Rückblick auf die Sapphire 2011 in Madrid

SAP setzt auf Geschwindigkeit

In-Memory, Cloud und mobile Lösungen sind tragende Säulen in SAPs Strategie, wie die Walldorfer auf ihrer Kundenveranstaltung Sapphire verkündeten. Vor allem die Datenbank-Appliance Hana soll das gesamte Produktportfolio vorantreiben.

Sapphire, Bildquelle: SAP AG/Julia Katharina Ziegler

„Innovation ist die Basis für Wachstum“, sagte Jim Hagemann Snabe zur Eröffnung der Anwenderkonferenz Sapphire 2011 in Madrid. Laut SAPs Co-CEO setzt der Softwarehersteller daher darauf, seine Produkte möglichst schnell weiterzuentwickeln. Der Innovationszyklus soll künftig sechs Monate betragen. „In einer solchen Zeit lässt sich sonst noch nicht einmal eine neue Firma kaufen“, so Snabe. Die Innovationen werden sich auf vier Feldern abspielen. Neben dem SAP-Kerngeschäft rund um die ERP-Lösungen werden das die Bereiche In-Memory, Mobility sowie Cloud Computing sein. Auf diese vier Säulen stützt sich die Strategie der Walldorfer.

Besonders die In-Memory-Appliance Hana soll der gesamten SAP-Technologie einen Schub geben. „In-Memory ist die Zukunft“, macht Technikvorstand Vishal Sikka deutlich. Damit ließen sich Daten zum Teil um den Faktor 1.000 bis 10.000 schneller verarbeiten. Von diesem Vorteil können zunächst Anwender von SAPs Business Warehouse profitieren. Sie können die bestehende Datenbank, die sie für Netweaver Business Warehouse nutzen, jetzt durch Hana ersetzen. Die Datenanalyse werde dadurch deutlich beschleunigt, erklärt Snabe. Informationen müssten für die Auswertung nicht mehr voraggregiert werden, wie dies sonst beim Einsatz von traditionellen Datenbanken der Fall sei. Zudem vereinfache sich die Administration, weil weniger Daten vorgehalten werden müssten.

Unternehmen, die Hana für ihr Business Warehouse bereits verwenden, nennen beeindruckende Zahlen. So konnte der österreichische Getränkehersteller Red Bull die Größe seiner Datenbank um 80 Prozent reduzieren, seitdem er Hana als technische Basis für die Auswertung seiner Vertriebsdaten nutzt. Auch die Krankenkasse AOK arbeitet in einer ihrer Niederlassungen mit der Lösung. „Wir müssen pro Jahr etwa 370 Mio. Behandlungsdaten und 400 Mio. Rezepte verarbeiten“, berichtet Udo Patzelt, Head of Requirements bei AOK Systems, der IT-Tochter der Krankenkasse. Die Informationen, die in dieser Datenmenge enthalten sind, werden mit Hilfe der In-Memory-Appliance analysiert.

Auswertungen, die vorher zum Beispiel 150 Stunden in Anspruch genommen haben, könnten jetzt innerhalb von 20 Minuten durchgeführt werden, so Patzelt. Die Folge: Die AOK plant, Hana in allen Niederlassungen zu installieren. Die SAP-Lösung wird dann Datenbanken von IBM und Oracle ersetzen.
Für SAP ist Business Warehouse erst der Anfang. Laut CTO Sikka soll die In-Memory-Technik künftig das gesamte Produktportfolio unterstützen. Im kommenden Jahr wird es zum Beispiel möglich sein, auch Business One mit der Appliance zu nutzen. Zusätzlich sollen Applikationen auf Basis von Hana entwickelt werden. Und die Technologie gibt es sogar in der Cloud. Zurzeit allerdings als private Betaversion. Die nächste Generation von SAPs Cloud-Anwendungen soll dann auf dem In-Memory-System laufen.

So soll Hana auch dafür sorgen, das Cloud-Geschäft anzukurbeln – was auch notwendig sein wird. Die webbasierte Softwarelösung Business By Design hat derzeit gerade mal 700 Anwender. Bis Ende des Jahres sollen es laut SAP immerhin 1.000 werden.

Apps aus dem Onlineshop

Die Attraktivität von Business By Design wollen die Walldorfer auch mit Hilfe eines eigenen Onlineshops steigern. Unternehmen können im Webstore zusätzliche Werkzeuge für die Cloud-Lösung erwerben. Dazu zählen etwa Integrationsservices und Add-ons sowie Berichtsvorlagen und Apps. Vor allem die Miniprogramme sollen die Nutzer anlocken. „Aufgrund seiner geringen Komplexität eignet sich Business By Design besonders gut als Basis für Apps“, erklärt Friedrich Neumeyer, der für das globale Partnergeschäft der Softwareschmiede zuständig ist. Er hofft, dass viele Partner entsprechende Anwendungen entwickeln.

Mit seinem Onlineshop zielt man aber vor allem auf die Nutzer der hauseigenen Sybase Unwired Platform. Diese Lösung bietet Unternehmen die Möglichkeit, mit mobilen Anwendungen zu arbeiten. Im SAP-Store sind die entsprechenden Apps erhältlich. Er soll zu einem großen Teil mit Applikationen gefüllt werden, die von den Partnern kommen. Bis jetzt haben laut Snabe bereits 200 Partner mobile Anwendungen entwickelt. Daneben werden die Walldorfer Softwerker aber auch eigene Apps anbieten. Zu diesen zählt zum Beispiel die Anwendung Electronic Medical Record für das Gesundheitswesen. Über ein Mobilgerät wie etwa einem Tablet-PC können Ärzte und Pflegepersonal damit auf Informationen wie Laborbefunde, Röntgenbilder oder Diagnosen zugreifen. Die Berliner Charité nutzt diese App bereits. Die Mediziner können so auf ihrem iPad die relevanten Informationen während der Visite einsehen. Überdies stellt SAP noch eine Reihe weiterer neuer Apps zur Verfügung. Dazu zählen u.a. Programme für die öffentliche Verwaltung, für Außendienstmitarbeiter sowie für die Nutzer der Business-Intelligence-Lösung Business Objects.

Bildquelle: SAP AG/Julia Katharina Ziegler

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