Drogen- und Waffenhandel

Schlag gegen Kriminalität im Dark Web - 179 Festnahmen

Ermittler aus Europa und den USA haben etwas Licht in den dunklen Teil des Internets gebracht und weltweit 179 im sogenannten Dark Web operierende mutmaßliche Anbieter von Drogen und anderen illegalen Gütern festgenommen.

Ermittler aus Europa und den USA haben etwas Licht in den dunklen Teil des Internets gebracht und weltweit 179 im sogenannten Dark Web operierende mutmaßliche Anbieter von Drogen und anderen illegalen Gütern festgenommen. Foto: Silas Stein/dpa

Ermittler aus Europa und den USA haben etwas Licht in den dunklen Teil des Internets gebracht und weltweit 179 im sogenannten Dark Web operierende mutmaßliche Anbieter von Drogen und anderen illegalen Gütern festgenommen. Foto: Silas Stein/dpa

Deutlich mehr als 100 Festnahmen gab es in den USA, 42 in Deutschland sowie weitere in den Niederlanden, Großbritannien, Österreich und Schweden. Das teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Dienstag in Den Haag mit. Später äußerte sich auch der stellvertretende US-Justizminister Jeffrey Rosen auf einer Pressekonferenz in Washington und sprach von einem „kraftvollen Schlag gegen diese kriminelle Unterwelt“.

Im Dark Web - einem schwer zugänglichen und häufig für kriminelle Aktivitäten genutzten Teil des Internets - werden von organisierten Banden neben Drogen auch Waffen und Diebesgut angeboten. Bei der Operation mit der Bezeichnung „DisrupTor“ wurden laut Europol Bargeld und virtuelle Währungen im Wert von 6,5 Millionen US-Dollar (5,5 Millionen Euro) sowie 500 Kilogramm Drogen - darunter Heroin, Kokain und Ecstasy - sowie 64 Schusswaffen beschlagnahmt. „Diese Dark Web Marktplätze haben mit beunruhigender Geschwindigkeit an Popularität gewonnen und ermöglichen Drogenhändlern, offen weltweit anzubieten und Bestellungen entgegenzunehmen“, sagte Rosen.

„DisrupTor“ geht auf erfolgreiche deutsche Ermittlungen gegen Anbieter im Dark Web und deren Kunden im Jahr 2019 zurück, wie das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage mitteilte. Eine Folge dieser Ermittlungen seien zahlreiche Strafverfahren gegen Verkäufer und Abnehmer, die sowohl in Deutschland, als auch im europäischen Ausland geführt werden, teilte das BKA mit.

Die Operation sei ein klares Signal an Internet-Kriminelle, sagte der Leiter des Cybercrime Centre von Europol, Edvardas Šileris. „Das verborgene Internet ist nicht länger verborgen, und Ihre anonymen Aktivitäten sind nicht länger anonym. Strafverfolger sind entschlossen, Kriminelle aufzuspüren - egal, ob sie auf der Straße operieren oder hinter einem Computer-Monitor.“ Rosen äußerte sich ähnlich: „Die Bekanntgabe heute ist eine Erfolgsgeschichte für die Kooperation der internationalen Strafverfolgung.“

„DisrupTor“ war den Angaben zufolge 2019 die Zerschlagung des „Wall Street Market“ vorausgegangen, einer der größten illegalen Märkte im Dark Web. Im April 2019 hatten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das BKA drei Tatverdächtige festgenommen, die unter Verdacht stehen, diesen illegalen Online-Marktplatz gemeinsam betrieben zu haben.

© dpa-infocom, dpa:200922-99-666566/2

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