Dezentrale Infrastruktur

Schatten-IT in den RZ-Zweigstellen

Ein Rechenzentrum, viele Zweigstellen: Wie Unternehmen trotz eines dezentralen Aufbaus ihre Infrastruktur auf die Zukunft ausrichten können

Zweigstellen

Alle RZ-Zweigstellen per Virtualisierung im Griff

Rechenzentren machen in vielen Unternehmen ihrem Namen meist alle Ehre. Denn sie sind der Mittelpunkt aller IT-Einrichtungen und die erste Anlaufstelle bei jeder Art von Schwierigkeiten. Gleichzeitig entstehen bei Firmen mit zahlreichen nationalen oder internationalen Niederlassungen auch eine Vielzahl kleiner „IT-Inseln“. Dort kommt es zu Problemen: Das Rechenzentrum steht vielleicht im Mittelpunkt der IT, aber es kann seine Funktion häufig kaum wahrnehmen.

Dabei funktionieren die Zentrale und die Zweigstellen zu oft wie eigene, voneinander abgetrennte Einheiten – die Verbindung zum zentralen Server ist zu schwach, zu langsam oder gar nicht vorhanden. So entsteht eine „Schatten-IT“ in den Zweigstellen: Mitarbeiter speichern Daten lokal, um einfacher darauf zugreifen zu können, nutzen private Anwendungen für schnellere Leistung oder setzen Sicherheitsregulierungen außer Kraft. Das moderne Rechenzentrum muss daher in der Lage sein, seinen Status als Zentrum wieder aufzunehmen und Daten zentral zu speichern und zu verwalten sowie für ihre Sicherheit zu sorgen – auch in den verschiedenen Zweigstellen.

Für Unternehmen spielen Sicherheit und die Produktivität der Mitarbeiter sicherlich eine bedeutende Rolle – aber an erster Stelle steht das Ziel des Wachstums. Global aufgestellten Unternehmen bieten sich durch Zweigstellen optimale Möglichkeiten: Sie erschließen neue Märkte, stellen direkten Kontakt mit Kunden her und ermöglichen effektives Arbeiten in verschiedenen geografischen und kulturellen Gebieten. Aufgrund dieser Vorteile werden die Herausforderungen für die IT schnell übersehen: Wie kann sichergestellt werden, dass Mitarbeiter am anderen Ende der Welt auf alle Daten zugreifen können? Wie lässt sich die Sicherheit firmeninterner Informationen garantieren? Oft haben IT-Administratoren nur eine geringe Kontrolle über die Aktivitäten in den Zweigstellen.

Um diesem Problem zu begegnen, muss die IT auf  geänderte Anforderungen in den Zweigstellen reagieren. Durch den Kostendruck ist es dabei allerdings unmöglich, jede Zweigstelle in ein kleines Rechenzentrum zu verwandeln. Innerhalb der Unternehmensstruktur kann hier außerdem ein unübersichtliches Chaos entstehen – von Sicherheitsbedenken ganz zu schweigen.

Konvergente Infrastrukturen

„Die IT in den Zweigstellen kann dann zu einem echten Rechenzentrum werden, wenn eine optimierte konvergente Infrastruktur dafür sorgt, dass alle Mitarbeiter gleich auf Daten und Informationen zugreifen können – egal von wo aus sie arbeiten“, erklärt Andreas Hartl, Regional Vice President DACH von Riverbed. „Das bedeutet, sämtliche Dateien lassen sich ohne Verzögerung öffnen, Mitarbeiter erhalten jederzeit Zugriff auf benötigte Informationen und profitieren von sofortiger Wiederherstellung verlorener Daten. Mitarbeiter können so produktiver arbeiten und Ausfälle führen nicht zu einem stundenlagen Produktivitätsverlust in der Zweigstelle – oder legen diese nicht vielleicht sogar tagelang lahm.“

Viele Unternehmen nutzen konvergente Infrastrukturen in ihrem zentralen Rechenzentrum. Zweigstellen profitieren davon: Sie benötigen meist geringere Leistung und weniger Speicherkapazität, allerdings haben sie die gleichen Ansprüche in Bezug auf Verfügbarkeit, Sicherheit und Services. Dies kann durch die Projizierung und gleichzeitige Optimierung der Daten in die Zweigstelle erreicht werden. Die benötigen Informationen werden ohne Zeitverzögerung bereitgestellt, da sie lokal zwischengespeichert und gleichzeitig in das zentrale Rechenzentrum repliziert werden. Somit sind die Anwendungen logisch, aber nicht mehr physikalisch mit der darunter liegenden Speichereinheit verbunden – sie werden lokal ausgeführt, die Informationen und Daten kommen jedoch aus dem Rechenzentrum.

So reduziert sich der Bedarf an IT-Infrastruktur in den einzelnen Zweigstellen – ein Backup lässt sich einfach im Rechenzentrum durchführen. Weiterhin wird durch die zentrale Datenhaltung die Sicherheit erhöht und dem Verlust von Daten entgegengewirkt.


Vorteile einer Virtualisierung der Zweigstelleninfrastruktur

- erhöhte Sicherheit durch zentrale Speicherung aller wichtigen Informationen im Rechenzentrum
- geringe Ausfallzeiten und schnelle Wiederherstellung aller Daten durch häufige und zentrale Speicherung
- höhere Produktivität, da es nicht mehr zu Verzögerungen bei Daten und Anwendungen in den Zweigstellen kommt
- Kostenreduzierung durch Verzicht auf lokale Server und IT-Administratoren
- Wegfall von zusätzlichem Verwaltungs- und Wartungsaufwand


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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