgerechneten Erlöse im Cloud-Bereich übertrafen eine Miilliarde Euro. Wir gewinnen weiterhin Marktanteile und wachsen sehr schnell in allen Regionen. Unser primäres Ziel ist es, die Hana-Plattform weiterzuentwickeln.

SAP Business ByDesign und alle anderen Produkte von SAP werden auf diese Plattform gehievt. Das Ziel ist klar: so schnell wie Google, so einfach benutzbar wie Facebook und alles muss über Smartphones und Tablets leicht und schnell zu konsumieren sein. Die dafür benötigten Ressourcen  werden wir entsprechend einsetzen.

Seit Mitte 2012 haben wir für ByDesign vier neue Versionen geliefert. Jetzt stehen noch zwei weitere im November 2013 und Februar 2014 an. Danach liefern wir weiterhin kleinere Verbesserungen aus, entwickeln aber keine neuen, größeren Industriefunktionalitäten.

Aber unsere ganz wichtige Botschaft hier lautet: Unsere Partner entwickeln weiter Add-Ons und erhalten von SAP dafür jegliche Unterstützung! Ergo: KEIN AUS für unsere Mittelstands-Cloudsoftwarelösung Business ByDesign!“

Die Formulierungen verweisen auf aktuelle Trends: Die Zukunft von Business-Software liegt in der schnellen Bearbeitung von Massendaten, die weit über die bisher üblichen Mengen hinausgehen. Das nennt sich Big Data und wird in Zukunft nicht nur bei Business Intelligence Thema sein.

Auf der gestrigen Quartals-Pressekonferenz hob die SAP-Geschäftsführung den Erfolg deutlich hervor: “Wir sind auf dem besten Weg, die 1-Milliarde-Euro-Marke mit HANA-Softwareerlösen seit Markteinführung zu erreichen. Wir sind jetzt der zweitgrößte Cloud-Anbieter”, betonten die Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe. “SAP HANA ist weiterhin ein wesentlicher Wachstumsmotor für die SAP.”

Auch Beratungsunternehmen und Dienstleister sehen HANA inzwischen als wichtiges Zukunftsthema. SAP konnte nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 2.100 Kunden von der Datenbank-Appliance begeistern. Damit ist das neue Produkt deutlich erfolgreicher als ByDesign, für das Branchengerüchte unter 1.000 Anwender nennen..

Der Erfolg von HANA spiegelt sich auch gut im Quartalsvergleich wieder: Die Cloud-Umsätze wachsen deutlich, der Software-Bereich dagegen schrumpft leicht. Das wird nicht zuletzt an der weiterhin leicht kriselnden Wirtschaft liegen, doch es steht auch für den allgemeinen Trend weg von der selbst betriebenen Software und hin zu Cloud-Lösungen.

Bildquelle: SAP

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